Kölner Musik
Kölner Bühnen  - Kölner Oper/Kölner Schauspiel -

Rubrik:
  Kultur in Köln - Kunst in Köln
Thema:   Kölner Musik-Szene und Kölner Bühnen

Kölner Philharmonie - BAP, Bläckfööss und Höhner - Opernhaus und Schauspielhaus - Hänneschen-Theater

Themen-Seite der privaten  Web- Präsenz  "Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt". Diese Web-Präsenz verfolgt ausschließlich private und keinerlei kommerzielle Interessen!

0. Vorbemerkungen und Inhalt

Köln gilt als die Musik-Stadt Deutschlands (in vielen Ausprägungen von Klassik und moderner Klassik über Rock, Orgelkonzert-Serien im Dom, Jazzhaus bis zur elektronischen Musik), ist Hochburg der freien Theater und gilt als heimliche Hauptstadt der sog. Kleinkunst (Comedians und Brettl-Bühnen). Die Kölner Musik-Szene ist eine der buntesten und vielfältigsten in Deutschland mit einem sehr großen Potential an Musikern. Die Komponistin Carola Bauckholt sagte einst zur Kölner Musik-Szene: "Das Musikleben ist von einer Qualität und Dichte, dass man Köln als einen der Spitzenstandorte in Europa bezeichnen kann.". Zu dieser Szene gehören auch große Chöre, wie der Gürzenich-Chor und der WDR-Rundfunk-Chor, und viele andere kleinere, denn Köln ist  auch eine Stadt der Chöre.

Inhalt

1.   Kölner Musik-Szene
1.1 Kölner Philharmonie

1.2 Rockbands
1.3 Kölsch-Musikgruppen

1.4 Sonstiges
2.   Kölner Bühnen
2.1 Städtische Bühnen/Oper Köln und Schauspiel Köln
2.2 Freie Theater


1. Kölner Musik-Szene

1.1 Kölner Philharmonie

Die Kölner Philharmonie hat einen der schönsten Konzertsäle der Welt mit  über 2000 Plätzen, der - passend zu den römischen Wurzeln der Stadt (siehe Römisches Köln) - einem antiken Amphi-Theater nachempfunden ist, und stellt mit dem Gebäudekomplex Museum Ludwig/Philharmonie unmittelbar am Dom und unter dem künstlerisch gestalteten und das Philharmonie-Dach nachbildenden Heinrich-Böll-Platz auch architektonisch einen markanten Kultur-Standort der Stadt dar. Der Star-Geiger Gidon Kremer hat es mal so ausgedrückt "Die Kölner Philharmonie ist einer der wenigen Orte auf Erden, wo die Musik mit so einer Wärme, Fürsorge und offenheit behandelt wird." Gelobt wird der Konzert-Saal für seine tadellose Akustik und seine wunderbare räumliche Ausstrahlung. Betrieben wird die Kölner Philharmonie von der KölnMusik GmbH (Anteile: 90 % Stadt Köln, 10 % WDR). Aktueller Intendant der Kölner Philharmonie und Geschäftsführer der KölnMusik GmbH ist Louwrens Langevoort (Vertrag bis 2015).

Die Kölner Philharmonie hat sich seit ihrer Eröffnung am 14.09.1986 unter Ihrem Gründungsdirektor Frank Xaver Ohnesorg zu einer der besten Adressen für insbes. klassische Musik entwickelt. Bedeutende Orchester, Dirigenten und Solisten kommen seit 1986 in Scharen hierin und machen das Haus zu einem Konzertsaal mit internationaler Bedeutung. So sind neben den zwei ortsansässigen Sinfonie-Orchestern,

beides international renommierte Groß-Klangkörper, schon fast alle bedeutenden Sinfonie-Orchester und Dirigenten der Welt hier aufgetreten. Beispielgebend für die Folgejahre in den Jahren 2005/2006 u. a.:

- das Konzert der weltberühmten "Wiener Philharmoniker" (Stammgäste in Köln) mit dem ital. Stardirigenten Riccardo Muti  im Mai 2005,
- die in Europa einmalige "Residency" des amerikanischen Spitzenorchesters "Los Angeles Philharmonic" mit  dem Chefdirigenten Esa-Pekka Salonen im März 2005 (1 Woche zu Gast in Köln mit 4 großen Konzerten),
- das "West-Eastern Divan Orchestra" mit dem Dirigenten Daniel Barenboim im August 2006,
- das Konzert der "London-Philharmonic" mit dem Stardirigenten Kurt Masur im Oktober 2006.

Daneben zu erwähnen u. a. das Mahler Chamber Orchestra, das älteste US-Orchester New York Philharmonic, das Alan Berg Quartett, die Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim, St. Petersburger Philhamoniker. Zum Programm 2009 gehörten u. a. Würdigungen der 4 runden Todes- bzw. Geburtstage (Haydn, Händel,  Mendelssohn, Chopin) sowie am 18.02.09 ein Konzert eines der besten Orchester der Welt, der Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle. 

2011 feiert die Philharmonie ihren 25jährigen Geburtstag mit einem Geburtstagsprogramm vom 10. - 18.09.11. Im August 2011 spielt das West-Eastern Divan Orchestra unter Daniel Barenboim alle 9 Sinfonien von Beethoven! Die weltberühmten Wiener Philharmoniker gastieren in der Jubiläums-Saison 2011/2012 dreimal in der Domstadt.

Das künstlerisches Programm der Kölner Philharmonie ist breit gefächert. Neben Sinfonien und Kammermusik als der klassischen Musikformen für derartige Häuser werden Jazz-Konzerte und konzertante Opern- und Operettenaufführungen sowie Shows veranstaltet. Und in dieser lebendigen Stadt sind auch Mundart-Gruppen wie die Bläck Fööss und die Höhner regelmäßig zu Gast in dem Klassik-Tempel. Herr Ohnesorg sagte einst dazu: "Wir wollen ein offenes Haus auch für die kölsche Seele sein."

Pro Jahr finden in der Philharmonie um 400 Konzerte statt. Seit den 1990iger Jahren liegt der Zuschauerschnitt bei ca. 600000/Jahr.

Kölner Musik-Szene/Philharmonie
Kölner Philharmonie  (Eingang)
Kölner Musik-Szene/Philharmonie
Kölner Philharmonie  
Kölner Musik-Szene/Philharmonie
Dach der Philharmonie/Heinrich-Böll-Platz
                      
 
Die Kölner Philharmonie widmet sich außerdem auch der Neuen Musik. Der Gründungsdirektor Frank Xaver Ohnesorg  war es, der das große internationale Musikfestival der zeitgenössischen Musik - die "Musik-Triennale Köln" - gegründet hat. Hierbei werden seit 1994 alle 3 Jahre an verschiedenen Aufführungsorten in Köln (u.a. Philharmonie und WDR-Konzertsaal) große Orchesterwerke, Soloabende, klassische Moderne, Jazz und experimentelle Musik aufgeführt. Die Musik-Triennale Köln entwickelte sich zur wohl weltweit wichtigstem Konzertveranstaltung für die Musik des 20. Jahrhunderts (seit 2004 mit neuer Ausrichtung). Das Motto der Triennale 2004 mit ca. 130 Konzerten lautete "Entdeckung Europa". Auch bei der 5. Trienale 2007 erklang die Stadt wieder 3 Wochen lang an vielen Orten (u. a. mit dem Auftritt des New York Philharmonic Orchestra, einem der 5 besten Orchester der Welt). Die Trienale 2010 (24.04. - 16.05.2010) stand unter unter dem Motto "Heimat - heimatlos" mit u. a. den Wiener Philharmonikern, den Münchener Philharmonikern, den beiden großen Kölner Orchestern und vielen namhaften Kammermusik- Ensembles und Solisten. 

Ab 2011 will der neue Intendant Langevoort
mit einer neuen Musikfest-Serie für neue Musik des 20./21. Jhdt. beginnen. 2011 hieß das Motto "Acht Brücken. Musik für Köln", angelehnt an die 8 Kölner Rheinbrücken, mit dem thematischen Kern "Pierre Boulez und Frankreich" (08. - 15.05.2011). Unter dem gleichen Motto steht das Fest 2012 im Zeichen von John Cage.

1.2 Rockbands

Köln galt und gilt trotz aller Veränderungen und aktuellen Stagnation noch immer als die Rockstadt Deutschlands mit zahlreichen Rockbands und Hochburg der elektronischen Musik. Der Kölner Rockmusiker Wolf Mahn wird im KStA zitiert (April 2011) "Was die Auftrittsmöglichkeiten betrifft, ist Köln sicher bundesweit Spitze, weit vor Berlin und München, allenfalls Hamburg kann da noch mithalten. ..."

Die bekannteste Kölner Rockband ist die 1976 gegründete Gruppe BAP mit dem Gründer und "Frontmann" Wolfgang Niedecken und u. a. dem legendären Gitarristen Klaus "Major" Heuser (1980 - 1999). BAP ist seit ihrem ersten Album (1979 "BAP rockt andere Kölsche Leeder") mit ihrem kölschen Mundart-Rock bundesweit von Erfolg zu Erfolg geeilt, hat zahlreiche goldene CD´s erhalten  und stand mehrfach auf Platz 1 der Album-Charts.  Einige der Alben: 1980 "Affjetaut", 1981 "Für Usszeschnigge", 1996 "Amerika", 2001 "Aff und zo". Einer der bekanntestens Lieder: 1981 "Verdamp lang her". Die Texte greifen oft gesellschaftliche oder persönliche Probleme auf. Wolfgang Niedecken ist auch bekennender Fan des  1. FC Köln: "Es gibt drei Sachen, die sucht man sich nicht aus. Den Vater, die Mutter, und, watt willste de maache, der Club, mit dem man leiden muss." (Zitat aus Geißbock-Echo Mai 2011). Weitere Informationen zu BAP sind auf deren Homepage zu finden.  Wolfgang Niedecken ist auch sozial engagiert und unterstützt u. a.  Aktionen in Afrika wie  Gemeinsam für Afrika - ist deren Botschafter in Afrika - und aktuell das Projekt "Rebound" im Ost-Kongo.

In den letzten Jahren hat sich auch  Brings stark in den Vordergrund gespielt - auch im Karneval. Von außen betrachtet gilt jedoch die 1968 hier gegründete Band Can als die bekannteste Kölner Band. 


1.3. Bläck Fööss, Höhner und viele weitere Kölsch-Musikgruppen

Die Kölner Musik-Szenen wird mitgeprägt durch eine Vielzahl von Gruppen mit Karnevalsmusik und Mundartliedern op Kölsch. Die bekanntesten Gruppen dieser Szene sind
Diese 4 Bands zählen zum sogenannten Kölschen Kleeblatt. Daneben gehören unzählige weitere Gruppen und Solisten zu dieser Szene. Viele der seit Anfang der 70iger Jahre von den "Fööss" und den Höhnern und später auch den Paveiern, den Räubern und anderen Gruppen vorgetragenen Liedern haben in Köln - und manche auch über die Stadtgrenzen und den Karneval  hinaus -  längst Volkslied-Charakter. Sie kennt und singt in Köln buchstäblich jedes Kind. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, daß es keine andere deutsche Stadt mit einer derart lebendigen Volksliedszene gibt und weltweit keine Stadt so oft besungen wird wie Köln. Hinzu kommt, dass zunehmend kölsche Leedcher in den bundesweiten Charts der deutschen Schlager auftauchen. Und die Hymne auf Köln "Viva Colonia" der Höhner wird nicht nur beim FC im Kölner Stadion und den Kölner Haien in der Kölnarena gespielt, sondern ist mittlerweile in ganz Deutschland und darüberhinaus bekannt, ebenso wie das Motto-Lied der Höhner anläßlich der Handball-WM 2007 in Köln. Und viele der Gruppen treten inzwischen mit viel Erfolg auch außerhalb der Karnevals-Session und  über Köln hinaus auch andernorts auf - von Berlin bis Mallorca - und vermitteln dort kölsche Lebensart.

Musikszene Köln/BläckföössMusikszene Köln/Bläckfööss
Bläck Fööss
Musikszene Köln/De Höhner
„De Höhner“ auf der politischen Demonstration „Köln stellt sich quer“ gegen die rechtsgerichteten Partei „Pro Köln“ vor dem Gürzenich in Köln.
De Höhner

Paveier
                                                                                             
Einige Bands  sind auch sozial engagiert, wie z. B.  Bläck Föös, die zusammen mit BAP und vielen anderen Musikern aus Köln am legendären "Arsch-huh-Konzert" gegen Rassenhass am 09.11.92 am Chlodwigplatz beteiligt waren, oder die Höhner als Sonderbotschafter der Unicef und die Bläck Fööss mit ihren vielen Auftritten in Kindergärten und Schulen, wo sie sich für die Pflege der kölschen Mundart einsetzen. Weitere Informationen über die Homepages der Bands.

(ehemaliges) Ringfest  und c/o pop
Die ehedem jährlich in der Kölner Messe stattfindende Popcom  hatte sich dort zur weltweit größten Rock- und Pop-Messe  entwickelt, ist dann aber 2004 nach Berlin umgezogen. Im Umfeld der Kölner Popcom wurde jährlich an einem August- Wochenende das ebenfalls weltweit größte Rockfest - das "Ringfest" - veranstaltet, das auch nach dem Wegzug der Popcom zunächst weitergeführt worden war. Nach 13 Jahren Ringfest mußte dieses Musikereignis aber 2006 wegen finanzieller Probleme erstmalig abgesagt werden. Ein späterer Neuanfang  mit  anderer Konzeption wird erwogen.
 
Ringfest - das hieß über viele Jahre 3 km für den Verkehr gesperrte Kölner Ringstraße inkl. Neumarkt und Media-Park, bis zu zehn Live- Bühnen, rund 200 Bands, 3 Tage Live-Musik und Straßenfest mit einem breitem Musikangebot für vielerlei Geschmäcker sowie 2 bis 2,5 Mio. Zuschauer ... und in den Nächten ging's weiter mit unzähligen Konzerten in den Kölner Rock-Clubs (2002 waren es 450 Bands aus 27 Ländern in 30 Clubs). Weil das Fest inzwischen aber wohl etwas zu groß und zu beliebig geworden war, wurde Ende August 2005 eine etwas kleinere und dafür musikalisch konzentriertere Version durchgeführt.  Dieses Fest war dann hernach das vorerst letzte Ringfest.

Der Wegzug der zuletzt kriselnden und auf eine Nabelschau der großen Plattenfirmen reduzierten Popcom (der es, wie man hörte, angesichs der Probleme in der Musikindustrie auch in Berlin schlecht geht und die 2009 erstmalig abgesagt wurde) scheint sich letztendlich für Köln als Glücksfall zu erweisen. Denn mit der Krise des Popstandorts Köln nach dem Wegzug der Popcom war Platz geworden für die weiterhin sehr rührige Kölner freie Musik-Szene. So fand erstmals im August 2004 ein neues Festival der elektronischen Popkultur statt "Cologne on Pop (c/o pop)" - ein (Zitat) "urbanes Festival für elektronische Musik, Pop- und Clubkultur".  Inzwischen wird erörtert, die "c/o pop" nach dem möglichen Aus der Popcom zum größten und wichtigsten Treffen der Musikwirtschaft in Deutschland aufzubauen. Nächster Termin: 20. - 24.06.2012. Daneben ist auch die seit vielen Jahren im Juli stattfindende Summerjam am Fühlinger See, Europas größtes Reggae-Festival, zu erwähnen. Termin der 27. Ausgabe: 06. - 03.08.2012. Insgesamt scheint die Konsolidierung der einstens grandiosen Kölner Pop-Szene der 90-iger Jahre nach dem Wegzug der Popcom mittlerweile erfolgreich zu werden.

Mit dieser Kölner Musik-Szene eng verbunden waren der einstens in Köln ansässige Musik-TV-Sender Viva (der inzwischen längst nach Berlin verzogen ist) und ist der ebenfalls hier mit seiner Deutschland-Zentrale angesiedelte große Musikkonzern EMI.  


1.4 Sonstiges

Weitere Kölner Musikereignisse waren die seit 1998 bis vorerst 2003 jeweils im Dezember in der riesigen Kölnarena aufgeführten - eigens für solche große Bühnen und Hallen inszenierten und produzierten - großen Opern-Ereignisse,  mit den Aufführungen der klassischen Opern

     "Aida" von Verdi (1998) 
      "Carmen" von Bizet (1999)
      "Nabucco" von Verdi (2000)
      "La Boheme" von Puccini (2001)
      "La Traviata" von Verdi (2002) sowie der
      Monumental-Oper "Carmina Burana"
von Orff (2003).

Danach wurde diese Serie zunächst unterbrochen.  Ende 2006 gab es  aber wieder eine Monumental-Oper: erneut Verdis "Aida". Im Dez.  2007 wurde diese neue Serie mit Verdis "Nabucco" fortgesetzt.

Bei der Beschreibung der Kölner Musikszene ist noch zu erwähnen, dass

 

2. Kölner Bühnen 

2.1 Städtische Bühnen/Oper Köln und Schauspiel Köln

Auch die Kölner Bühnenszene ist eine der vielfältigsten in Deutschland, wobei allerdings zumindest die städtischen Bühnen mit  Oper Köln und Schauspiel Köln (beide am Offenbachplatz in Nähe Neumarkt gelegen) nach Meinung mancher Kritiker im zurückliegenden Jahrzehnt anders als die vorgenannte Musik-Szene ihren Platz in der bundesdeutschen Spitze verloren hatten. Der künstlerische Qualitätsrückgang zuvor lag zum großen Teil wohl daran, dass der Kulturetat der Stadt stark gekürzt worden war. Zuletzt ist damit begonnen worden, diese Tendenz langsam wieder zurückzudrehen. Inzwischen haben Oper und Schauspiel künstlerisch enorm aufgeholt. Das Schauspiel hat nach Meinung der Kritiker  wieder einen Spitzenplatz erreicht; und die Oper steht ganz dicht davor. Auch das Gürzenich-Orchester hat unter Markus Stenz einen enoremen Aufschwung erlebt und Preise und Ansehen gewonnen.

Einige herauszuhebende Aufführungen in Opern- und Schauspielhaus der letzten Jahre waren - aus individueller Sicht des Autors -
Mit dem damalen Spitzenquartett mit Peter Raddatz (bis August 2009 geschaftsführender Intendant), Dr. Christopf Damman (2008 ausgeschiedener Opern-Intendant) und Marc Günther (Mitte 2007 ausgeschiedener Schauspiel-Intendant) sowie dem hochangesehenen Generalmusikdirektor Markus Stenz (zugleich Kapellmeister des Gürzenich-Orchesters, also des Kölner Opern-Orchesters) ging es in den ersten Jahren des letzten Jahrzehnts zumindest bezüglich der Auslastung der Häuser, aber auch mit der überregionalen Wahrnehmung aufwärts. Das erklärte Ziel, die künstlerische Qualität der städtischen Bühnen auf früheres Niveau anzuheben und wieder Spitzenplätze zu erreichen, führte zu personellen Veränderungen bezüglich der beiden Intendanzen: Neue Schauspiel-Intendantin ist ab der Spielzeit 2007/2008 Karin Beier (bis 2012/2013). Der gebürtige Kölner Uwe Eric Laufenberg ist neuer Opern-Intendant ab der Spielzeit 2009/2010. Die Geschäftsführung obliegt inzwischen Patrick Wasserbauer.

Das Schauspiel Köln ist bereits in den ersten beiden Jahren der neuen Intendanz jeweils zum besten Schauspiel in NRW gekürt worden. Karin Beier erhielt im Nov. 2009 für die Inszenierung "Das goldenen Vlies" den renommierten Theaterpreis FAUST in der Kategorie "Beste Regie". 2010 war das Schauspiel Köln als einziges Theater beim renommierten Theatertreffen Berlin dreimal vertreten und war für die Spielzeit 2009/2010 auch überregional bestens platziert. 2010 lag das Schauspiel Köln in allen Kritikerumfragen an der Spitze der deutschsprachigen Bühnen. 2010 und nun auch wieder 2011 wurde es von den Kritikern eines maßgeblichen Fachmagazins zum "Theater des Jahres" ernannt.  

Auch in der Oper geht es steil bergauf. Unter
dem neue Opern-Indendant ist die Auslastung des Hauses auf zuletzt sehr gute 90,1 % gestiegen. Spätestens seit 2010 ist auch die Oper Köln wieder in der ersten Liga angekommen (Zitate Online-Magazin: "Die Oper Köln meldet sich mit einer zwar nicht spektakulären, aber doch sehr ordentlichen Elektra zurück in der Liga der ersten Häuser." und  "Die Kölner Oper findet in der Zentrale des untergegangenen Gerling-Konzerns einen großartigen Ort, um Monteverdis L'Incoronatione di Poppea glanzvoll aufzuführen."). Opernkritiker benannten die Oper Köln zum besten NRW-Opernhaus der Spielzeit 2010/2011, und dass, obwohl schon in dieser Spielzeit wegen der bevorstehenden Renovierung an verschiedenen Orten gespielt werden musste. Eine wichtige räumliche Änderung ist womöglich auch dem neuen Opern-Indendanten zuzuschreiben. Durch Verlegung der Kinderoper an einen anderen Ort erstrahlt seit Herbst 2009 endlich das großartige Foyer im 1. Obergeschoss des Opernhaueses wieder in seinem alten Glanz.  Eine besondere Ehre erhielt die Kölner Oper zusammen mit dem Gürzenich-Orchester im Sept. 2010. Im Rahmen der Weltausstellung Expo 2010 in Shanghai (China) präsentierte die Kölner Oper als kulturellen Höhepunkt des deutschen Pavillons im Shanghai Grand Theatre das mächtige Wagnerwerk "Der Ring des Nibelungen"  (zweimal als geschlossenen Zyklus mit den 4 Teilen "Das Rheingold", "Die Walküre", "Siegfried" und "Götterdämmerung" )  in der Inszenierung von Robert Carsen unter musikalischer Leitung von Markus Stenz. Darüberhinaus wurde auf dieser Reise danach noch "Don Giovanni" in einer Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg in Peking aufgeführt.

Derzeit ist ein großes Projekt für die Städtischen Bühnen in der Vorbereitung: die Neugestaltung des Opern-Karrees. Das denkmalgeschützte Opernhaus (mit  1348 Plätzen eines der größeren Opernhäuser Deutschlands) soll - ursprünglich geplant im Zeitraum von September 2010 bis Sept. 2014 - umfassend saniert werden. Der lange Zeit geplante und beschlossene gleichzeitige Neubau für das Schauspielhaus wird nach einem Ratsbeschluss am 13.04.2010 nun doch nicht durchgeführt; das Haus wird ebenfalls saniert. Was  aufgrund dessen aus der ursprünglich geplanten städtebaulichen Umgestaltung des Opern-Quartiers wird, ist derzeit unklar. Dieses neugestaltete Karree sollte eingebunden werden in ein geplantes großes Kölner Kultur-Karree. Aufgrund der neuen Beschlusslage soll die Sanierung beider Häuser nunmehr von 2012 bis 2015 erfolgen. Weitere Infos zu den Städtischen Bühnen Köln sind auf deren Internet-Seite  zu finden.

Hinweise: Während der Sanierungsphase müssen Oper und Schauspiel Ersatzspielorte nutzen. Diese Planungen mussten an die neue Situation angepasst werden. In der Spielzeit 2010/2011 wurden von der Oper Köln bespielt: noch das Opernhaus - allerdings eingeschränkt - sowie die Ersatzspielstätten Palladium, Gerling-Quartier (Casino), Aula der Uni, Trinitatiskirche, Staatenhaus am Rheinpark und Philharmonie (konzertante Aufführungen). Ab 2012 soll die Oper nach einem neuen Ratsbeschluss das sog. blaue Zelt (Musical-Standort am Dom) benutzen. Das Schauspiel bespielt vorerst noch weiterhin das Schauspielhaus und danach die Halle "Expo XXI" am Gladbacher Wall in der nördlichen Kölner Innenstadt sowie ab 2014  zusammen mit der Oper das blaue Zelt.

Anfang 2010 war das Neu- und Umbauprojekt erneut in die Dikussion gekommen, weil eine Bürgerbewegung für den Erhalt und die Sanierung des Schauspielhauses eintrat - nach über 6 Jahren Diskussion und getroffener Entscheidung fiel das denen sehr früh ein! -. Angestoßen hatte diese Diskussion u. a. die Schauspiel-Intendantin Karin Beier mit dem völlig sachfremden Argument, angesichst der damals drohenden Etatkürzungen "sei Inhalt wichtiger als Rahmen", sollte heißen, das im Falle einer Sanierung angeblich einsparbare Geld solle in den Kulturetat geleitet werden. Der Kölner OB hat hierauf völlig zu Recht erklärt, es handele sich bei Investitions-Etat und aktuellem jährlichem Etat (hier Kulturetat) um völlig getrennte Finanztöpfe. Bemerkenswerter Weise waren der Opernintendant, der ja auch von etwaigen Kürzungen des Kulturetats betroffen wäre, und der Bühnen-Direktor vehement für den Neubau, da nur so der nötige Raum (übrigens auch in der Oper) geschaffen werden könne. Sie haben die Etatfrage offenbar anders und richtig beurteilt. Hinzu kommt, dass es sich bei Frau Beier um einen merkwürdigen Meinungswechsel handelte, hatte sie sich doch noch im Sept. 2009 "aufgrund erdrückender pragmatischer Gründe" für die Neubaulösung und gegen die Sanierung des alten Hauses ausgesprochen. Bei einem durch das Bürgerbegehren ausgelösten neuen Ratsbeschluss stimmten SPD und FDP für die Weiterführung der bisherigen Pläne (Sanierung Oper, Neubau Schauspiel), eine merkwürdige Allianz aus Grüne, CDU, Linke und Splittergruppen  stimmte mit Mehrheit gegen den Neubau des Schauspielhauses, obwohl die CDU jahrelang vehement für den Neubau eingetreten war ... mit unkalkulierbaren Folgen für den Zeitablauf der Umgestaltungen und Bestand der Kölner städt. Bühnen. Im August 2010 wurde bekannt, dass nach einer neueren Kostenrechnung die Version Sanierung beider Häuser nur geringfügig kostengünstiger wird als die ursprüngliche Version Sanierung Oper/Neubau Schauspiel. Haben das Bürgerbegehren und deren politischen Unterstützer mit falschen Zahlen operiert?

Kölner Bühnen/OpernhausKölner Bühnen/OpernhausKölner Bühnen/OpenhausKölner Bühnen/Opernhaus
Kölner Opernhaus

2.2 Freie Theater

Köln gilt  gilt Köln als Hochburg der
freien Theater in Deutschland.  In Köln gibt es - und das ist bemerkenswert - neben den Städtischen Bühnen mit deren Nebenspielplätzen über 30 private Spielstätten der Theater-Szene Köln wie z. B. die Kleinkunstbühne Senftöpfchen-Theater (seit 1959, seit 1972 geleitet von Alexandra Kassen), das Theater am Dom, die Junge Kammeroper Köln, das Theater Der Keller, das Theater am Sachsenring und viele andere. Dass ferner Köln als Zentrum der Kleinkunst (mit dem seit 1991 jährlich stattfindenden "Köln Comedy Festival" mit Kleinkünstlern aus aller Welt) gilt, hängt sicher eng mit den meist fröhlichen Rheinländern, aber auch mit den hier angesiedelten großen Rundfunk-Programmanbietern WDR und RTL zusammen. Bei der 21. Ausgabe des internationalen Comedy Festivals (13. - 29.10.11) treten bei ca. 120 Veranstaltungen 240 Künstler auf.

In Köln spielen auch seit  jeher auch Volkstheater und Puppentheater eine wichtige Rolle. Bundesweite Bekanntheit und Beliebtheit haben durch das Fernsehen die - leider verstorbenen - Volksschauspieler Willy Millowitsch und Trude Herr erhalten. Das Millowitsch-Theater (seit 1936 in dem Gebäude in der Innenstadt an der Aachener Str./Nähe Rudolf-Platz gelegen) wird - der Familientradition entsprechend - von Willys Sohn Peter Millowitsch weitergeführt. Das frühere Theater der Trude Herr in der Kölner Südstadt ist nach deren Tod leider schon lange nicht mehr vorhanden. Eine besondere Bedeutung in Köln hat die älteste Puppenbühne Deutschlands - das Hänneschen-Theater -. Dieses sehr beliebten Puppentheater, mitten in der Kölner Altstadt in Nähe Heumarkt gelegen, feierte im Jahre 2002 sein zweihundertjähriges Jubiläum.

Kölner Bühnen/Hänneschen-Theater
Kölner Hänneschen-Theater 
Kölner Bühnen/Hänneschen-Theater
Kölner Hänneschen-Theater
Kölner Denkmäler/Willy Millowitsch
Denkmal Willy Milowitsch
(am Hänneschen-Theater)


+  Quelle: Homepage Höhner     

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© GL Köln

Stand: 10.02.2012


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