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Dom |  |
Rubrik:
Kultur in Köln - Kunst in Köln
Thema:
Kölner
Bauwerke
Detailthema:
Kölner Dom
> Daten zum Kölner Dom - Kunstwerke
-
Geschichte - Weltkulturerbestätte
>
Schrein der
Hl. 3 Könige - Gero-Kreuz - "Altar der
Stadtpatrone" - Clarenaltar -
Ausgrabungen -
Schatzkammer
0. Einleitung und Inhalt
Als Detailthema zur Seite Kölner
Bauwerke und in Ergänzung der
Seiten Mittelalterliches Köln
und Kölner Denkmäler wird hier der Kölner Dom beschrieben.
Der
Kölner Dom (genaue Bezeichnung:
"Hohe
Domkirche
St. Peter und
Maria zu Köln"), "ein
Gebäude der Superlative" (Zitat Dombaumeisterin Prof. Dr.
Schock), ist
kulturelles und sakrales Zentrum der Stadt, historisches Symbol und
architektonischer Mittelpunkt sowie seit
dem
Mittelalter mit den damaligen
Pilgerscharen eine herausragende internationale Touristenattraktion, ein Bauwerk, dass für
Köln und darüberhinaus von großer Bedeutung ist
. Für
die Bewohner der Stadt ist er ein Idendifikationssymbol,
wie es stärker nicht
sein könnte. Die Kölner haben eine emotionale tiefe
Bindung zum "Dom", ihrem berühmten Bauwerk.
Und natürlich ist deswegen der Dom und seine
Umgebung auch stets ein politisches Thema in der Stadt. So ist
2005 der
zuvor in der öffentlichen Diskussion stark
umstrittene Zugang vom Hauptbahnhof zur Domplatte mit einer neuen
großzügigen Treppe
an die
heutigen stadtarchitektonischen Vorstellungen angepaßt worden.
Und so werden manche Zustände am Dom, wie lange Zeit eine
ärgerliche Vermüllung insbes. der Domtreppe, die jetzt deutlich
nachgelassen hat, und das - in 2011 wohl endlich gelöste -
Problem mit dem Skaterunwesen
auf dem
Roncalli-Platz heftig diskutiert. Die emotionale Bindung der
Kölner an den Dom, der das Bomben-Inferno des Weltkriegs zwar stark
beschädigt, aber immerhin überlebt hat, haben im April 2009 mal die
Südkurven-Fans
des 1. FC Köln
sehr schön mit einem Transparent wie folgt
ausgedrückt (Zitat): "Unser
Glaube an unsere Stadt ist so
standhaft wie unser Wahrzeichen in zerbombter Landschaft. Auf ewig
Köln."
Inhalt
1. Daten
zum gotischen Kölner Dom2.
Kunstwerke im Kölner Dom
3.
Besichtigungen
im Kölner Dom4. Geschichte des Kölner Dom
5. Foto-Sammlung
1. Daten
zum gotischen Kölner Dom
- 23.07.1164:
Überführung
der Gebeine der Hl. Drei Könige von Mailand nach Köln durch
Erzbischof Reinald von Dassel
- 1181:
Beginn
des Baus des Dreikönigen-Schreins durch den Goldschmied Nikolaus von
Verdun
- 15.08.1248:
Grundsteinlegung
für den gotischen Dom
- 27.09.1322:
Weihe
des Chores, zugleich ab 1322 mittels westlicher
Abschlussmauer am
Chor religiöse Nutzung (inkl. Überführung des Dreikönigen-Schreins)
- um
1350: Baubeginn
des Südturms, vermutlich zugleich Beginn der Nutzung des
Domkrans auf dem Südturm (bis 1868 ein Wahrzeichen Kölns)
- um
1530: Unterbrechung
des Dombaus
- 1794:
vorläufiges Ende der kirchlichen Nutzung des Doms nach Einmarsch der
Franzosen (1801 wird
Dom Pfarrkirche)
- 1821:
Nach
Eingliederung des Rheinlands zu Preußen Erhebung des Doms
zur Metropolitankirche
- ab
1842 Weiterbau; 04.09.1842 Grundsteinlegung durch den
preußischen
König
Friedrich-Wilhelm IV,
Finanzierung durch Preußen
und mit über 60 % durch den Zentral-Dombau-Verein
der Kölner Bürger
| Schluss-Satz
der denkwürdigen Rede des preußischen Königs Friedrich-Wilhelm IV zur
Grundsteinlegung für den Weiterbau des Doms (Zitat aus einer Urkunde im
Stadtmuseum
(Ausstellung "Der kolossale Geselle"): "...
Meine Herren von Köln! Ihre Stadt ist durch dieses Bauwerk hoch
bevorrechtigt vor allen Städten Deutschlands und sie selbst hat dies
auf das Würdigste erkannt. Heute gebührt ihr dies Selbstlob. Rufen sie
mit Mir und unter diesem Ruf will ich die Hammer- schläge auf den
Grundstein thun, rufen sie mit Mir das tausendjährige Lob der
Stadt: Alaaf Köln." |
- 1868:
Abbau des Domkrans auf dem Südturm
- 15.10.1880:
Einweihung
des fertiggestellten Doms als nationales Ereignis durch
Kaiser Wilhelm I (Der Dom war damals das höchste Bauwerk der Welt!)
- Bauzeit
mithin: 632 Jahre
- 1924:
Fertigstellung der Petersglocke ("Der decke Pitter")
- 15.08.1948:
700-Jahr-Feier
der Grundsteinlegung
- 29.08.1956:
Wiedereröffnung
des gesamten Innenraums nach Behebung der Kriegsschäden
- 1996:
Erhebung
zum Weltkulturerbe der UNESCO
- Gesamtlänge
außen: 144,58 m
- Gesamtbreite
des Querschiffs: 86,25 m
- Breite
des Westfassade: 61,54 m
- Breite
der Querhausfassade: 39,95 m
- Breite
Langhaus innen: 45,19 m
- Höhe
der Türme: Südturm 157,31 m/ Nordturm 157,38 m
- Höhe
des Dachreiters:
109,00 m
- Höhe
der Querhausfassade: 69,95 m
- Innenhöhe
des Mittelschiffs: 43,35 m
- überbaute
Fläche: ca. 7914 qm
- Westfassade: ca. 7100 qm (=
größte Fassade aller christlichen Kirchen der Welt)
- Fensterflächen:
ca. 10000 qm
- Dachflächen:
ca. 12000 qm
- Adresse: Hohe
Domkirche St.
Peter und Maria, Domkloster 4, 50667 Köln
- Eigentümer:
Hohe Domkirche als juristische Person (der Dom gehört sich
sozusagen selber), juristisch vertreten durch das Metropolitankapitel
(mit 16
Domherren, an der Spitze der Domprobst als Sprecher und der Domdechant)
- Ranglistenplatz
des Doms in der Liste der größten
Kirchen der Welt: um Platz 6 oder 7 (unklar, da unterschiedliche
Kriterien angewandt werden), auf jeden Fall aber größte Kirche
Deutschlands
- Ranglistenplatz
des Doms in der Liste der höchsten Kirchtürme der Welt: Platz
3 (Platz 1: Ulmer Münster 161,53 m, Platz 2:
Basilika
Notre Dame de la Paix in Yamoussoukro/Elfenbeinküste 158 m, Platz
3: Kölner Dom 157,38 m)
2.
Kunstwerke im Kölner Dom
Im Kölner Dom sind neben
der
gigantischen Architektur (mit der
Westfassade
als größter Kirchenfassade der Welt und dem Gewölbe als
höchstem aller
gotischen Kathedralen) viele bedeutende Kunstwerke zu besichtigen. Dies
sind u. a.
- das Gerokreuz in der
Kreuzkapelle (um 970), ein hölzernes Monumental-Kruzifix
und die älteste erhaltene Großplastik des
Abendlandes nach der Antike
- das
Altar-Gemälde "Altar der
Stadtpatrone" (im Mittelteil "Die
Anbetung des Kindes durch die Heiligen Drei Könige") von Stefan Lochner
(um 1445) in
der Marienkapelle im südlichen Chor
(Stefan Lochner war zusamen mit Bartholomäus
Bruyn
einer der
zwei wichtigsten Maler
der bedeutenden mittelalterlichen Kölner
Malerschule. Das
Gemälde gilt als Spiegelbild für das
Selbstbewußtsein der Freien Reichsstadt und war ursprünglich
für die 1426 eingeweihte Ratskapelle "St. Maria in Jerusalem"
gemalt und dort gezeigt worden.)
- zahlreiche
Fenster
mit bedeutenden Glasmalereien, u. a. das
Geburt-Christi-Fenster
und weitere 4 Fenster im
nördlichen Langhaus-Seitenschiff (1507 - 1509), die 15 jeweils über 17
m hohen
Obergadenfenster (Königsfenster) mit dem größten
erhaltenen europäischen
Glasmalerzyklus des 14. Jhdt.,
das Ältere Bibelfenster in der
Dreikönigen-Kapelle im Osten des Chors (= ältestes Fenster im
Dom, um 1260), das Jüngere Bibelfenster in der
Stephanus-Kapelle im südlichen Chor (um
1280) und die Bayern-Fenster im
südlichen Langhaus-Seitenschiff (zum Dom-Weiterbau 1842 von
König Ludwig I von Bayern gestiftet)
- zahlreiche Kapellen,
u. a. die Dreikönigen-Kapelle im Osten des Chors (hier stand
früher der Dreikönigenschrein) und die Marien-Kapelle im Süden des
Chors
- ein
Fußbodenmosaik im Chorumgang
- der Binnen-Chor
mit u. a.
- dem
Hochaltar (geweiht 1322), einer der größten mittelalterlichen
Altäre,
- einem
reichgeschnitztes Chorgestühl (um 1308 - 1311), mit 104 Sitzen das
größte und bedeutendste in Deutschland, und
- Wandmalerien
(um 1330/1340)
- der Clarenaltar (um
1360), der älteste erhaltene Sakramentsaltar mit Gemälden der
Kölner Malerschule
- die Marienstatue
"Mailänder Madonna" (um 1280) in der Marienkapelle
- der
Agilolphus-Altar (um 1520) , ein Schnitzaltar aus der
ehemaligen Dom-Nachbarkirche St. Maria ad gradus
- das
Petersportal in
der Westfassade (rechts) (1370- 1380) mit u. a.
Skulpturen von Petrus
und Paulus und das Mittelportal mit u. a. Skulpturen vom röm.
Kaiser Konstantin und von Karl dem Großen links neben dem Portal
- zahlreiche
Figuren musizierender Engel (wie der "Engel mit der Bratsche") im
Binnenchor (um 1280)
- 8
nach Entwürfen von Peter Paul Rubens unter dem Titel "Triumph der
Eucharistie" in 17. Jhdt. Brüssel gefertigte
große Bildteppiche, die von Pfingsten bis um
Fronleichnam im Langhaus gezeigt
werden (4 Teppiche mit typologischen und 4 Teppiche mit allegorischen
Themen),
- die Petersglocke
("Der decke Pitter")
im Südturm, mit 24 Tonnen die zweitgrößte
freischwingende Glocke der Welt
- sei
25.08.07 das neue Südquerhausfenster - ein riesiges
Glasgemälde (mit einer Gesamt-Fläche von 113 qm) aus fast
11300 kleinen Farbquadraten (9,7 * 9,7 cm) mit Antikgläsern in 72
Farben -, das von einem der
bedeutendsten Gegenwartskünstler, dem Kölner Ehrenbürger Gerhard Richter, gestaltet
wurde und dessen künstlerischer Entwurf er dem Dom und
damit der Kulturstadt
Köln gestiftet hat.
(Die technische Herstellung dieses Großwerkes wurde durch
über 1100 Spenden aus der Kölner Bürgerschaft
ermöglicht.)
als
Höhepunkt im Binnen-Chor der 2,20 m lange Schrein mit den
Reliquien der
Heiligen Drei Könige (erstellt bis 1225), das bedeutendste
Werk mittelalterlicher
Goldschmiedekunst und der berühmteste Reliquien-Sarkophag
der Welt
| Am 23.07.1164
erfolgte die Überführung der Reliquien der "Heiligen Drei Könige"
durch den Erzbischof und Reichskanzler Reinald von Dassel
(EB 1159-1167) von Mailand nach Köln (eine Kriegbeute des
Kaisers Friedrich I Barbarossa nach der Einnahme des
Widerstandszentrum Mailand 1158 und ein Geschenk an den Kölner
EB). Mit diesen "Spitzen-Reliquien", zu denen auch insbes. die Reliquien des Hl. Georgs und der Hl. Ursula gehören, wurde Köln Pilgerstadt
und einer der wichtigsten
Wallfahrtsorte Europas und lockte in großer
Anzahl Pilger und Könige aus ganz Europa zu Pilgerfahrten nach
Köln an. Die Gebeine der Hl. Drei Könige wurden nach
einer
-
allerdings
historisch nicht gesicherten - Legende an der Stelle des
romanischen Vorgängers des
heutigen "Drei-Künnije-Pötzje" an St. Maria im Kapitol
nach Köln und in den Kirchenraum
Kölns
eingeführt und dann im alten karolingischen Dom untergebracht. Die
Überführung dieser Reliquien war überdies
der Auslöser des Baus des gotischen Kölner Doms an der Stelle
des karolingischen Vorläuferdoms! |
3.
Besichtigungen
im Kölner Dom
Im Vordergrund einer Besichtigung des Kölner Doms (sinnvollerweise
mindestens mit
einem im Dom
erhältlichen Faltblatt
versehen) stehen natürlich
- die grandiose
Außenfassade
mit ihren vielen kunstvollen Einzelheiten und den Portalen
und
Portalfiguren,
- der riesige hohe
Innenraum mit
Langhaus und Querhaus sowie dem Chorumgang vorbei am Schrein der
Heiligen Drei Könige im Ostteil des Chors,
- die
vielen Kunstwerke in den
einzelnen Domteilen und
den Chorkapellen.
In
einen Dombesuch sollte
unbedingt die Schatzkammer
des
Kölner Doms unter
dem Kirchengebäude - eines der Kölner
Museen - mit einbezogen werden (Eingang außen auf der
Nordseite
der Domplatte gegenüber dem Bahnhof und innen in der Dom-Nordseite), in
der auf 3 Etagen in historischen Räumen mit Resten der Römischen Stadtmauer
eine große Zahl
wertvoller
Kirchenschätze und christliche Kunst vom 4. bis 20.
Jhdt. ausgestellt sind: u.
a. der
Petrusstab, Teile
der Petruskette, fränkische Grabfunde (6. Jhdt.), der barocke Schrein
des Erzbischofs Engelhardt (1633) - früher im Dom
ausgestellt -, viele Reliquiare, die Originalfiguren vom Petersportal
im Südturm (1360), ein gotischer
Bischofsstab (um1322), mittelalterliche Skulpturen
(u. a. der Hl. Katharina vom Hochaltar; um 1310), der
originale
Holzkern des Dreikönigen-Schreins und vieles
mehr.
Sehr
empfehlenswert ist eine Besuch der Ausgrabungen
unter dem Dom
(mit kostenpflichtigen Führungen Montag,
Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag - 15:00 Uhr -; Treffpunkt an der
Kasse der Turmbesteigung)
Ferner ist eine Besteigung
des
Südturms sehr zu empfehlen. Aber
Achtung! Es
sind dabei 533 Stufen zu bewältigen! Dafür gibt es
dann oben
in knapp 100 m Höhe einen wundervollen Blick über die
Stadt am Rhein. Und der
Weg führt vorbei an dem Glockenstuhl mit dem schon erwähnten
Decken Pitter. Im
April 2009 ist an der
Südseite des Doms ein neuer attraktiver Außeneingangsbereich
für die Turmbesteigung eröffnet worden. Damit sind es jetzt
die erwähnten 533 Stufen bis zur Aussichtsplattform (früher waren
es 509).
Ein
besonderer Höhepunkt eines Dombesuchs ist die Besichtigung der
Dächer des Doms, die weniger anstrengend ist als die
Turmbesteigung, da hierfür ein Lastenaufzug an der Nordfassade
benutzt wird, dafür aber nur mittels angemeldeter
Führung (über die Volkshochschule oder das Domforum) möglich
ist. Diese Führungen sind sehr gefragt und daher
üblicherweise früh ausgebucht. Hierbei hat man außen einen
grandiosen Blick von dem kleinen Osttürmchen aus auf Köln und den
Rhein und innen - vor allem abends - einen
atemberaubender
Blick
hoch oben von der Empore in den Innenraum der Kathedrale. Ferner
sehenswert ist bei dieser Führung die gewaltige Dachstuhl-Konstruktion
des 19. Jhdt.. über den Gewölben von Lang- und Querhaus.
4. Geschichte des Kölner Dom
Vom
Untergrund bis unter das Dach sind im Kölner Dom 2000 Jahre
Kulturgeschichte versammelt. Im Untergrund des Doms befinden
sich archäologische Fundstücke aus der römischen, frühmittelalterlichen
und karolingischen Phase (Alter Dom) mit u. a.
- der römischen Stadtmauer
und
von Gebäuden
aus der
Römerzeit,
- der ersten - unter dem heutigen Hauptaltar gelegenen - archäologisch
nachgewiesenen
Bischofskirche (6.
Jhdt.) und
- des 870 fertiggestellten und danach mehrfach erweiterten Alten
(karolingischen) Doms.
Der Alte Dom galt als
Mutter der
Kirchen
im deutschen Reich. Nach dem Ergebnis von
neueren
Forschungen dürften in westlicher Nähe des
frühchristlichen Baptisteriums
(6. Jhdt.; Reste sind an der Ostseite des gotischen Doms erhalten
geblieben)
ein erster antiker christlicher Sakralbau (aus dem 4./5. Jhdt.)
und eine erste Bischofskirche (6. Jhdt.) gestanden
haben.
Vermutliche historische Abfolge von Kirchen auf dem Gelände des
heutigen
Doms (in der Nord-Ost-Ecke des antiken Römischen
Köln):
- Mitte
4. Jhdt.
erster Gebetsraum (der erste Bischof
Maternus ist mit
dem Jahr 313 dokumentiert!)
- 4./5. Jhdt. erster
christlicher Sakralbau
- 6. Jhdt. erste
(Merowinger-) Bischofskirche mit Baptisterium (Taufhaus)
- 870
Fertigstellung
Alter (Karolinger-) Dom (Baubeginn um 800, Weihe 873)
- 1248
Grundsteinlegung gotischer Dom (1322 Weihe des Chors)
- um
1530 bis 1842
Bauunterbrechung
- 1880 Fertigstellung
und Einweihung des heutigen gotischen Doms
Der Bau des neuen
gotischen Doms
ist ausgelöst worden durch die Überführung der Reliquien
der Heiligen drei Könige von Mailand nach Köln im Jahr 1164,
weil damit die
Kathedrale auch Wallfahrtskirche wurde.
Diese
wertvollen Reliquien
waren vom Erzbischof und Reichskanzler Reinald von
Dassel
(EB 1159-1167) nach Köln gebracht worden. Sie waren eine
Kriegbeute
des
Kaisers Friedrich I Barbarossa nach der Einnahme des
Widerstandszentrum Mailand im Jahr 1158 und ein Geschenk an den
Kölner
EB für seine Unterstützung des Kaisers. Die
Gebeine
sollen nach einer -
allerdings
historisch nicht gesicherten - Legende an der Stelle des
romanischen Vorgängers des heutigen "Drei-Künnije-Pötzje"
(Dreikönigen-Pforte)
an St. Maria im
Kapitol
nach Köln und in den Kirchenraum
Kölns
eingeführt und dann in dem alten karolingischen Dom
untergebracht worden
sein.
Der Wunsch,
für diese wertvollen Reliquien
einen
angemessenen
Ruhe- und Wallfahrtsraum zu schaffen, führte zum Bau des gotischen
Doms an der Stelle
des karolingischen Vorläuferdoms.
Mit
den Reliquien der Heiligen drei Königen, einem großen
religiösen Schatz, wurde
das
mittelalterliche "hillije
Köln"
zusammen
mit den zahlreichen übrigen
Reliquien (insbes. des Hl. Georg und der Hl. Ursula) und der einmaligen Sakrallandschaft mit vielen zum Teil herausragenden Kirchen eine bedeutende Pilgerstadt.
Vor allem die Reliquien
der Hl.
Drei Könige gehörten für
unzählige einfache Pilger, aber auch für die
europäischen
gekrönten Häupter und Fürsten zum Pflichtprogramm.
Pilger
in großer Zahl
aus ganz Europas pilgerten fortan in die Stadt.
Das
mittelalterliche Köln mit dem Dom wurde einer
der bedeutendsten Wallfahrtsorte.
Fortan
pilgerten nach ihrer Königskrönung im nahegelegenen
Aachener Dom
auch die "römisch-deutschen
Könige" zu den Reliquien der Hl. drei Könige im
Kölner Dom und hielten sich dabei zuweilen lange in der Domstadt
auf. Der Aachener Dom war mit wenigen Ausnahmen von
936 bis 1531 Krönungskirche
für die römisch-deutschen Könige, die jeweils
später auch zum Kaiser gekrönt wurden, bis ab 1562 die
Königskrönungen nach Frankfurt verlegt
wurden. Mit dem
Niedergang der Reichsstadt in der frühen Neuzeit entfielen auch
die Herrscherbesuche in Köln und im Dom. In der Preußenzeit
ab 1815 waren es die preußischen Herrscher, die den Weiterbau des
Doms bis zu seiner Vollendung 1880 forcierten. Eine Phase mit Besuchen
hoher Staatsgäste im Dom gab es dann wieder in den 1950/1960iger
Jahren, als der damalige Kanzler und ehemalige Kölner
Oberbürgermeister Konrad Adenauer zahlreiche Staatsgäste zum
Dombesuch veranlasste. Die Trauerfeier für Konrad Adenauer fand
1967 ebenfalls im Dom statt.
Heute ist der Kölner Dom mit
weitem Abstand
das am meisten besuchte Architektur-Denkmal und Touristenziel
Deutschlands
(über 6 Mio.
Besucher im Jahr!). Besucher aus aller Welt kommen hierher und machen
die Domplatte vor den Eingängen an der Westseite (Turmseite) und
Nordseite (gegenüber dem Hbf.) täglich zu einem
internationalen Treffpunkt. Über 500000 Besucher besteigen
pro Jahr den Südturm. In der ZDF-Sendung "Unsere Besten - die
Lieblingsorte der Deutschen" im
Sept.
2006 wurde der Kölner Dom auf den Platz 1 (vor dem
Brandenburger
Tor in Berlin) gewählt. In
einer Umfrage des Deutschen Tourismusverbandes nach der
"persönlichen Lieblingssehenswürdigkeit in Deutschland"
von August 2007 entschieden sich 15 % der Befragten für das
Kölner Wahrzeichen (2. Platz: Schloss Neuschwanstein 9,4%,
3. Platz: Dresdener Frauenkirche 6,5 %). Unter Touristen
insges.
ist laut
Rangliste des weltweiten Internet-Reiseauftritts TripAdvisor der
Kölner Dom das zweitbeliebteste religiöse Bauwerk in Europa;
bei dessen Nutzern steht lediglich die Pariser Kathedrale Notre Dame
vor
der Kölner Kathedrale (Platz 3: Akropolis in Athen, Platz 4: Hagia
Sophia in Istanbul und Platz 5: Dom von Florenz).
Seit
einigen Jahren gehört
der Dom übrigens mit den gelegentlichen
Orgelkonzerten, bei denen der Dom zumeist überfüllt ist,
quasi
auch zur Kölner
Musikszene.
Der Kölner
Dom
wurde 1996 in die Liste der Weltkulturerbestätten der UNESCO
aufgenommen. Er ist unter der offiziellen Internetseite der UNESCO
wie
folgt beschrieben:
"Unter
den großen
Kirchen der Welt verkörpert der Kölner Dom (Baubeginn 1248)
den Typus der hochgotischen Kathedrale am reinsten und vollkommensten.
Die Größe der Kölner Kathedrale wird schon durch das
gewaltige Turmpaar bezeichnet, das seit seiner Vollendung im Jahre 1880
Stadt und Umland in unvergleichlichem Maße beherrscht.
Die
Kathedrale war noch bei ihrer Vollendung im 19. Jahrhundert das
größte Gebäude der Welt. Der Entwurf der Westfassade
sprengte alle Konventionen: Als größte Kirchenfassade der
Welt sollte sie über eine Fläche von 7.000 Quadratmetern
verfügen, flankiert von zwei mächtigen Türmen zu je 157
Metern Höhe. Der
Dom verfügt über eine Fülle bedeutender Kunstwerke: die
farbigen Glasmalereien die mit ihrem geheimnisvollen Leuchten die
Kathedrale erfüllen; das Gero Kreuz (um 970 n. Chr.), die
älteste Großplastik des Abendlandes; den
Dreikönigenschrein (1225), ein überragendes Werk der
rhein/maasländischen Goldschmiedekunst; den "Altar der
Stadtpatrone" (um 1445) von Stephan Lochner, ein Meisterwerk der
gotischen Kölner Malerschule." |
5. Foto-Sammlung
Ausführliche
Informationen
zum Kölner Dom gibt's über www.koelnerdom.de
(u. a. mit Infos über die Baugeschichte und die Ausgrabungen) und den
Internet-Auftritt des Zentral-Dombau-Verein
zu Köln von 1842.
Der
Verfasser empfiehlt
als jeweiliges Mitglied die Unterstützung der gemeinnützigen
Vereine
>
Zentral-Dombau-Verein zu
Köln von 1842,
>
Förderverein
Romanische
Kirchen Köln e. V.,
die
sich um diese sehr bedeutenden Kölner Bauwerke und
Kultur-Denkmäler kümmern,
durch
Mitgliedschaft und/oder Spenden.
Nachtrag: Die
Kölner lieben und schätzen im Allgemeinen
ihre Stadt und sind stolz auf die lange historische Tradition mit der
2000-jährigen Geschichte und die kulturelle
Vielfalt mit ihren vielen kulturellen Schätzen sowie auf die
tolerante fröhliche Lebensart in dieser Stadt.
Leider neigen der Kölner und vor allem die hiesige Verwaltung
offenbar gelegentlich dazu,
sich auf den Lorbeeren auszuruhen, manchmal die Dinge laufen zu
lassen und die Geschichte und die Schätze
der Stadt nicht immer angemessen zu pflegen und darzustellen. Beim
Durchwandern der Stadt mit offenen Augen fallen einem so manche Kultur-
und Bausünden sowie Schlampereien auf.
Auf den Plätzen um den
Dom,
dem kulturellen und
sakralen Zentrum
Kölns, gibt es seit
vielen Jahren ein
Ärgernis, das die Stadt offenbar lange nicht in den Griff bekam.
Erst seit Mitte 2011 scheint eine Lösung des Problems zu funktionieren.
Lesen sie dazu in einem Auszug aus einem vorübergehend
eingestellten Internet-Projekt "Veto Colonia", Seite "Skater-Treiben am Dom".
Fotos
zumeist vergrößerbar durch Anklicken.
Fotos und
Skizzen sind vom Autor selbst erstellt worden oder stammen in Einzelfällen aus
nach Kenntnis des Autors nicht urheberrechtlich geschützten
Quellen ("gemeinfrei") oder wurden freigegeben und sind nach bestem Wissen des Autors auch sonst
nicht urheberechtlich geschützt. Sollten dennoch
im
Einzelfall Urheberrechte betroffen
sein, wäre dies unbeabsichtigt; in diesem Fall wird um einen
Hinweis
gebeten. © der
eigenen Fotos beim Autor!
Die
Fotos aus dem Innenraum und vom Dach des Kölner Doms wurden
freundlicherweise am 24.10.2010 vom "Dombau Köln" freigegeben!
© GL
Köln
Stand: 26.01.2012