Kulturstadt Köln -  Kunststadt Köln


Rubrik:
 
Kultur in Köln - Kunst in Köln/Kultur- und Kunststadt Köln

> Kölner Dom - Kölner Museen - Kölner Philharmonie - Literaturstadt - Karneval 

Rubrik (mit 5 Themen-Seiten) der privaten  Web-Präsenz "Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt". Diese Web-Präsenz verfolgt ausschließlich private und keinerlei kommerzielle Interessen!

0. Vorbemerkungen und Inhalt

Die heutige Bedeutung Kölns als Kulturmetropole und insbes. Kunststadt begann schon im 11. Jhdt, als die ersten großen europäischen Handelsstädte des Mittelalters (Mailand, Venedig und Köln) auch als Schaltstellen des kulturellen Austauschs fungierten. 
Zwischen 1000 und 1550 war Köln eine Kunstmetropole von Rang, wie auch eine Ausstellung im Kölner Museum Schnütgen "Glanz und Größe des Mittelalters - Kölner Meisterwerke aus den großen Sammlungen der Welt" (04.11.11. - 26.02.12) zeigt. Vor allem von ca. 1350 bis 1550 hatte Köln eine künstlerisch ungewöhnlich fruchtbare Epoche mit der renommierten mittelalterlichen Kölner Malerschule (Altkölner Malerei), mit der in Köln eine eigene Ausprägung der Kunst geschaffen worden ist und mit der Köln hinsichtlich Qualität und Quantität der Gemälde eine Spitzenstellung eingenommen hatte. Hiermit ist wohl auch der heutige Ruf Kölns als Kulturmetropole begründet worden. Die Maler arbeiteten überwiegend in der Schildergasse, wo auch die Schildermaler ansässig waren, also in der Straße, die aus dem römischen Decumanus Maximus hervorgegangen und heute die Einkaufsmeile Nr. 1 in Deutschland ist. Im ausgehenden 20. Jhdt. war Köln mit seinen herausragenden Museen und der ART Cologne eine Kunststadt von Weltrang und war führend in Deutschland. Anfang des 21. Jahrhundert holten andere Städte auf, gleichzeitig wurde in Köln manches vernachlässigt (vor allem die finanzielle Ausstattung des Kulturetats), dennoch spielt Köln als Kunststadt immer noch in der ersten Liga!
 
Inhalt

1. Wichtigste Merkmale der Kultur- und Kunststadt Köln
2. Einige Persönlichkeiten der Kölner Kunstgeschichte
3. Literaturstadt
4. Kultur als Wirtschaftsfaktor
5. Stadt der Archive
6. Kulturprojekte
A. Anhang



1. Wichtigste Merkmale der Kultur- und Kunststadt Köln

Heute wird die Kultur- und Kunststadt Köln insbesondere durch die  bildenden Kunst  und die Musik und seit einigen Jahren auch durch die Literatur und den Film (ausgelöst durch die vielen Fernsehanstalten und deren Zulieferer im Raum Köln) geprägt und ist eine der Medienmetropolen Deutschlands. Die Stadt wird kulturell insbes. definiert  
dem römischen Köln,

dem mittelalterlichen Köln  mit  insbes. dem großartigen Kölner Dom und dem Ensemble der 12  Romanischen Kirchen  sowie

dem modernen neuzeitlichen Köln,         
Die Gemälde aus den Epochen der Malerei sind insbes. auf das Wallraf-Richartz-Museum (Gemälde vom frühen Mittelalter bis zum 19. Jhdt.) und das Museum Ludwig (Gemälde der Moderne/20. und 21.Jhdt.) verteilt!

Kölner Museen/Wallraf-Richartz-Museum
Wallraf-Richartz-Museum (WRM)
Kölner Museen/Museum Ludwig
Museum Ludwig (ML)
Kölner Museen/Römisch-Germanisches-Museum
Römisch-Germanisches-Museum (RGM)

Im weitesten Sinne zur Kultur kann man auch den Kölner Zoo zählen.  Der Kölner Zoo wurde 1860 gegründet und ist der drittälteste Zoo Deutschlands. Eine der Attraktionen ist seit einigen Jahren der Elefantenpark, mit 2 ha (= 10 % der Zoofläche) das größte Freilaufgehege Europas in Innenstadtlage und nach Fachmeinung der modernste Elefantenpark Europas, in dem die Lebensweise von aktuell 14 (maximal 20) asiatischen Elefanten naturgetreu nachgebildet wird. Die Elefanten verbringen wie in der Natur den größten Teil des Tages in ihrer Herde. In Berührung mit Menschen kommen sie nur bei Pflege- und Fütterungseinsätzen. Zuletzt sind innerhalb von  3 Jahren im Kölner Zoo vier Elefanten-Kinder geboren worden (zwei davon aus Kölner Zucht): Marlar (März 2006), Ming Jung (April 2007), Maha Kumari (Mai 2007) und Khin Yadanar Min (Juli 2009).  Im April 2011 folgte das fünfte Kölner Elefanten-Baby Rajendra. Natürlich kommt es auch bei den anderenen Gattungen ständig zu Tiergeburten, so im 1. Hj. 2009 unter vielen anderen zwei bei den Netzgiraffen. Als drittes Großprojekt  im Zeichen des neuen Erlebnis- und Artenschutzkonzepts ist nach dem Elefantenpark und dem Regenwaldhaus im April 2010 das Hippodrom, eine neue Heimat für insbes. Flußpferde und Nilkrokodile, eröffnet worden. Insges. beherbergt der 20 ha große Kölner Zoo mehr als 10000 Tiere von ca. 750 Tierarten.


2. Einige Persönlichkeiten der Kölner Kunstgeschichte

Die bedeutendsten und bekanntesten Maler der vorgenannten mittelalterlichen Kölner Malerschule waren Stefan Lochner (ca. 1400-1451), der in der Straße "In der Hohle" lebte und arbeitete, die durch das Treppenhaus des Wallraf-Richartz-Museum nachgebildet worden ist, und Bartholomäus Bruyn (1493-1555) sowie als Vorgänger von Stefan Lochner insbes. "Der Meister der Hl. Veronika" und der "Meister von St. Laurenz" und nach Lochner u. a. "Der Meister der Georgslegende" und "Der Meister der Ursulalegende". Die meisten der zahlreichen Meister der Kölner Malerschule, die sich im Mittelalter in der Regel als Handwerker verstanden, sind namentlich nicht bekannt und werden daher heute mit Kunstnamen versehen. In der "neutralen" Sicht  des Frankfurter Städel-Museums hieß es zu einer Ausstellung "Das heilige Köln - Kölner Malerei im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit": "Der Fokus der aktuellen Sammlungspräsentation richtet sich auf das künstlerische Schaffen von etwa fünf Malergenerationen mit bedeutenden Werken der Kölner Hauptmeister Stefan Lochner und Barthel Bruyn d. Ä, die die bildkünstlerische Vielfalt im Heiligen Köln des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit veranschaulichen. Zwischen der Pflicht, kölnische Maltradition zu bewahren, und der Neigung, neue Darstellungsinteressen auszuprägen, stärkten sie die Stadt Köln als Kunstzentrum ersten Ranges und beförderten einzigartig die Entwicklung hin zu einem neuzeitlichen Bildverständnis."

Was nur wenige wissen ist, dass der 1577 in Siegen geborene und 1640 in Antwerpen gestorbene große flämische Barockmaler
Peter Paul Rubens seit 1578 seine Kindheit in Köln verbracht hat, bevor seine Familie nach dem Tod seines Vaters 1587 nach Antwerpen zurückkehrte. Die Familie wohnte in Köln in der damaligen Nobelstrasse Sternengasse im Pfarrsprengel von St. Peter, die auch seine Taufkirche war und in der sein Vater beigesetzt wurde. In Antwerpen begann 1592 mit einer Ausbildung als Kunstmaler seine große Malerkarriere. Er hat im Gedenken an seine Kindheit in Köln seiner Kölner Pfarrkirche St. Peter (ebenso wie seiner Grabeskirche Sint-Jacobs-Kerk in Antwerpen) ein Gemälde geschenkt ("Die Kreuzigung Petri"), das in St. Peter (in Nähe Neumarkt direkt neben der Romanischen Kirche St. Cäcilien/Museum Schnütgen gelegen) zu besichtigen ist.

Zur aktuellen Kölner Kunstszene zählen u. a. drei hier lebende bedeutende Persönlichkeiten der modernen deutschen Kunst, nämlich
Gerhard Richter (dessen Werk insbes. gegenständliche und abstrakte moderne Malerei - wie Kapitalistischer (Neuer) Realismus, Fotorealismus, Abstraktion - umfaßt),  Sigmar Polke  (insbes. Kapitalistischer Realismus; am 10.06.2010 leider verstorben) und die Konzeptkünstlerin Rosemarie Trockel. Gerhard Richter, der von vielen als der bedeutendste Künstler der Gegenwart angesehen wird und der seit 1983 in Köln lebt, wurde im April 2007 zum Kölner Ehrenbürger ernannt. Er wurde damit in die Kölner Ehrenbürgergarde aufgenommen, zu der aus dem Kulturbereich der Schriftsteller und Nobelpreisträger Heinrich Böll, der Volksschauspieler und "kölsche Jong" Willy Millowitsch und die für die Kölner Kunstszene so bedeutenden Kunstsammler und Stifter Peter und Irene Ludwig gehören. Ebenfalls in Köln beheimatet ist u. a. der Aktionskünstler HA Schult, der weltweit mit künstlerischen Aktionen Aufsehen erregt (so mit seinen Trash People - 1000 Figuren aus Abfall; s. unten).  In einer Untersuchung des Kunstkompasses der Zeitschrift Capital in 2006 ergab sich bezüglich der weltweit bedeutendsten lebenden Künstler folgende Rangfolge: 1. Gerhard Richter (Köln),  2. Bruce Naumann (USA),  3. Sigmar Polke (Köln),  4. Rosemarie Trockel (Köln).

Die Jahre 2007/2008 standen im Zeichen von 2 Großprojekten der Glasmalerei und in Köln und deren Künstler.
2007 führte der vorgenannte Künstler Gerhard Richter einen ganz besonderen Auftrag aus: er gestaltete für seine Heimatstadt und den Kölner Dom das neue riesige Südquerhausfenster (Einweihung 25.08.07), das aus fast 11300 kleinen Farbquadraten besteht. 2007/2008 wurden im südlichen Querhaus von St. Andreas (Machabäer-Chor), eine der Romanischen Kirchen Kölns, weitere 6 von den insges. 7 Fenstern des prominenten Malers, Grafikers und Bildhauers Markus Lüpertz fertiggestellt, die den Leidensweg Christi und der alttestamentlichen Machabäer darstellen.


3. Literaturstadt

Spätestens mit Gründung des Literaturhauses Köln 1996 und dessen Einweihung 1999 (inzwischen diejenige dieser Einrichtungen mit der höchsten Mitgliederzahl  in Deutschland - knapp 800 -) begann Kölns Aufstieg zur Literaturstadt, weil seitdem das alte Medium Buch hier stark an Bedeutung gewonnen hat. In Köln lebten und leben sehr viele - zum Teil preisgekrönte - nationale und internationale Autoren und Buchhändler. Der berühmteste Autor der Stadt ist der verstorbene Literatur-Nobelpreisträger (Nobelpreis verliehen 1972) und Kölner Ehrenbürger Heinrich Böll (1917 in Köln - 1985). Daneben sind insbes. zu nennen:
Auch renommierte Verlage (wie DuMont Literatur und Kunst, Kiepenheuer und Witsch, Bachem, Taschen) sind hier angesiedelt. Köln gehört mit Berlin, München, Stuttgart und Frankfurt zu den 5 deutschen Verlagsorten mit den meisten Buchverlagen.

So ist es sicher kein Zufall, dass es entsprechend dieser Entwicklung seit 2001 ein weiteres großes Kulturereignis
in Köln gibt:  das aus einer privaten Initiative entstandene Internationale Literaturfestival "lit.Cologne", das mittlerweile größte Literatur-Fest Europas, an dem Autoren aus aller Welt teilnehmen. Zigtausend Literaturfreunde/innen besuchen die Orte der  Begegnung mit der Literatur. Hier eine Pressestimme zum Literatur-Festival 2003 (Rheinische Post): „Bereits zum dritten Mal gelang es den Veranstaltern der lit.Cologne den Parnass fünf Tage und fünf Nächte lang an den Rhein zu versetzen und nicht wenig internationale Prominenz der schreibenden Zunft zu einem wahren Lesemarathon in der Domstadt zu versammeln.“  Die 6. Auflage  des Festivals im März 2006 war erstmalig terminlich entzerrt und auf 9 Tage verlängert  worden - mit  130 Veranstaltungen an 37 Spielstätten sowie mit 56000 Besuchern und einer sensationellen  Auslastungsquote von 97% (+ 15000 Besuchern bei der größten "Deutschstunde der Welt" in der Kölnarena) -. Die lit.Cologne 2008 erzielte mit ca. 65000 Besuchern in ca. 150 Veranstaltungen einen neuen Besucherrekord (bei einer Auslastung von rund 95%). Bei der 10. Auflage 2010 wurden laut Presse (KStA) bei ca. 170 Veranstaltungen und 95% Auslastung rund 80000 Literaturbegeisterte gezählt ... wieder ein neuer Rekord! lit.Cologne 11/16.03. - 26.03.11: 85000 Besucher, Auslastung 96%. Erstmals findet vom 12. bis 17.10.2011 parallel zur Frankfurter Buchmesse in Köln  ein "lit.Cologne spezial" zu aktuellen Büchern statt. Zitat Veranstalter: "Sieben Veranstaltungen mit herausragenden nationalen und internationalen Autoren verkürzen die Wartezeit, bis die lit.Cologne im März nächsten Jahres wieder startet." Termin der 12. Lit.Cologne: 14. - 24.03.2012 mit über 170 Veranstaltungen

Zitate des Veranstalters vor der 10. Auflage 2010:
"
Vom 10. bis 20. März 2010 steht Köln wieder ganz im Zeichen der Literatur: An elf Festivaltagen wartet das größte Literaturfest Europas mit insgesamt 175 Veranstaltungen auf. Das Programm der lit.COLOGNE stellt international renommierte Autoren vor, lädt zu großen Themenabenden ein, präsentiert besondere Begegnungen von Autoren mit Journalisten, Schauspielern, Film- und Theaterschaffenden, Philosophen, Musikern, Komikern, Sportlern und Künstlern. Erstklassige internationale und deutschsprachige Autoren wie zum Beispiel Herta Müller, Nick Hornby, Siegfried Lenz, Martin Suter, Martin Walser, Javier Marías, Ulla Hahn, Margaret Atwood, Håkan Nesser, Roger Willemsen, Alissa Walser, Maarten t’Hart, Diana Gabaldon, Ferdinand von Schirach, Frank Schätzing, Henning Mankell und viele mehr werden bei der lit.COLOGNE 2010 lesen, diskutieren, erzählen und damit Literatur erlebbar machen."

"Das internationale Literaturfestival lit.COLOGNE gehört mittlerweile zu den größten Literaturfestivals Europas. Heute strahlt dieser Publikumsmagnet weit über die Stadt Köln hinaus. Die lit.Cologne macht Bücher und ihre Autoren zum Ereignis. Allein im letzten Jahr strömten insgesamt 65.000 Besucher zu über 30 Spielorten in die Rheinmetropole. Über zehn Tage lang kann auch 2010 wieder das Publikum mehr als zweihundert Autoren, Schauspielern und Moderatoren lauschen."



4. Kultur als Wirtschaftsfaktor

Als Standort der Kulturwirtschaft kann Köln weiterhin mit Berlin mithalten. Nach einem Kulturwirtschafftsbericht 2008 steht Köln mit 16500 Unternehmen der Kulturwirtschaft fast gleichauf mit Berlin (16600). 46% der der Künstler NRW leben im Großraum Köln. Wirtschaftlich ergibt sich folgende Rangfolge der Kultursparten Kölns:

- Filmwirtschaft (wohl wegen der vielen Fernsehanbieter und deren Zulieferer im Raum Köln ),
- Literatur (mit ihrer großen Anzahl Autoren in Köln),
- bildende Kunst.


5. Stadt der Archive

In Köln werden in  44 Archiven  kulturhistorische Schätze der Vergangenheit  aufbewahrt. Soviele Archive gibt es in keiner anderen deutschen Stadt.  Keine andere deutsche Stadt hat so früh - nämlich seit 1130 -  und umfangreich ihre Geschichte schriftlich archiviert. 1130 begann man in Köln mit dem Schreinswesen, der mittelalterlichen Form der Archivierung von Liegenschaftsunterlagen (Schreine nannt man die Truhen, in denen die ersten Archivalien aufbewahrt wurden). 1322 begann die systematische Archivierung. Das erste Archiv wurde 1409 im Rathausturm (Rentkammer) untergebracht. Das erste eigenständige städtische Archiv-Gebäude wurde 1897 am Gereonskloster eingeweiht. Seit 1971 war das Historische Archiv der Stadt Köln in einem Gebäude an der Severinsstraße in der Kölner Südstadt untergebracht, bis das Gebäude 2009 einstürzte (s. unten).

Das Historische Archiv der Stadt Köln, das "Geschichtliche Gedächnis der Stadt Köln" und ein unermesslicher Schatz zur Kölner Geschichte und darüber hinaus, ist mit ca. 30 Regal-Km das größte kommunale Archiv Deutschlands und nördlich der Alpen. Es enthält u. a. 65000 Urkunden, 1800 mittelalterliche Handschriften, über 150000 Karten und Pläne, über 800 Nachlässe und Sammlungen sowie 500000 Fotos zu Kölner Ereignissen.  Der Bestand (z. Zt. leider nicht nutzbar) ist gegliedert in die Bereiche
Ein sehr traurige Berühmtheit erhielt das Archivhaus des Historischen Archivs der Stadt Köln am 03.03.09, 13:58 Uhr. Vermutlich im Zusammenhang mit dem U-Bahn-Bau in der Severinsstraße ist das Gebäude eingestürzt. Nach dieser Katastrophe wurden die Bestände in mühsamer Kleinarbeit aus den Trümmern geborgen. Aus Archivkreisen ist zu vernehmen, dass mehr als 90 % der Bestände geborgen werden konnten,  wobei "geborgen" leider nicht  "gerettet" heißt. Rund 60 % der geborgenen Schätze weisen mittlere bis leichte und einige gar keine Schäden auf, so dass diese vermutlich restauriert werden können. Die Restaurierung wird ca. 30 Jahre dauern! Erst danach wird feststehen , wieviel von den Beständen und damit dem Gedächnis der Stadt Köln und ihrer langen Geschichte wirklich gerettet werden konnten. Ein geplanter Neubau soll ab ca. 2015 zur Verfügung stehen. Seit 27.04.2010 sind die Mitarbeiter des Historischen Archiv (mit vielen in einem Digitalen Lesesaal zugänglichen digitalierten Fundstücken) provisorisch am Heumarkt untergebracht.

Weitere große Archive in der Stadt  sind
- das Historische Archiv des Erbistums Köln (Gereonstraße) , das "Gedächnis der Diözese Köln",
- das Dombauarchiv Köln am Roncalliplatz (am Dom), in dem alle Unterlagen über die Entstehung der großen Kathedrale
  gesammelt sind (wie u. a. Akten, Pläne, Zeichnungen),
- das Rheinische Bildarchiv als Teil der Kunst- und Museums-Bibliothek, ein Dokumentations-Zentrum zur Kölner
  Kunstgeschichte,
- das Carl- und Liselott-Diem-Archiv der Sporthochschule Köln mit Archivalien zur deutschen Sportgeschichte.


6. Kulturprojekte

Via Culturalis
I
m Herzen der Kölner Innenstadt liegt eine zentrale Kultur-Zone mit auf engstem Raum vereinten  hochrangigen kulturellen und historischen Bauwerken und Kultureinrichtungen, aber auch mit stillen und belebten Plätzen, die nach einem vor einigen Jahren eingebrachten Plan als Kultur-Meile "Via Culturalis" - einer Zone zwischen dem gotischen Dom im Norden und der Romanischen Kirche Groß St. Martin im Süden der Innenstadt - inszeniert und organisiert werden soll. Eine hervorragende Idee, die aber - wie leider so oft in Köln - derzeit offenbar nicht so richtig weiterverfolgt wird. Insbes. folgende Stationen (zum Teil an anderer Stelle dieses Internet-Auftritts näher beschrieben) liegen in dieser Zone und könnten in die geplante Via-Culturalis-Inszenierung eingebunden werden :
Kultur- und Kunststadt Köln/Dom mit Museum Ludwig und RGM
Dom und Museen-Komplex (RGM/ML)
Kultur- und Kunststadt Köln/Dom mit Museum Ludwig
  Dom und Museum Ludwig
Kulturstadt Köln/Gürzenich
Gürzenich
..
                       
                                                                                                                                                                                         
Für Besucher und Kölner gleichermaßen ideal ist, dass sich unmittelbar parallel zu dieser Kultur-Zone westlich
 befinden ... also für jeden etwas.

Kultur-Karree
Eine Vision im Rahmen des Masterplans für die Innenstadt Köln ist die Inszenierung eines Kultur-Karrees, zu dem gehören würden:
Archäologische Zone      Kulturstadt Köln/Archäologische Zone
Im Herzen der Domstadt, dem Rathaus-Areal,  und damit im Zuge der avisierten Via Culturalis ist ein herausragendes Kultur-Projekt in Vorbereitung: die Archäologische Zone - ein unterirdisches historisches Museum. Hiermit sollen im Zuge der  Regionale 2010 unterirdische und zum Teil begehbare Ausgrabungen aus der römischen, der fränkischen, der frühchristlichen und spätmittelalterlichen Epoche Kölns (inkl. des bereits jetzt zugänglichen Praetorium) und damit die 2000-jährige Geschichte der Stadt erlebbar gemacht werden (Fertigstellung vorauss. 2012/2013). Dieses Projekt  sollte  mit dem Bau eines Hauses und Museums der jüdischen Kultur auf historischem Gelände, nämlich dem alten Judenviertel (mit Integration der bereits jetzt zugänglichen Mikwe und den Ausgrabungen der mittelalterlichen Synagoge) gekoppelt werden. Nachdem dessen Finanzierung gescheitert ist, ist nun eine andere Version eines Geschichts-Museums in der Planung: "Archäologische Zone/Jüdisches Museum", wobei für den Anteil Jüdisches Museum noch die Fianazierung ungesuchert ist.. Die Ausgrabungen auf dem Rathausplatz sind in vollem Gange.

Zitat (Auszug) hierzu aus dem Internetauftritt  der Regionale 2010:
"Die Kölner Innenstadtentwicklung steht im Spannungsfeld von „Bewahrung“ und „Aufbruch“. „Bewahrung“ steht für die Pflege des historischen Erbes vor allem in der linksrheinischen Innenstadt, „Aufbruch“ demgegenüber für die dynamische Stadtentwicklung im Rechtsrheinischen. Hier haben sich in den letzten Jahren alte Industriestandorte zu modernen Arbeits- und Wohnstandorten entwickelt. Das Gesamtprojekt "Stadtentwicklung beiderseits des Rheins Köln" thematisiert und beinhaltet diese Facetten der Kölner Stadtentwicklung. Ausgangspunkt und verbindendes Element beider Stadthälften ist dabei der Rhein.

Linksrheinisch steht das Modul "Archäologische Zone" im Bereich des Rathausplatzes für das historische Erbe von Stadt und Region. Unter Einbindung des unter dem Spanischen Bau gelegenen Praetoriums, dem Palast des Statthalters der Provinz Niedergermanien zur Römerzeit, entsteht im Bereich des Rathausplatzes ein großes unterirdisches archäologisches Museum, das Einblicke in 2000 Jahre Stadtgeschichte anhand von Orginalfunden am Orginalschauplatz bietet. ...."


A. Anhang

1.
Eine besondere - im weitesten Sinne auch kulturelle - Großveranstaltung fand vom 16.-21.08.05 in Köln statt: der XX. katholische Weltjugendtag - ein Mega-Ereignis, wohl die bis dahin größte Veranstaltung in der Bundesrepublik - , an der ab 18.08.05 auch der
2005 neugewählte Papst Benedikt XVI. (von den vielen italienischen Pilger und in Folge auch den Pilger aus aller Welt Benedetto gerufen) teilnahm.

2.
Aktion "Trash People (Cologne People)" des Kölner Aktionskünstlers HA Schult  (21.04.-01.05.06 auf dem Roncalli-Platz vor dem Kölner Dom):

Kunststadt Köln/Trash PeopleKunststadt Köln/Trash PeopleKunststadt Köln/Trash PeopleKunststadt Köln/TrasdPpeopleKunststadt Koeln/Trash People
Die Aktion mit 1000 lebensgroßen Figuren aus Abfall waren vor der Ausstellung in "ihrer Heimat" Köln  vor den Pyramiden von Gizeh (Ägypten), auf der Großen Mauer (China), auf dem Roten Platz in Moskau und auf dem Matterhorn präsentiert worden.


Nachtrag 1: Die Kölner lieben und schätzen ihre Stadt und sind stolz auf die lange historische Tradition mit der über 2000-jährigen Geschichte und die kulturelle Vielfalt mit ihren vielen kulturellen Schätzen sowie auf die tolerante fröhliche Lebensart in dieser Stadt. Leider neigen Kölner und wohl auch die hiesige Verwaltung offenbar gelegentlich dazu, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, manchmal die Dinge laufen zu lassen und die Geschichte und die Schätze der Stadt nicht immer angemessen zu pflegen und zu präsentieren. Vor allem mit den auch marketingmäßig und touristisch so wichtigen Produkten Kultur und Historie sowie mit manchen historischen Denkmälern wird oftmals nicht angemessen umgegangen, obwohl in letzter Zeit  Verbesserungen zu erkennen sind.  Allerdings waren in Köln immer kulturelle Stiftungen von großer Bedeutung; einige der bedeutenden Museen gehen auf Stiftungen zurück. Und manche Vereine kümmern sich um historische Denkmäler, so z. B.  um die Erforschung und den Erhalt der Stadtmauern und Festungsringe der Epochen in der 2000-jährigen Geschichte des befestigten Kölns der neue Verein Fortis Colonia.

Kulturschätze und Geschichte werden oftmals unzureichend präsentiert oder gar versteckt. So ist zwar das - nun auch in Köln - installierte innerstädtische Hinweis-System (u. a. zu Kultur-Stätten der Stadt) sehr gut gelungen und in der Innenstadt flächendeckend ausgebaut (1), an manchen Bauwerken und Denkmälern  (insbes. an den Romanischen Kirchen) gibt es die informativen Drei-Kronen-Tafeln (2), an manchen - wenn auch viel zu wenigen - Stellen wird auf die Geschichte verwiesen wie z. B. am Alter Markt (3). Oftmals aber stehen Denkmäler und Bauwerke einfach unerklärt rum (und beileibe nicht nur das kleine Mauerstück am Gürzenich (4), sondern auch deutlich bedeutendere Exponate) und werden teilweise sehr unzulänglich gepflegt und präsentiert (siehe hierzu Mängelliste Kölner Denkmäler). Fast alle vergleichbaren Städte machen das besser! Und es fehlen inszenierte Wege zu den kulturellen und historischen Höhepunkten der Stadt (wie es sie vielerorts wie z. B. in Mainz oder Worms gibt). In Köln fehlen solche denkbare inszenierte Wege wie z. B. "Das römische Köln", "Das mittelalterliche Köln", "Kölner Museenlandschaft", "2000 Jahre Colonia"  u. ä.. Fordern Sie dies beim OB und bei der Stadtverwaltung ein! Und die schönen Pläne einer " Via Culturalis" und einer "Via Sacra" schlummern seit Jahren irgendwo rum!

                                                                                                         
Kulturstadt Köln
(1)
Kulturstadt Köln
 (2)
Kulturstadt Köln
(3)
Kulturstadt Köln
 (4) 



Nachtrag 2:
Zu den Kulturgütern gehört auch die Sprache. Die Verunstaltung der deutschen Sprache durch oftmals unsinnige und überflüssige Anglizismen ist natürlich und leider auch in Köln weit verbreitet. Lesen sie dazu in der Impressum-Seite einen Hinweis auf den "Verein Deutsche Sprache" und in einer Anhang-Seite einen Auszug aus einem vorübergehend eingestellten Internet-Projekt "Veto Colonia", Seite "Sprachsünden in Köln".


Fotos zumeist vergrößerbar durch Anklicken.
Fotos und Skizzen sind vom Autor selbst erstellt worden oder stammen in Einzelfällen aus nach Kenntnis des Autors nicht urheberrechtlich geschützten Quellen ("gemeinfrei") oder wurden freigegeben und sind nach bestem Wissen des Autors auch sonst nicht urheberechtlich geschützt. Sollten dennoch im Einzelfall Urheberrechte betroffen sein, wäre dies unbeabsichtigt; in diesem Fall wird um einen Hinweis gebeten. © der eigenen Fotos beim Autor!

© GL Köln

Stand: 09.02.2012


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