| Römisches
Köln (CCAA) |  |
Rubrik:
Kölner Geschichte
Thema:
Römisches Köln - Köln zur
Römerzeit (CCAA)
mit Geschichtsdaten
zum Römischen Köln und
mit Anhang "Antike
Geschichte -
Datensammlung zur antiken Geschichte"
>
Stadtgründung -
Colonia (CCAA) - Agrippina - römische
Stadtmauer
und Straßen
0.
Vorbemerkungen und Inhalt
Historisch und
kulturell
umfaßt die Stadtgeschichte Kölns - grob gegliedert - drei
Epochen. Diese
geschichtliche Epochen
Kölns
werden in den nachfolgend genannten drei Themen-Seiten der Rubrik "Kölner
Geschichte" dieses
Internetauftritts näher
beschrieben:
Römisches
Köln
| um
19
v. Chr. - um 455 n. Chr. | ab
50 n. Chr. Status einer Colonia (Stadt römischen Rechts)
ab um 90 n. Chr. römische
Provinzhauptstadt
zeitweise Kaiseresidenz |
| Mittelalterliches
Köln | um
455 - um 1500 | um
460 - 8. Jhdt. Residenzstadt der Franken
bis 1288 Residenzstadt des Kurfürstentum Köln
ab
1288 de facto und ab 1475 de jure Freie Reichsstadt |
Neuzeitliches
Köln - Köln heute |
ab
um 1500 | 1794
- 1814 französische Besatzung
1815 - 1918 Königreich Preußen
aktuell größte Stadt in NRW und viertgrößte in
der BRD |
Inhalt
1.
Gründung
Kölns
und Entwicklung der
römischen Stadt
2.
Stadtmauer, Straßen und
Wasserversorgung, Divitia
3.
Spätrömische Periode und weitere politische
Entwicklung der Stadt
D. Wichtige
Geschichtsdaten zum Römischen Köln und seines Umfeldes
Anhang:
Antike
Geschichte -
Datensammlung zur antiken Geschichte
1.
Gründung
Kölns
und Entwicklung der
römischen Stadt
Das römische Köln ist
vermutlich um
19
v. Chr. (früher
meinten manche 38
v. Chr.) als Siedlung Oppidum
Ubiorum gegründet
worden und wäre damit die älteste Stadt Deutschlands.
Trier, das sich selbst als älteste Stadt bezeichnet, ist als
römische Siedlung mit dem Namen Augusta
Treverorum 16 v. Chr. gegründet worden. Allerdings gab es
um 30 v. Chr. dort ein Militärlager, aus dem sich aber nicht wie
in Köln aus dem Oppidum die spätere Stadt entwickelt hat.
Um 39/38 und 20/19 v.
Chr. war Agrippa
(63 - 12 v. Chr.) Statthalter in Gallien. Agrippa war ein
Feldherr
und Vertrauter des Octavian, dem Begründer
des
Prinzipats und damit der späteren römischen
Kaiserzeit, der von 27 v. Chr. bis 14 n. Chr. unter dem
Ehrentitel
Augustus (= "der Erhabene") das Römische Imperium regierte.
Das Grenze zu dem rechtsrheinischen Germanengebiet, von den Römern
Germania Magna ("großes Germanien") genannt, bildete der
Niederrhein. Unter Leitung Agrippas siedelten die Römer die aus dem rechtsrheinischen Lahngebiet um das heutige Gießen stammenden Ubier auf die linke Rheinseite um. Auf einem
hochwassersicheren
Hügel am linken Rheinufer im Gelände der späteren
römischen Colonia und damit im Zentrum des späteren
linksrheinischen
Köln gründeten sie die
römische Siedlung Oppidum
Ubiorum (= "Zivile Siedlung der Ubier"). Heute nimmt man
überwiegend an, dass die
Gründung der Ubiersiedlung in der zweiten
Statthalterperiode Agrippas - also 19 v. Chr. - erfolgt ist.
Die
verbündeten Ubier sollten die römische Rheingrenze gegen die Germanen
verteidigen. Diese
Siedlung bauten die Römer im Auftrag des Augustus ab ca. 7
v. Chr. zu einem
zentralen Ort aus, der später Provinzhauptstadt wurde. Hierzu
gehörte auch, dass sie hier ab ca. 9 v. Chr. einen Altar
für Roma und Augustus (Ara Ubiorum) errichteten.
Aus
dieser Gründerzeit stammt das Ubier- Monument,
das älteste steinerne
Bauwerk und
Denkmal
der Stadt, das von den Römern um 5 n. Chr. erbaut und
vermutlich zunächst in eine erste Holz-/Erde-Umwallung des Oppidum
und später in die steinerne römische
Stadtmauer integriert worden ist. Nach der von
den
Römern unter dem Heeresführer Varus 9 n. Chr. gegen die
rechtsrheinisch siedelnden Germanen unter dem Cheruskerfürst
Arminius verlorenen
"Varus-Schlacht" (vermutlich bei
Kalkriese, früher auch "Schlacht im Teutoburger Wald"
genannt)
blieb das
Oppidum Ubiorum ein zentraler Verwaltungs- und Kultort für die Römer und wurde Grenzort am
Rhein, war
Sitz
des Heeresführers des
Niedergermanischen Heeres und zeitweise (im frühen
1. Jhdt. n. Chr.)
Garnisonsstandort
mit einem festen Winterlager der I. und XX. (?) Legion (insges. waren im 1. Jhdt. 4 Legionen
und danach 2 Legionen am Niederrhein stationiert; zu einer Legion
gehörten
6000 Soldaten unter Leitung eines Legatus Legionis).
Im Jahr 50 n. Chr.
erhielt das Oppidum
Ubiorum durch den römischen
Kaiser
Claudius den Status einer Stadt
römischen Rechts mit dem Namen
Colonia
Claudia Ara Agrippinensium
(abgekürzt:
CCAA)
(frei übersetzt: "Stadt
römischen Rechtes und Stadt der Agrippinenser,
unter Kaiser Claudius gegründet am Ort des
Altars
für den Kaiserkult"),
die die Römer
später wohl nur kurz "(Colonia)
Agrippina" nannten. Aus der römischen
Bezeichnung Colonia
Claudia Ara Agrippinensium entwickelten
sich nachantik die Abkürzung Colonia - so
nannten die Franken
die Stadt -, im
Mittelalter die Bezeichnungen Coellen und Coeln (am Rhein)
bzw.
lateinisch Colonia
Agrippina
sowie in der jüngeren Neuzeit Cöln
und ab 1919 der heutige
Name Köln (mundartlich: Kölle). Die Verleihung
dieses
höchsten Stadtrechts im römischen Kaiserreich hatte Agrippina,
Urenkelin des
Augustus, Mutter des späteren
Kaisers Nero und
seit 49 Frau des Kaisers
Claudius, die am 06.11.15 n. Chr. in der späteren CCAA
geboren
worden war, veranlaßt. Agrippina die Jüngere
war
eine Tochter des
Heeresführers Germanicus und dessen Frau Vipsania Agrippina
(Agrippina die Ältere). Der Rang einer Colonia der römischen Kaiserzeit wurde an nur an
wenige Städte in den Provinzen erteilt, davon 4 im heutigen
Deutschland (Colonia
Claudia Ara Agrippinensium
(CCAA) (Köln)
und Colonia
Ulpia
Traiana (CUT) (Xanten) in der Provinz Germania Inferior, Augusta Treverorum
(Trier) in der
Provinz Gallia Belgica und Augusta
Vindelicorum (Augsburg) in der Provinz Raetia.
Mit der
Erhebung der Siedlung zu einer
Colonia
begann eine enorme Entwicklung des antiken Köln und dessen
weiterer Aufschwung. Die CCAA stand damit in der Städte-Hierarchie
im Imperium ganz oben, die Bürger waren den Römern
gleichgestellt. Die CCAA war in ihrer Glanzzeit im
2. und 3. Jhdt. n. Chr. eine der bedeutendsten Städte des römischen
Imperiums und
lange dessen größte Stadt nördlich der Alpen (um 300
war dies dann das mittlerweile Treveris genannte heutige Trier). In der Bonner
Ausstellung "Krieg
und Frieden" des Rheinischen Landesmuseums (2007) wurde das wie folgt
beschrieben:
"Köln
wurde zu einer blühenden Stadt und zum Motor der Romanisierung,
die durch die Zuwanderung aus allen Teilen des Imperiums und dem daraus
resultierenden inernationalen Flair noch verstärkt wurde."
Im
ARTE-TV-Film "Die Germanen (3.)"
(2008) hieß es: "Köln ist in der Antike die
größte Stadt nördlich der Alpen. Im 3. Jhdt. steht die
Colonia Agrippina in voller Blüte - ein Abbild Roms im Kleinen.
... Bis zu 40000 Menschen - Einheimische und Römer - leben
friedlich zusammen." Und
bei einem
Besuch der
Ausgrabungen des Forum Romanum
in Rom - dem Zentrums des antiken Roms - bemerkt der Besucher an
Schautafeln mit den Imperiumsgebieten in den Epochen des Römischen
Imperiums, dass "Colonia"
dort als wichtiger Standort in der
Kaiserzeit n. Chr.
aufgeführt ist und in die römische
Geschichte
eingebunden war. CCAA war übrigens die einzige römische
Colonia, die den Namen einer Frau trug!
 Agrippa (Skulptur im Louvre) | 
Agrippa (Figur
am
Rathausturm) | 
Augustus (Princeps 27
v. - 14 n. Chr.) (Denkmal
in Rom)
|  Claudius
(Kaiser
41 - 54)
| Agrippina
die
Ältere (Mutter
der Agrippina die
Jüngere) (Skulptur
im Louvre)
| Agrippina
die Jüngere (Skulptur am
Rathausturm) |
Köln existiert also
seit um 19 v.
Chr. als befestigte Siedlung und ab 50 n. Chr.
(= Bezugsjahr für die 2000-Jahr-Feier Kölns!) mit den offiziellen
Stadtrechten
einer
Colonia. Andere
römische
Städte
feiern ihr Jubiläum in Bezug auf ihre Gründung (wie 1984 das 16
v. Chr. gegründete Trier); bei gleicher - eigentlich richtigen -
Vorgehensweise hätte
Köln schon 1981 dieses Jubiläum
begehen sollen. Die
Einwohnerzahl Kölns in der Blütezeit der
römischen Phase wird auf ca. 20.000 (bis 40000) geschätzt.
Bei
der Ernennung zur Colonia umfaßte das zu dieser Zeit
neuvermessene römische
Köln ca. 97 ha. Später bildeten sich vor den Toren
Vorstädte ("Suburbium") - vor allem im Süden -.
Außerhalb der Stadtmauer wurden nach römischer Tradition
auch die Gräberfelder angelegt, die zum Teil ausgegraben worden
sind (u. a. unter der Romanischen
Kirche St. Severin).
Zusammengefasst kann man
als
Gründer Kölns benennen:
- den
römischen
Statthalter und
Feldherrn Agrippa, der um 19 v. Chr. die Ubiersiedlung Oppidum
Ubiorum gegründet hat,
- den Prinzipaten
Augustus, der
zum Zeitpunkt der
Gründung der Ubiersiedlung das Römische Imperium regierte (27
v. Chr. bis 14 n. Chr.) und die Siedlung
ab ca. 7 v.
Chr. zur späteren Größe und Bedeutung ausbauen
ließ,
- den römischen
Kaiser Claudius
(41 bis 54 n. Chr.), der auf Veranlassung seiner im
Oppidum
Ubiorum geborenen
Frau Agrippina Köln 50 n. Chr. die Stadtrechte einer
Colonia mit dem Namen Colonia
Claudia Ara Agrippinensium verliehen hat.
Etwa 3,5 km südlich der
römischen Stadt wurde
Mitte des 1. Jhdt. n. Chr. (um 17 n. Chr. ?) auf einem
hochwassersicheren Hügel das römische Flottenlager "Alteburg" im
heutigen südlichen Stadtteil
Köln-Marienburg gegründet (Alteburg ist der
Flurnamen des
Geländes an der Straße An der Alteburger Mühle). Es
war das einzige Flottenlager
auf deutschem Boden. Hier war bis in die 2.
Hälfte des 3. Jhdt. die zentrale
Kriegsflotte "Classis Germanica" zur Sicherung der Rheingrenze
stationiert.
Auf
der
der befestigten CCAA
vorgelagerten frühzeitlichen
Rheininsel (oder
Halbinsel) - zwischen
Rhein und einem
Nebenarm des Flusses und damit außerhalb der
Stadtmauer - gab es
vom 1. bis Mitte 2. Jhdt n.
Chr. eine
Palaestra (Sportanlage)
mit
einem Wasserbecken und ab Mitte 2. Jhdt. vier dreischiffige Horrea
(Lagerhäuser) mit
einem großen
Hofraum. Über den Fundamenten
des südöstlichen dieser Lagerhäuser wurde im Mittelalter
die dreischiffige Romanische
Kirche Groß
St. Martin erbaut. Dieser
Rheinarm ist ab
vermutlich Mitte des 2. Jhdt. allmählich verlandet und wurde
aufgeschüttet (im Gelände um den heutigen Alter
Markt/Heumarkt). Ein dort vorhandener
Hafen musste
verlegt werden. Spätestens um
940 ist dieses Gelände zur ersten urbanen Stadterweiterung
des Mittelalterlichen Köln
genutzt
worden. Nach neueren
Ausgrabungsergebnissen dürfte diese
Erweiterung jedoch
schon in
spätrömischer
Zeit
erfolgt oder zumindest begonnen worden sein (in der 2. Hälfte
des
4.
Jhdt. oder sogar
schon zum Zeitpunkt des Baus der röm. Rheinbrücke um
310).
Mit der Gründung
der römischen Provinzen Nieder- und Ober-Germanien unter Kaiser
Domitian (81 - 96 n. Chr.) wurde die CCAA um 90 n. Chr. Hauptstadt der
römischen
Provinz Nieder-Germanien ("Provincia
Germania
Inferior"). (In
den Ausgrabungen des Praetoriums (Statthalter-Palast) als
Außenstelle des Römisch-Germanischen
Museums
wird als Gründungsjahr dieser Provinzen das Jahr 85 n. Chr.
genannt.)
Die
Provinz Nieder-Germanien reichte im Norden bis zur Nordsee und im
Süden bis zum
Vinxtbach beim heutigen Remagen und
umfasste Teile des heutigen nordwestlichen Deutschlands und der
heutigen Niederlande sowie das heutige Belgien.
Die
jetzt nur noch 2 Legionen am Rhein waren im Castra Vetera II
(beim
heutigen Xanten) und im Castra Bonna (Bonn) untergebracht. Geführt
wurde die Provinz von einem Statthalter als Verantwortlichem für
die zivile Verwaltung (Kaiserkult,
Polizeigewalt
und oberste
richterliche Instanz) und zugleich als Oberbefehlshaber der in
der
Provinz stationierten
Legionen in direkter
Vertretung des
Kaisers. In den für das
Imperium äußerst wichtigen Grenzprovinzen Nieder- und
Ober-Germanien waren die Statthalter (Titel:
"Legatus Augusti Pro Praetore") stets ehemalige Konsuln.
Der
Statthalter von Nieder-Germanien residierte im Praetorium,
einem prächtigen Palast an der gleichen Stelle, an der heute das
Kölner
Rathaus steht. Köln wird also seit 2000 Jahren von der gleichen
Stelle aus geführt - ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in
Europa.
 Das
frühe römische
Köln (ältere
Modellskizze; heute geht man bei
der Insel zumeist
von einer
Halbinsel
aus.) | . |  römisches
Köln/südliche Gräberfelder
|  CCAA
nach 310
(mit Brücke zum Castell Divitia)
|  Weiterentwicklung der Stadt im Mittelalter
|
2.
Stadtmauer, Straßen und Wasserversorgung, Divitia
Für die Funktion
römischer Städte war der Ausbau des Straßennetzes und dessen Anbindung
an das Fernstraßennetz
sowie die Wasserversorgung entscheidend. Hierbei erwiesen sich die
Römer als hervorragende Bauherren. Dem Schutz der großen Städte dienten
mächtige Stadtmauern. Städtehierarchie: Colonia = Stadt römischen Rechts (mit
römischen
Bürgerrechten), Civitas =
Verwaltungsbezirk (städtisches Zentrum +
Umland), Oppidum =
stadtartige befestigte zivile Siedung, Castrum = Militär-/Legionslager, Vicus
= zivile Siedlung.
Stadtmauer
Mit
der
Erhebung zur Colonia wurde die CCAA - wie im Imperium üblich
- nach dem Vorbild Roms ausgebaut (zum Zeitpunkt Vespasians, Kaiser 69
- 73, etwa ein Fünftel der Größe Roms). Die
römische Stadt CCAA erhielt als Verteidigungs-Bauwerk eine knapp 4 km
lange und ca. 8 m hohe
Stadtmauer
mit 9 Stadttoren (1 im Norden, 3 im Westen, 2 im
Süden, 3 im
Osten zum Hafen/Rhein), 19 runden Wehrtürmen und 1 großen
quadratischem Turm in der SO-Ecke (Ubiermonument). Sie ist nach
Erkenntnissen aus neueren
Ausgragungen (Zitat Dr. Trier, RGM Köln) um 90 n. Chr. gebaut worden (frühere Schätzungen: um
50
bis 70 n. Chr.). Die römische Stadtmauer umfasste das römische Köln und
damit das Kerngebiet der späteren mittelalterlichen Stadt,
deren Grenze
der Verlauf heutigen
Ringstraße nachbildet. Das
römische Straßennetz und die Trasse der späteren mittelalterlichen
Mauer prägen noch heute die Struktur der Kölner Innenstadt.
Die römische
Mauer
verlief grob
geschildert im
heutigen Kölner Stadtzentrum in folgenden Trassen:
- Ostmauer von SO-Ecke
Mühlenbach/An der Malzmühle
östlich vorbei an St.
Maria im Kapitol, westlich
vom
heutigen Heumarkt und auf
dem Hügel westlich
vom Alter Markt - auf dem Hügel steht heute das Rathaus (Nachfolger des
römischen Praetorium)
-,
- Nordmauer
nördlich vom Dom und entlang des Straßenzugs
Komödienstraße/Burgmauer,
- Westmauer vom NW-Turm, dem
sog. "Römerturm", aus in südlicher Richtung östlich vorbei an
St. Aposteln,
westlich vorbei am Neumarkt,
entlang der Clemensstraße und östlich des Mauritiussteinwegs,
- Südmauer entlang
des
Straßenzugs der sog. "Bäche" bis SO-Ecke Mühlenbach/An der Malzmühle -
dort steht das Ubier-Monument.
-.
Von
dieser römischen Stadtmauer sind als Kultur-Denkmäler im
Stadtbild
erhalten:
- ein
Teil des Nordtors - ein Fußgängertor - (neu aufgestellt
auf der
Domplatte
vor den Westtürmen) (Der Bogen des Haupttors mit der Eingravierung
"CCAA" steht im Römisch-Germanischen-Museum.)
- Teile
des Nordtors und der Mauer (in der Dom-Tiefgarage und
in
der Dom-Schatzkammer)
- Teil
eines Wehrturms der Nordseite der Mauer (Kreuzung
Komödienstraße/Tunisstraße), im Mittelalter
"Lysolphturm" genannt, und ein kleines Mauerstück in der Nähe
(Komödienstraße)
- Teile
der Nordseite,
teilweise mit neueren Ziegeln verblendet (entlang
der Straße
Burgmauer in Nähe Zeughaus/Stadmuseum)
- ein
Wehrturm
an
der Nord/West-Ecke der Mauer (Zeughausstraße/St. Apernstraße), heute
"Römerturm" genannt
- Teil
eines Wehrturms in der Westseite der Mauer (St. Apernstraße),
der sog.
"Helenenturm"
- etwas
versteckt stehende Teile der Westseite der Mauer (östlich
Mauritiussteinweg)
- kleine
Teile
von Wehrtürmen an der
Süd/West-Ecke und der Südseite der
Mauer (an Straße
Am Rothgerberbach)
- eine
längere Nachbildung der Südseite der Mauer (an Straßen
Am Rothgerberbach/Blaubach)
- Teil
der Südseite der Mauer (an
Straße Mühlenbach)
- Teile
der Mauer an der Süd/Ost-Ecke (Mühlenbach/An der
Malzmühle) mit den Ausgrabungen des
Ubier-Monuments
(derzeit
nur bei Führungen zugänglich)
- Teile
von Ostmauer, Hafentor und Kaimauer (Kurt-Hackenberg-Platz), die im
Zuge des
U-Bahn-Baus freigelegt worden (ab
ca. 2012 zugänglich)
(Diese
Denkmäler werden leider teilweise
vernachlässigt
und nicht gepflegt, manches wird den
Kölner Bürgern und den vielen Besuchern der Stadt
nicht angemessen oder gar nicht präsentiert;
siehe hierzu Mängelliste
Kölner Denkmäler
)
Bei der ersten urbanen
Stadterweiterung Kölns,
die nach neueren
Ausgrabungsergebnissen vermutlich schon in
der spätrömischen Phase begann, ist
die
Römermauer wohl im
Norden und Süden bis zum Rhein verlängert worden. Die römische Stadtmauer
erfüllte
bis zur zweiten Stadterweiterung des Mittelalterlichen
Köln
(1106) ihre Verteidigungs-Funktion und verfiel danach allmählich. Im Mittelalter wurden
Mauerteile zum Teil in die Bebauung integriert. So bildete sie z. B.
die östliche Begrenzung des Stifts St. Aposteln am Neumarkt, was durch
eine (heute zugemauerte) Tür, die von der
Maueroberkante in die Stiftskirche führte, zu erkennen ist.
Straßen und
Wasserversorgung
Eine der großen
Stärken
im römischen Imperium waren der Bau eines weitreichenden und
gutorganisierten Straßennetzes. Die Straßen
innerhalb der CCAA bestanden nach dem Vorbild Roms aus einem Gebilde
aus senkrecht zueinander angelegten Straßen mit einer
Nord-/Süd-Hauptstraße ("Cardo Maximus") und
einer Ost-/West-Hauptstraße ("Decumanus Maximus"). Der Verlauf
dieser Straßen ist noch heute mit den Trassen von Hohe
Straße bzw. Schildergasse zu erkennen. Der Cardo Maximus hatte
eine nutzbare Straßenbreite von 22 m (lt. Angabe an Ausgrabung
einer röm. Hafenstraße in Nähe Dom; heutige Hohe Str.
ca. 6 m). An das
römische Fernstraßennetz war die CCAA mit je einer
Straße nach Norden,
Westen, Süd-Westen und Süden
eingebunden. Die
in manchen Skizzen erwähnte Straße nach Nord-Westen hatte
wohl nur regionale Bedeutung als Landstraße.
Die
römische Nord-Süd-Fernstraße
aus Richtung Nijmegen/Nimwegen (Noviomagus) und Xanten (Colonia Ulpia
Traiana)
gelangte durch
das
Nordtor der
römischen Stadtmauer in die CCAA, führte über den
Cardo
Maximus
(heutige Hohe Str./Hohe Pforte), verließ das römische
Köln durch
das
Südtor und die
heutige Bonner Str. (zu römischer Zeit eine
Gräberstraße
außerhalb der Stadtmauer) und führte nach Süden über Koblenz
(Confluentes)
und Mainz (Moguntiacum) (= Hauptstadt Ober-Germaniens/Germania
Superior) und weiter in Richtung Italien. Die Straße nach Westen verlief über den
Decumanus
Maximus (heutige Schildergasse) und verließ die Stadt über
die heutige
Aachener Str. (zu römischer Zeit ebenfalls eine
Gräberstraße) und führte über
Jülich
(röm. Siedlung Juliacum) und das belgische Tongeren (Atuatuca Tungrorum) in Richtung des heutigen
Nordfrankreich und zur Atlantikküste bei Boulogne-sur-Mer.
Eine weitere römische
Straße nach Süd-Westen
verließ die CCAA südwestlich
über die heutige Luxemburger Straße (B 256) und führte
über Zülpich (Tolbiacum), Trier (Augusta
Treverorum, später Treveris), Lyon (Lugdunum) zum
Mittelmeer mit einer
Abzweigung in Zülpich in Richtung
des
römischen Reims (Durocortorum). Innerhalb der
Regionale 2010 soll mit dem Projekt "Erlebnisraum
Römerstraße" die regionale
römische Geschichte des Rheinlandes für die Bürger
greifbar gemacht werden.
Römische
Fernstraßen
von/nach Köln im einzelnen:
- Nordsee - Nijmegen/Nimwegen
(Noviomagus) - Xanten
(Vetera/Colonia Ulpia Traiana) - Neuss (Novaesium) -
Köln (CCAA) // Köln (CCAA), Bonner Straße - Bonn
(Bonna/Bonnensia)
- Koblenz (Confluentes) - Mainz
(Moguntiacum) - Speyer
(Noviomagus) - Straßburg (Argutoratum) - Alpenpass - Mailand
(Mediolanum) - weiter nach Rom (Roma)
- Köln (CCAA), Aachener
Straße - Jülich
(Juliacum) - Maastricht (Trajectum ad
Mosam) - Tongeren (Atuatuca Tungrorum)
- Boulogne-sur-Mer
(Bononia)
an der Atlantikküste (heutiger Name: Via Belgica)
- Köln
(CCAA), Luxemburger Straße - Zülpich (Tolbiacum) - Trier (Augusta
Treverorum/Treveris) - Lyon (Lugdunum) -
weiter zum Mittelmeer (Abschnitt bis Trier =
älteste Römerstraße an
den Rhein ab um 15 v. Chr.; heutiger Name zumeist:
Via Agrippa)
- mit Abzweig
Zülpich (Tolbiacum)
- Reims (Durocortorum)
Mit
Gründung der CCAA mußte das römische
Köln
mit Frischwasser versorgt werden. Es mußte also wie zu anderen
Metropolen
im römischen Imperium eine Wasserleitung
gebaut werden.
Die Quelle der ersten Baustufe der Wassserleitung
lag
im Vorgebirge vor den Toren Kölns ("Vorgebirgskanal"),
die Quelle der zweiten Baustufe ("Eifelkanal") befand sich in der
Eifel bei Nettersheim. Der Eifelkanal war mit 95,4 km Länge einer
der
längsten Frischwasser-Fernleitungen im römischen Imperium zur
Versorgung
von römischen Metropolen mit Wasser und der größte
antike technische Bau nördlich der Alpen ... ein Meisterwerk antiker
Bautechnik; Baubeginn
des Eifelkanals ca.
80 n. Chr..
DivitiaUm
310 ließ Kaiser Konstatin, der sich damals längere Zeit in
der CCAA
aufhielt, die erste befestigte Rheinbrücke bauen. Die Brücke verband die
linksrheinisch gelegene antike Stadt mit dem zur gleichen Zeit (von um
310 bis 315) von den
Römern errichteten rechtsrheinischen
Militär-Kastell Divitia. Diese
steinerne Brücke befand sich nördlich
der heutigen
Deutzer Brücke und war mit etwa 420 m Länge und ca. 10 m
Breite
von
für diese Zeit beträchtlicher Größe. Die heutige Altstadtstraße
Salzgasse zwischen Heumarkt und Rhein liegt
in der Trasse der damaligen Zugangsstraße zu dieser
Brücke. Nach dem Fortzug
der Römer (Anfang 5. Jhdt.) verfiel sie allmählich und wurde
vermutlich im 9. Jhdt. abgerissen. Die nächste befestigte
Brücke folgte erst über fünfzehnhundert
Jahre später mit der 1859 eingeweihten Dombrücke! Heute
hat Köln
insges. 8 Rheinbrücken.
Das Militärlager Divitia
(Castrum
Divitensium) (hiervon ist der
Name der späteren
Stadt Deutz - heute rechtsrheinischer Stadtteil Köln-Deutz -
abgeleitet) mit einer Besatzung von
ca. 1000
Legionären in 8 Kasernen hatte als zentraler
militärischer
Stützpunkt die Aufgabe, das spätrömische Köln und die Provinz vor den
immer
zahlreicher werdenden Angriffen rechtsrheinischer "Barbaren"-Stämme
(später "Germanen" genannt) gegen die linksrheinischen
römischen Gebiete zu schützen und den
Handel zu überwachen.
Das viereckige Kastell war von einer großen Mauer
mit 2 Torburgen im Westen und Osten und 14 Wachtürmen gesichert. Nachdem
die Römer Anfang des 5. Jahrhunderts abgezogen waren, wurde es ab Mitte
des 5. Jhdt. von den Franken
als Königshof genutzt ("Civitas Divitia").
Im 11. Jhdt wurde auf dem Gelände ein Benediktiner-Kloster
errichtet. Reste des Ost-Tors des
römischen Kastells
sind als Denkmal
noch erhalten (neben dem ehemaligen Lufthansa-Gebäude und der zu
den kleinen Romanischen
Kichen
Kölns zählenden Kirche Alt St.
Heribert gelegen - z. Zt. wegen Bauarbeiten
unzugänglich -),
leider - wie auch Fundstellen der lrh. römischen Stadtmauer -
unzulänglich
gepflegt und präsentiert (siehe vorgenannte Mängelliste).
Das
Gelände um das ehemalige Militär-Kastell ist von großer
archäologischer
Bedeutung. Bei den Ausgrabungen im Zusammenhang mit dem Bau des
Rheinboulevards (2010/2011) wurden bisher dort gefunden: weitere Reste
des
spätrömischen Kastells, Fundamente
der mittelalterlichen Pfarrkirche Alt St. Urban (um 7. - 9. Jhdt.) und
Gräber des
Friedhofs dieser Kirche, Fundamente
eines
mittelalterlichen
Wehrturms (evtl. des Grafen von Berg, um 1205), Grundmauern einer
preußischen Kürassier-Kaserne mit einem Turm auf den Grundmauern
eines Eckturms des römischen Kastells (sog. "Schinkenkessel")
sowie Bauten des Kopfbahnhofs der
Bergisch-Märkischen-Eisenbahn (1882) (u. a.
Fundament einer Eisenbahn-Drehscheibe und ein Teil der rheinseitigen
Stützmauer des Bahnhofs),
die 1913 mit dem Bau des heutigen Deutzer Bahnhofs aufgegeben
worden waren ... also Fundstücke aus 1700 Jahren Deutz auf engstem
Raum! Hoffentlich gelingt es, diese
historischen Denkmäler weitmöglichst zu erhalten und erlebbar zu
machen, statt sie zu
vernichten, wie z.
B. seinerzeit zum großen Teil mit der mittelalterlichen Stadtmauer
geschehen. Planungen hierzu sind in
Arbeit. Und hernach müssen diese Funde
anders als viele andere historische
Bodendenkmäler (siehe vorgenannte Mängelliste)
angemessen gepflegt und
präsentiert werden. Der Förderverein "Historischer Park Deutz e.
V." sollte
unterstützt werden.
3.
Spätrömische Periode und weitere politische Entwicklung der Stadt
259/260
bildete der Ursupator Postumes in Köln unter Loslösen vom
römischen Imperium - auch zur Abwehr der Germanen - ein
Sonderreich innerhalb des römischen Reiches, das sog. Imperium
Galliarum (gallisches Sonderreich), das die Provinzen Germania
Inferior
(Nieder-Germanien), Germania Superior
(Ober-Germanien), Gallia, Britannia, Hispania (Spanien) und Raetia umfasste.
Postumus
wurde auch erster Kaiser dieses Reiches (Residenzstadt:
zunächst die CCAA, das heutige Köln). Nach
Ermordung
des Postumus um 269 verlor das Imperium Galliarum die Kontrolle
über
Britannia und Hispania. Seine
Nachfolger verwalteten den Rest dieses Reiches. Die Residenz wurde ca.
271 nach Treveris (heutiges
Trier)
verlagert.
Ca. 274 zerfiel diese Reich und
die Provinzen wurden wieder in das Imperium eingegliedert.
Mit der Reichsreform des
Kaisers Diocletian (284 - 305), der Tetrarchie,
wurde CCAA um 300 Hauptstadt der neu gegründeten Provinz Germania
Secunda. Auch nach dem Überfall durch die Franken 355 mit
Rückeroberung kurz danach gab es
(anders als Ende des 4. Jhdt. in allen anderen vergleichbaren
Römerstädten inkl. Trier als Residenzstadt während der
Tetrarchie und danach) keinen Zerfall, sondern das urbane
Leben ging weiter. Die Stadt
erlebte einen
nahtlosen
Übergang in ein frühmittelalterliches Handelszentrum. Indizien
hierfür sind, dass der Cardo Maximus als wichtigste
Strasse der Stadt nach neueren Ausgrabungsergebnissen noch bis
in's 5. Jhdt. repariert worden ist, dass die kirchliche
Organisation nicht zusammenbrach (siehe Daten der Vorläuferbauten des Kölner Doms)
und dass
nach neueren
Ausgrabungsergebnissen die
erste Stadterweiterung des Mittelalterlichen
Köln schon
in
spätrömischer
Zeit erfolgt oder zumindest begonnen
worden ist (vermutlich
in
der 2.
Hälfte des
4.
Jhdt.).
Im
Zuge der fortschreitenden
Zerfalls des nach der Aufteilung des Imperium (395) bestehenden
Weströmischen Reiches (Auflösung mit Sturz dessen letzten
Kaisers 476) zogen die Römer ab. Köln wurde um 455 von den
Franken besetzt und
Königssitz des fränkischen Teilkönigreiches der
ripuarischen Franken (Rheinfranken). Viele der Romanen (= Nachfolger
der
provinzionalen römischen
Bürger) blieben aber hier wohnen. Die Franken behielten
die
römischen Verwaltungsstrukturen und auch Latein als Amtssprache
bei. Die Stadt erlebte
dadurch als eine der ganz wenigen römischen Städte einen
nahtlosen
Übergang in eine frühmittelalterliche Stadt. Die
heutigen
Kölner sind also - ethnisch gesehen - fränkischen Ursprungs
mit
großen Anteilen römischen Bluts. 507 fiel das
fränkische
Teilreich an das 482 durch Chlodwig I begründete
Frankenreich der Merowinger (Chlodwig
soll in Köln als Herrscher aller Franken ausgerufen worden
sein).
Mindestens seit
dem Beginn des 4. Jhdt. ist
Köln Bischofssitz.
Politische Zugehörigkeiten Kölns in der römischen
und nachrömischen Zeit seiner über 2000-jährigen Geschichte im Überblick
* um 19 v. Chr. bis um 455 n. Chr.: antikes Römisches Imperium (ab 50
n. Chr. in dem Rang einer Colonia).
* um 455 bis 962: fränkische Reiche.
* 962 bis 1794: neues Römisch-deutsches Kaiserreich/ab 15. Jhdt.
Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation (ab Mitte des 10. Jhdt.
innerhalb des Kurfürstentums Köln (Kurköln), ab 1288 de facto und ab
1475 de jure als Freie Reichsstadt).
* 1794 bis 1815 nach der Besetzung durch die Franzosen:
Französisches Reich (offizielle Eingliederung: 1801).
* 1815 bis 1871: Königreich Preußen (bis 1866 im Deutschen
Bund).
* 1871 bis 1918: Königreich Preußen (im Deutschen Kaiserreich).
* ab 1918: deutsche Republiken (seit 1949 Bundesrepublik
Deutschland/Bundesland Nordrhein-Westfalen).
D.
Wichtige
Geschichtsdaten zum Römischen Köln und seines Umfeldes
D1. Gründungsdaten der Mutterstadt Rom
und römischer Schwesterstädte in der Nähe
antike
Stadt
| Daten
| römischer
Name *
|
Rom
| 753 v. Chr. mythische Gründung Roms durch
Romulus ca.
750 - 510 v. Chr. römische Königszeit 510 - 27
v. Chr. römische Republik 27.
v. Chr. - 476
römische Kaiserreich (395 - 476 Weströmisches
Reich), (Oströmisches/Byzantinisches
Kaiserreich 395 - 1453) | Roma
|
| Köln | um 19. v. Chr. Gründung im Gebiet der späteren
Colonia (heutige Kölner Innenstadt) 50 n. Chr. Erhebung der
Oppidum zur Colonia ab um 90 Haupstadt der Provinz
Germania
Inferior (Nieder-Germanien) (ab um 300 Germania Secunda) 259/260
- ca. 271 Hauptstadt
des vom Statthalter Postumus in Köln gegründeten
römisch-gallischen Sonderreiches | Oppidum Ubiorum Colonia
Claudia
Ara Agrippinensium (CCAA)
|
| Trier | um 16 v. Chr.Gründung ca. 271 -
274 Hauptstadt
des vom Statthalter Postumus in Köln gegründeten
römisch-gallischen Sonderreiches 293
- um 390
zeitweise Residenzstadt des westlichen römischen
Teilreiches
| Augusta Treverorum (ab Mitte 1. Jhdt. Colonia
Augusta Treverorum)
ab Ende
3. Jhdt. Treveris |
Tongeren (Belgien) | um 15 v. Chr. Gründung
| Atuatuca Tungrorum in der Civitas Tungrorum
|
Xanten
| um 13 v. Chr Gründung in Nähe des
heutigen Xanten 71 n. Chr. Gründung in Nähe des
heutigen Xanten um 100 Erhebung einer
Siedlung im Gebiet der heutigen Stadt
Xanten in
Nähe der Lager Vetera zur Colonia | Castrum Vetera I Castrum Vetera
II Colonia
Ulpia
Traiana (CUT) |
Mainz
| um 13 v. Chr. Gründung im heutigen
Stadtteil Mainz-Kästrich ab um 90 Hauptstadt der
Provinz Germania Superior (Ober-Germanien) |
Castrum Moguntiacum
|
Bonn
| um 12 v. Chr. Gründung 1.
Jhdt. nach Chr. Gründung von Castra | Vicus Bonna Castra Bonna/Bonnensia (?) |
Speyer
| um 10 v. Chr. Gründung
| Castrum Noviomagus
|
Koblenz
| um 9 v. Chr. Gründung in der heutigen
Altstadt
| Castrum Confluentes
|
* Vicus = kleine
römische zivile
Siedlung; Oppidum = befestigte
römische zivile Siedlung; Atuatuca = römische Siedlung
der Kelten; Castrum /Plural Castra =
römisches Militär-/Legionslager, Civitas = römischer
Verwaltungsbezirk; Colonia = Stadt
römischen Rechts
D2. Daten Römisches Köln
- 58
- 51 v. Chr. Eroberung
Galliens (mit dem
Rhein als Ostgrenze) durch die
römischen Truppen Caesars. 55 überschreiten die Römer
erstmals zu Feldzügen
den Rhein, der aber die Ostgrenze Galliens bleibt.
- 20/19 v. Chr. Zweite
Statthalterschaft Agrippas in Gallien.
- Um 19 v. Chr. Ansiedlung der
Ubier in der
linksrheinischen Kölner Bucht und
Gründung der Oppidum Ubiorum (heutiges Köln) durch den
römischen Statthalter Agrippa während dessen 2.
Statthalterschaft in
der Provinz Gallia (1.
Statthalterschaft 39/38
v. Chr.) (Oppidum = befestigte
römische zivile Siedlung).
- 15 - 13 v. Chr.
Augustus
in Gallien.
- 12 - 9
v. Chr. sowie 4 -
6, 9 und 14 - 16 n. Chr. Germanenkriege der Römer
gegen die rechtsrheinisch (in Germania Magna) siedelnden
Völker.
- 7
v. Chr. Die
Römer
beginnen mit dem verstärkten Ausbau des Oppidum Ubiorum.
- ca.
9
v. Chr. Errichtung eines zentralen
Heiligtums in der Oppidum Ubiorum -
Bezirk mit dem Altar für Roma und Augustus (Ara Ubiorum) -.
- ca.
4 n. Chr. Baubeginn
des Praetoriums in Köln als Amts-
und Wohnsitz
zuerst des Oberbefehlshabers des Heeres in Niedergermanien,
später
des Statthalters der Provinz Nieder-Germanien ("Germania
Inferior") bzw. ab ca. 300 von
Germania
Secunda (der Bau wurde in 4 Baustufen im 1. - 4. Jhdt. errichtet und
erweitert).
- 9
n. Chr. Niederlage
der Römer
unter Varus gegen die Germanen unter
Führung des Cheruskers Arminius
im Germanengebiet rechts des Rheins ("Varus-Schlacht"). Als
Folge
ziehen sich die Römer ab um 16 n. Chr. auf die Rheingrenze als
Grenze Gallias zurück. CCAA ist fortan auf Dauer römische
Grenzstadt.
- 13
n. Chr. Germanicus
wird
Statthalter der Provinz Gallia, zu der das römische Köln (Oppidum
Ubiorum, ab 50 n. Chr. CCAA) gehört,
und
Kommandeur der Heere Nieder- und
Obergermaniens (Oppidum Ubiorum
ist im frühen 1. Jhdt. n. Chr. festes Winterlager
für die I und XX. Legion).
- 15 n. Chr. Geburt
der Agrippina (die Jüngere) in der Oppidum
Ubiorum als Tochter des Heerführers
Germanicus und seiner Frau Agrippina (die Ältere); Agrippina (die
Jüngere) ist Mutter des späteren Kaisers
Nero
und ab 49 n. Chr.
Ehefrau
des Kaisers Claudius. In dieser Rolle veranlasste sie den Kaiser, Ihrer
Geburtsstadt 50 n. Chr. den Rang eine Colonia zu verleihen.
- um
17 n. Chr. (oder
Mitte des 1. Jhdt.) Gründung
des
Flottenlagers "Alteburg" südlich der CCAA (im heutigen
Stadtteil Köln-Marienburg) für die zentrale
Kriegsflotte "Classis Germanica"
zur Sicherung der Rheingrenze.
- 50
n. Chr. Erhebung
der
Oppidum Ubiorum zur röm. Colonia
Claudia
Ara Agrippinensium ("CCAA") durch Kaiser Claudius auf
Veranlassung seiner Frau Agrippina
(Colonia = Stadt römischen Rechts).
- 69
n. Chr. CCAA
Residenzstadt
des Kaisers Vitellius im "4-Kaiser-Jahr"
des röm. Reichs nach dem Tode Neros (Der Statthalter Vitellius war
am 02.06.69 in Köln zum Kaiser ausgerufen worden).
- 69 - 70 n. Chr.
Aufstand
gegen die Römer in Gallien (am Niederrhein) unter Führung der
Batavier.
- um
90 n. Chr. Gründung
der neuen
Provinzen Germania
Inferior (Nieder-Germanien) mit der Hauptstadt CCAA
(Köln) und Germania Superior (Ober-Germanien) mit der Hauptstadt
Moguntiacum (Mainz) in den Gebieten der germanischen Heeresbezirke der
Provinz Gallia im
Zuge der Verwaltungsreform des Kaisers Domitian. (Im Kölner
Praetorium wird als Gründungsjahr das Jahr 85 n. Chr. genannt.)
- um
100 Erhebung
einer
Siedlung im Gebiet der heutigen Stadt
Xanten in
Nähe des vorherigen Castra Vetera I und in Nähe des Castra
Vetera II (ab 71 n. Chr.) zur röm. Colonia
Ulpia
Traiana ("CUT").
- um 120 Beginn des Baus des
obergermanisch-rätischen Limes als
ca. 550 km lange Grenzbefestigung vom Rhein bei Rheinbrohl
(südlich von Köln) bis zur Donau unter Einbeziehung dieses
Germanengebiets in das Imperium (260 Aufgabe
des Limes und Rückzug hinter Rhein und Donau).
- 122 Besuch des Kaisers Hadrian
in Köln.
- 259/260 - ca. 271
CCAA
(Köln) und ca.
271 - 274
Treveris (früher
Augusta
Treverorum - Trier -) Residenzstädte
des vom Statthalter Postumus in Köln gegründeten
römisch-gallischen Sonderreiches
(Postumus wird erster Kaiser
dieses Reiches und um 269 ermordet).
- um
300 im
Zuge der Reformen
des Kaisers Diokletian CCAA Hauptstadt der neu gegründeten Provinz
Germania Secunda.
- 293 - um 390
Treveris
(Trier) im Zuge der Reichsreformen des Diocletian zeitweise kaiserliche
Residenzstadt eines der röm. Teilreiche (während der
Tetrarchie und später
der Präfektur Galliarum). Glanzzeit Triers: Konstantinische Epoche
Anfang des 4. Jhdt.
- um
310 mehrfache
Besuche des Kaisers Konstantin I -
ab 306 Caesar (Junior-Kaiser) im Westteil des während der
römischen Tetrarchie aufgeteilten Imperiums und ab 324 Alleinherrscher
im
gesamten Imperium - in
Köln.
- um 310
Bau einer Rheinbrücke und des rechtsrheinischen
Militär-Kastells Divitia (im heutigen Stadtteil
Köln-Deutz), veranlaßt
von
Kaiser Konstantin .
- um 313 Maternus erster
verbriefter Bischof Kölns (verbriefte Teilnahme an den Synoden 313
in Rom und 314 in Arles). Die
erste christliche Gemeinde in Köln wird für das 2./3. Jhdt.
vermutet.
- 321
Ein Erlass des röm.
Kaisers
Konstantin I mit der Erlaubnis, Juden in den Stadtrat
aufzunehmen, gilt als Beleg für
die Gründung der ältesten jüdischen Gemeinde
nördlich der Alpen im 3./4. Jhdt. in
Köln.
- 355 Erhebung des
Feldherrn Silvanus in Köln
zum römischen Kaiser, der aber wenig später ermordet wird.
- 355
Franken erobern und
zerstören Köln, das aber 356 zurück erobert wird.
- um 397 Severinus Bischof von
Köln.
- nach 400 Abzug der römischen
Truppen aus Germanien, Köln wird
zunehmend eine fränkische Stadt.
- um
455 Das
römische Köln
wird von den ripuarischen Franken
(Rheinfranken) besetzt und
ab ca. 460
deren
Residenzstadt (1. König ab um 460/470: Sigibert von Köln).
Divitia wird
fränkischer
Königshof "Divitia Civitas" (später ab ca. 1230 Stadt Deutz).
Die Funktion Kölns als Residenzstadt endete aller
Wahrscheinlichkeit nach mit der Machtübernahme
der Karolinger-Franken im 8. Jhdt..
Anhang:
Antike
Geschichte -
Datensammlung zur antiken Geschichte
Fotos
zumeist vergrößerbar durch Anklicken.
Fotos und
Skizzen sind vom Autor selbst erstellt worden oder stammen in
Einzelfällen aus
nach Kenntnis des Autors nicht urheberrechtlich geschützten
Quellen ("gemeinfrei") oder wurden freigegeben und sind nach bestem
Wissen des Autors auch sonst
nicht urheberechtlich geschützt. Sollten dennoch
im
Einzelfall Urheberrechte betroffen
sein, wäre dies unbeabsichtigt; in diesem Fall wird um einen
Hinweis
gebeten. © der
eigenen Fotos beim Autor!
©
GL
Köln
Stand: 12.02.2012
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