Historische Persönlichkeiten der Kölner Geschichte

Rubrik:   Kölner Geschichte
Thema: Historische Persönlichkeiten der Kölner Stadtgeschichte *

> Von Agrippa und Agrippina über Albertus Magnus und Stefan Lochner bis Konrad Adenauer und Heinrich Böll
mit vielen anderen Persönlichkeiten der geschichtlichen Epochen Kölns


Themen-Seite der privaten Web-Präsenz  "Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt". Diese Web-Präsenz verfolgt ausschließlich private und keinerlei kommerzielle Interessen!


0. Vorbemerkungen und Inhalt

In Ergänzung der Rubrik
Kölner Geschichte mit den Themenseiten  Römisches Köln,  Mittelalterliches Köln und  Neuzeitliches modernes  Köln  sowie der Themenseite  Kölner Denkmäler werden einige historische Persönlichkeiten der Kölner Stadtgeschichte vorgestellt. 
Aufgeführt sind in dieser Zusammenstellung diejenigen  bedeutenden historischen Persönlichkeiten der Kölner Geschichte (nach  persönlicher Wertung des Autors), die in Köln geboren sind und/oder einen wichtigen Bezug zu Köln aufweisen!

Historisch und kulturell umfaßt die Stadtgeschichte Kölns - grob gegliedert - drei  Epochen.  Diese geschichtliche Epochen Kölns werden in den nachfolgend genannten drei Themen-Seiten der Rubrik "Kölner Geschichte" dieses Internetauftritts näher beschrieben:

Römisches Köln
                                                                          
um 19 v. Chr. - um 455 n. Chr.
ab 50 n. Chr. Status einer Colonia (Stadt römischen Rechts)
ab um 90 n. Chr.  römischen Provinzhauptstadt
zeitweise Kaiseresidenz
Mittelalterliches Köln um 455 - um 1500

um 460 - 8. Jhdt. Residenzstadt der Franken
bis 1288 Residenzstadt des Kurfürstentum Köln
ab 1288 de facto und ab 1475 de jure Freie Reichsstadt
Neuzeitliches Köln - Köln heute ab um 1500
1794 - 1814 französische Besatzung
1815 - 1918 Königreich Preußen
aktuell größte Stadt in NRW und viertgrößte in der BRD

Inhalt

1. Persönlichkeiten des Römischen Köln
2. Persönlichkeiten des Mittelalterlichen Köln
3. Persönlichkeiten des Neuzeitlichen Köln




1. Persönlichkeiten des Römischen Köln (um 19  v. Chr. bis um  455 n. Chr.)
                     
Kölsche Römer:           
 Agrippa

Kölner Persönlichkeiten/Römisches Köln/AgrippaKölner Persönlichkeiten/Römisches Köln/Agrippa
im Louvre
Marcus Vipsanius Agrippa (63 v. Chr. - 12 v. Chr.) war ein römischer Feldherr und Politiker und ein Vertrauter und Mitstreiter des Octavianus (des späteren Augustus - Amtszeit als Prinzipat 27. v. Chr. bis 12 n. Chr. -). Mit der  Übertragung der tribunizischen Gewalt (18 v. Chr. für 5 Jahre) war er zeitweise Mitregent des Augustus. Er leitete  die Flotte, die bei  Aktium 31 v. Chr. den entscheidenden Seesieg über Antonius und Kleopatra errang. Um 39/38 und 20/19 v. Chr. war er Statthalter in Gallien. In dieser Zeit (nach Meinung der meisten Historiker um 19 v. Chr.) siedelten er im späteren linksrheinischen Köln die zuvor rechtsrheinisch siedelnden germanischen Ubier an und gründete die römische Ubiersiedlung Oppidum Ubiorum, aus der das römische Köln wurde, und gilt somit als Gründer Kölns. Der zu dieser Zeit in Rom als Prinzipat regierende Augustus ließ diese Ubiersiedlung zur späteren Provinz-Haupstadt ausbauen.
Germanicus



Germanicus (15 v. Chr. - 19  n. Chr.), Neffe und Adoptivsohn des Tiberius, verheiratet mit Agrippina der Älteren, Vater des späteren Kaisers Caligula und von Agrippina der Jüngeren, die die Übertragung der Stadtrechte an das Oppidum Ubiorum auslöste, war ein römischer Feldherr. Germanicus erhielt 12 n. Chr. den Oberbefehl am Rhein. Er lehnte nach dem Tode des Augustus seine Erhebung zum Kaiser durch das Heer ab und unternahm in den Jahren 14 bis 16 n. Chr. mehrere Feldzüge gegen die Germanen. Er stieß 16 n. Chr. bis zur Weser vor, wurde aber von Kaiser Tiberius abberufen und mit außerordentlicher Befehlsgewalt 17 n. Chr. in die orientalischen Provinzen geschickt. Germanicus wurde - angeblich im Auftrage des Kaisers - vergiftet.
Agrippina d. J.

Kölner Persönlichkeiten/Römisches Köln/Agrippina
 Tetradrachme
Kölner Persönlichkeiten/Römisches Köln/Agrippina
Skulptur am Rathausturm
 

Julia Agrippina (* 06.11.15 n. Chr im Römischen Köln, † 59), zur  Unterscheidung von ihrer Mutter oft Agrippina die Jüngere (lateinisch: Agrippina minor), genannt, war eine Tochter des Heerführers Germanicus und der Vipsania Agrippina (Agrippina die Ältere) und eine Urenkelin des Augustus sowie eine Schwester des späteren Kaisers Caligula. Aus der ersten Ehe der Agrippina d. J. stammte der Sohn Nero, der spätere ein berüchtigte Kaiser wurde. 49 heiratete sie ihren Onkel, den Kaiser Claudius, den sie 54 vergiften ließ, um ihren Sohn Nero an die Macht zu bringen. Dieser ermordete seinerseits 59 seine Mutter. Agrippina war eine der mächstigtsten Frauen im Imperium (Bruder, Ehemann und Sohn waren Kaiser!).

50 n. Chr. veranlaßte Agrippina ihren Ehemann, den Kaiser Claudius, ihre Geburtsstadt Oppidum Ubiorum (gegründet um 19. v. Chr.), das heutige Köln, in den Rang einer römischen "Colonia", dem höchste Stadtrecht im Imperium, zu erheben (
mit dem Namen Colonia Claudia Ara Agrippinensium  - CCAA -). Dies war für die weitere Entwicklung der antiken Siedlung von enormer Bedeutung, denn damit kam Köln in der Städte-Hierarchie ganz nach oben und die Bürger waren fortan den Römern gleichgestellt. Das Jahr 50 ist Bezugsjahr für die "Geburtstagsfeiern" Kölns. Erstaunlich, dass Agrippina angesichts dieser großen Verdienste für die Stadt denkmalmäßig relativ wenig gewürdigt wird. Ob das mit ihrem etwas zweifelhaften Werdegang  zusammenhängt?

Claudius
Kölner Persönlichkeiten/Römisches Köln/Claudius
Claudius, der jüngste Sohn des Drusus und Antonia der Älteren, wurde am 01.08.10 v. Chr. als Tiberius Claudius Nero Germanicus in Lugdunum, dem heutigen Lyon, geboren. Von Geburt an war er leicht körperbehindert. Als sein Neffe, Kaiser Caligula, 41 n. Chr. ermordet worden war, riefen die Prätorianer ihn zum Kaiser aus und verhinderten so, dass der Senat die Republik wiederherstellte. Gegen Ende seiner Regierungszeit wurden ihm Frauen zum Verhängnis. Seine dritte Frau Messalina ließ er 49 wegen Zügellosigkeit und Untreue hinrichten. Kurz danach heiratete er unter Änderung der bestehenden Gesetze seine Nichte Agrippina die Jüngere, was in Rom als Blutschande galt. Agrippina setzte ihren Sohn Nero als Erben durch und vergiftete Claudius schließlich am 13.10.54.

50 n. Chr. erhob Claudius auf Veranlassung seiner Frau Agrippina deren Geburtsort, das Oppidum Ubiorium (das heutige Köln), in den Rang einer römischen "Colonia", dem höchste Stadtrecht im Imperium, der fortan
                                                  Colonia Claudia Ara Agrippinensium  (CCAA)
hieß.
  Vitellius
Kölner Persönlichkeiten/Römisches Köln/Vitellius
Aulus Vitellius (ca. 12  - 69 n. Chr.) war im Jahr 69 einer der vier römischen Kaiser im Vierkaiser-Jahr in den Wirren des Bürgerkrieges nach Neros erzwungenem Selbstmord am 09.06.68. Er soll herrschsüchtig und ein Trinker gewesen, bei seiner Truppe aber hoch angesehen worden sein. Vitellius nutzte die große Unzufriedenheit in der Rheinarmee und ließ sich am 02.01.69 von den germanischen Legionen in Köln zum Kaiser ausrufen, wobei ihm als Symbol für seinen Machtanspruch das Schwert des Julius Caesar, das im Kölner Marstempel (von dem Archäologen leider bisher noch nichts gefunden haben) aufbewahrt worden war, überreicht wurde. Kurze Zeit später marschierte er mit seinen Legionen nach Rom, wo er für kurze Zeit die Macht übernahm. Dort wurde er aber kurz darauf von seinem Nachfolger Vespasian besiegt, später aus dem Amt vertrieben und im  Dezember 69 ermordet.              
Postumus
Kölner Persönlichkeiten/Römisches Köln/Postumus
Skulptur am Rathausturm
Marcus Cassianius Latinius Postumus war von 259/260 bis 268/269 der erste Kaiser des bis ca. 274 existenten gallischen Sonderreiches (Imperium Galliarum), das sich um 260 aus den abgefallenen Westprovinzen des Römischen Reiches gebildet hatte. Postumus richtete die Residenz dieses Sonderreiches (mit einem eigenen Senat, Konsuln und Prätorianergarde) in der CCAA (heutiges Köln) ein. Nach Ermordung des Postumus um 269 verlor das Imperium Galliarum die Kontrolle über Britannia und Hispania (Spanien). Seine Nachfolger verwalteten den Rest dieses Reiches. Die Residenz wurde ca. 271 nach Treveris (heutiges Trier) verlagert.
Heiliger Gereon
Kölner Persönlichkeiten/Römisches Köln/Hl. Gereon
Figur vor St. Gereon,
Künstler:
Iskender Yediler
Gereon war im 3. Jhdt. ein römischer Offizier der Thebäischen Legion. Wegen seines christlichen Glaubens soll er um 304 bei Köln (im heutigen Köln-Ehrenfeld) enthauptet worden sein. Er ist einer der Stadtpatrone von Köln und wird in Ritterrüstung mit Kreuzfahne dargestellt. Seine Gebeine wurden 1121 entdeckt und werden seitdem verehrt. Nach ihm benannt ist die Kirche St. Gereon, eine der 12 großen Romanischen Kirchen Kölns. Vor der Kirche steht ein kleines Denkmal zu Ehren des Hl. Gereon (Künstler: Iskender Yediler).
 


2. Persönlichkeiten des Mittelalterlichen Köln (ab um  455 n. Chr. bis um 1500) 
 
Sigibert von Köln
(Sigibert von Ripuarien)

Im Zuge der fortschreitenden Zerfalls des Weströmischen Reiches zogen die Römer aus der CCAA ab. Köln wurde um 455 von den Franken besetzt und ab ca. 460 Residenzstadt des fränkischen Teilkönigreiches der ripuarischen Franken (Rheinfranken). Ab um 460/470 regierte von Köln aus (vom vormaligen römischen Praetorium, jetzt Aula regia)  Sigibert  das ripuarische fränkische Teilreich. Er kämpfte zusammen mit dem fränkischen König Chlodwig I bei der historisch bedeutenden Schlacht bei Zülpich (um 496) gegen die Alamannen, wurde aber später vermutlich im Auftrag Chlodwigs ermordet. 507 wurde das Teilreich in das vereinigte Frankenreich Chlowigs eingegliedert.
Heilige Plektrudis
Kölner Persönlichkeiten/Hl. Plektrudis
Grabplatte in St. Maria im Kapitol
Die heilige Plektrudis  († nach 717) stammte aus einem austrasischen Adelshaus (Austrasien = östlicher Teil des Frankenreiches). Seit ca. 670 war sie mit dem karolingischen Hausmeier Pippin dem Mittleren verheiratet. Von dem Paar stammen zahlreiche Schenkungen an Kirchen und Klöstern. Plektrudis ist Gründerin eines Vorläufers der heutigen bedeutenden Kölner Romanischen  Kirche St. Maria im Kapitol, in der sie auch begraben wurde.
Heilige Ursula
Kölner Persönlichkeiten/Hl. Ursula
Romanische Kirche
St.Ursula, Köln
Die Heilige Ursula von Köln soll im 4. Jhdt. gelebt haben. Sie - eine britische (oder bretonische) Prinzessin - und Ihre 11 Begleiterinnen sollen in Köln den Märtyrertod durch die Hunnen gestorben sein (ab dem 10. Jhdt. kam die Zahl 11000 Begleiterinnen in Umlauf). Die Existenz der Hl. Ursula ist jedoch historisch nicht belegt, sondern entstammt erst im Mittelalter entstandenen Legenden (ab 12. Jhdt. in verbindlicher Form), so dass sie heute im allgemeinen als Legendenfigur betrachtet wird. Gleichwohl wird sie in Köln so verehrt, dass sie zu den Stadtpatronen Kölns gehört und die Legende symbolisch in's Stadtwappen aufgenommen worden ist (mittels 11 Flammen für die 11 (11000) Begleiterinnen), wobei es sich nach Ansicht mancher Historiker um Hermelin-Schwänze handelt, die auf ihre Herkunft als bretonische Prinzessin hindeuten würden. Belegt sind  Hunneneinfälle in Gallien (jedoch nicht in Köln!) um 450 und Frankeneinfälle in Köln um 355. Belegt ist ferner ein Gräberfeld aus der römisch-fränkischen Zeit mit unzähligen Knochen, die um 1106 im Gebiet der heutigen Kirche St. Ursula gefundenen worden sind. Sie stammen vermutlich von von den Römern z. Zt. der Christenverfolgung Ende des 3. Jhdt. ermordeten frühzeitlichen Christen. Die nach ihr benannte Kirche St. Ursula ist eine der 12 großen Romanischen Kirchen Kölns.
Erzbischof Hildebold
Kölner Persönlichkeiten/Hildebold
Figur am Rathausturm
Hildebold (* um 750, †  818 in Köln) war der erste Erzbischof  von Köln (Bischof ab 787, Erzbischof  795 - 818). 787 hatte Karl der Große seinen Berater Hildebold zum Bischof ernannt und 795 das Bistum Köln zum Erzbistum erhoben. Mit ihm begann die glanzvolle Zeit der Kölner Erzbischöfe. Nicht zuletzt hierdurch wurde das Mittelalterliche Köln zur mittelalterlichen Metropole. Zur Kirchenprovinz des Metropolitan- (Erz-) Bistums Köln gehörte ein riesiges Gebiet mit den sog. Suffragan-Bistümern Lüttich, Utrecht, Münster, Minden, Osnabrück und bis 864 Bremen. Ein Denkmal am Hildeboldplatz in der nördlichen Altstadt erinnert an diese wichtige Persönlichkkeit. Bestattet wurde Hildebold in St. Gereon.
Erzbischof Bruno I  
Bruno (925 - 965) war ein Sohn des ostfränkischen Königs Heinrich I und ein Bruder des späteren Königs und Kaisers  Otto I des Großen. 953 wurde er im Mittelalterlichen Köln zum Erzbischof von Köln und noch im gleichen Jahr von seinem Bruder Otto zum Herzog von Lothringen, ernannt. Bruno I war somit in Köln als erster geistliches Oberhaupt seines Erzbistums und zugleich weltliches Oberhaupt seines Herzogtums. 961 salbte er seinen Neffen Otto II zum römisch-deutschen König. Bruno  verstarb auf einer diplomatischen Mission 965 in Reims. Er wurde seinem Wunsch entsprechend in dem von ihm gegründeten Kloster St. Pantaleon, heute eine der 12 großen Romanischen Kirchen Kölns, beigesetzt.

In die Amtszeit von Bruno (953 - 965) fielen wichtige Veränderungen des Stadtbildes von Köln sowie Kirchen-, Kloster- und Stiftsgründungen.  

Theophanu
  Kölner Persönlichkeiten/Theophanu
Figur am Rathausturm
Theophanu (* ca. 955/960 im oströmischen Reich, † 991)  war eine byzantinische Prinzessin, die vom Kölner Erz- bischof Gero 972 als Braut für  den Kaiser Otto II vermittelt worden war und mit ihm die Rolle einer Mitherrscherin aus- übte. Nach dem Tod Otto II (983) herrschte sie bis zum ihrem Tod  für ihren Sohn, den Kaiser Otto III. Sie war in dieser Zeit eine der einflußreichster Herrscherinnen. Sie wurde auf ihren Wunsch in der Kölner Romanischen Kirche St. Pan- taleon, der Kirche ihres Lieblings-Heiligen, begraben. Theophanu hat zu ihrer Zeit erheblich zur Entwicklung Kölns bei- getragen. Folgerichtig ist sie auch an prominenter Stelle unter der Rathausturm-Figuren plaziert worden.
Äbtissin Ida
Kölner Persönlichkeiten/Ida  
Figur am Rathausturm 

Ida (* um 1027; † 1060 ) war die bedeutendste Äbtissin des ehemaligen Stifts St. Maria im Kapitol, heute eine der 12 Romanischen Kirchen Kölns. Die ottonische Äbtissin Ida, Enkelin des Kaisers Otto II, hat maßgeblich den saalischen Neubau von St. Maria im Kapitol als dreischiffige Basilika mit einem Dreikonchen-Chor (kleeblattförmiger Chor) in Anlehnung an die Geburtskirche in Bethlehem mitbestimmt. Diese Kirche ist eines der bedeutendsten Werke der Kirchenbaukunst der salischen Zeit in Deutschland und des Mittelalters sowie die größte der Romanischen Kirchen Kölns. Sie wurde dort auch begraben.


Hl. Bruno von Köln
Kölner Persönlichkeiten/Heiliger Bruno von Köln
Bruno von Köln (* ca. 1035 in Köln, † 1101) - nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls heilig gesprochenen Erzbischof Bruno I - ist der  Begründer des Kartäuserordens, einem katholischen Halb-Eremiten-Orden. Er war  im lateinischen Abendland bis in die frühe Neuzeit der bekannteste Kölner. Bruno studierte an den Domschulen in Köln und Reims Phi- losophie und Theologie. Bischof  Hugo von Grenoble stellte Bruno um 1084 ein Gelände im Chartreuse-Gebirge in den französischen Alpen  zur Verfügung, wo Bruno mit sechs weiteren Gefährten eine größere Einsiedelei, die Große Kartause, als Keimzelle des Ordens errichtete.
Erzbischof
Rainald von Dassel


Rainald von Dassel (um 1120 - 1167) war von 1159  bis 1167 Erzbischof von Köln und Erzkanzler von Italien.

Nach der Eroberung Mailands brachte er 1164  die Gebeine der Heiligen Drei Könige, eine Kriegsbeute, die ihm Kaiser Friedrich I Barbarossa  aus Dank für die Unterstützung überlassen hatte, nach Köln und in den dortigen sog. Alten (karolingischen) Dom. Damit stieg das Ansehen Kölns als mittelalterliche Pilgerstadt enorm an. Um den riesige  Pilger- scharen den künstlerisch ungemein wertvollen Schrein mit diesem bedeutenden Reliquienschatz angemessen präsen- tieren zu können, wurde 1248 der Grundstein für einen neuen gotischen Kölner Dom gelegt. Diese Reliqiuien werden durch die 3 Kronen im Kölner Stadtwappen symbolisiert.

Wenn man bedenkt, welche Bedeutung die Überführung der Reliquien der Hl. Drei Könige für das Mittelalterliche Köln insbes. als Pilgerstadt hatte und welche Bedeutung der Kölner Dom heute für das Neuzeitliche Köln hat, war diese Maßnahme die beste - heute würde man sagen - Marketing-Maßnahme für Köln aller Zeiten.

Erzbischof
Konrad von Hochstaden

Kölner Persönlichkeiten/von Hochstaden

Figur am Rathausturm
Konrad I. von Hochstaden (um 1205 - 1261) war von 1238 - 1261 Erzbischof  von Köln. Mitte der 1240-iger Jahre galt Konrad von Hochstaden als der mächtigste der deutschen Reichsfürsten. Am 07.05.1259 verlieh er der Stadt das Stapelrecht. Dies hatte große Bedeutung für den Handelsplatz Köln, denn damit hatten Köln und die Kölner Kaufleute bis 1831 das Umschlags- und ein 3-tägiges Erstzugriffsrecht auf alle - insbes. auf dem Transportweg Rhein, aber auch auf dem Landweg - in Köln zwangsweise umzuladenden Waren.

1248 legte er den Grundstein zum Bau des gotischen Kölner Doms, dessen Bau durch die Verlagerung der Reliquien der Heiligen Drei Könige nach Köln ausgelöst worden war. Sein Grab befindet sich im Chorumgang des Doms.
Meister Gerhard
Meister Gerhard († um 1260) war der erste Kölner Dombaumeister des Kölner Doms. Seine genaue Herkunft ist unbekannt (vermutlich Franzose). Er war ein dieser Zeit äußerst bekannter Baumeister. Sein Vorbild für den Kölner Dom war die Kathedrale von Amiens. Nach einer Kölner Sage soll er sich nach einer verlorenen Wette mit dem Teufel von einem Domgerüst gestürzt haben. Historisch belegt ist der tödliche Fall vom Gerüst - ob nun wegen des Teufels oder aus anderen sagenhaften Gründen oder aber schlicht durch einen Unfall sei dahingestellt -.
Albertus Magnus

Kölner Persönlichkeiten/Albertus MagnusKölner Persönlichkeiten/Albertus Magnus
Denkmal vor der Uni Köln
Albertus Magnus  (* um 1200, † 1280 in Köln ) gilt als einer der größten Gelehrten des Mittelalters und Begründer der modernen Wissenschaften. Er war der erste große christliche Aristoteliker (Aristotelismus nennt man das Wissenschaftssystem, das aus dem Gedankengut des griechischen Philosophen Aristoteles entwickelt worden ist) und der bedeutendste deutsche Philosoph und Theologe des Mittelalters sowie ferner Mediziner und Naturforscher ... also ein Universalgelehrter.

1223 trat Albertus in den Dominikaner-Orden ein, absolvierte sein Noviziat in Köln, nahm hier sein Theologie-Studium auf und wurde in Köln zum Priester geweiht. Anschließend studierte Albertus an verschiedenen dominikanischen Klosterschulen und lehrte als Professor der Theologie an der Universität Paris. 1248 kam Albertus erneut nach Köln und leitete hier in dem 1221 gegründeten Dominikaner-Kloster das von ihm 1248 als erste Ordensschule auf deutschem Boden gegründete "Studium Generale" (= Bezeichnung für die großen Schulen des Mittelalters für die philosophischen und theologischen Fächer nach dem Muster der Pariser Universität, ab Ende des 13. Jhdt. mit Lizenzierung des Rechts zur Verleihung von akademischen Graden durch Papst, Kaiser oder König). Aus dieser Schule ist die 1388 gegründete Universität Köln hervorgegangen, eine der ältesten Unis Europas und die erste bürgerliche Universität Deutschlands. 1254 zog Albertus Magnus weiter, kehrte aber dann 1269 endgültig zurück in das Dominikaner-Kloster Hl. Kreuz in Köln. Seine Gebeine ruhen heute in der Krypta der Romanischen Kirche St. Andreas in Köln. Das Kloster und damit das Kölner Studienhaus des Ordens war 1802 von den Franzosen aufgelöst worden. Sein Denkmal steht vor dem Haupteingang der Kölner Universität. Köln verdankt Albertus die Entwicklung zu einem Zentrum universitärer Bildung und wissenschaftlicher Forschung. Der Förderkreis "Albertus-Magnus-Stiftung" will (Zitat) "einen der größten Söhne der Stadt" künftig stärker in das Bewußtsein Kölns rücken.

Sein bedeutendster Schüler in seiner Hochschule in Köln war von 1248 bis 1252 Thomas von Aquin. Der Italiener Thomas von Aquin (um 1225 - 1274) gilt als einer der größten Philosophen und Theologen sowie katholischen Kirchenlehrern der Geschichte. 1244 trat er in den Dominikaner-Orden ein. Neben Thomas von Aquin waren weitere international bekannte Personen Schüler des Kölner Generalstudiums.  

Ein weiterer großer Gelehrter in Köln war der schottische Theologe und Philosoph 
Johannes Duns Scotus (* um 1266, †  1308 in Köln). Er lehrte  in Cambridge, Oxford, Paris und Köln.

 

Matthias und Gerhald  Overstolz
Kölner Persönlichkeiten/Overstolzen
Figur am Rathausturm
Die Overstolzen waren eine wohlhabende einflußreiche und politisch engagierte Patrizierfamile im Mittelalterlichen Köln. Matthias Overstolz war einer der führenden Gegner des weltlichen Machtanspruchs des Kölner Erzbischofs. Er starb 1268 nach der Schlacht der Kölner Bürger an der Ulrepforte gegen die erzbischöflichen Truppen. Sein Sohn Gerhard Overstolz war einer der Anführer bei der berühmten Schlacht bei Worringen 1288, bei der die Kölner Bürger siegreich an der Seite des Herzogs von Brabant und seiner Verbündeten (neben den Kölner Bürgern die Truppen der Grafen von Berg, Mark und Jülich) gegen den Herzog von Luxemburg und seiner Verbündeten (u. a. mit den Truppen des Kölner Erzbischofs/Kurfürsten) kämpften. Der Kölner Fürstbischof verlor nach dieser Niederlage seine weltliche Herrschaft über die Stadt Köln. Gerhard O. starb bei dieser Schlacht ohne Feindeinwirkung
Stefan Lochner
Kölner Persönlichkeiten/Lochner
Figur am Rathausturm

Stefan Lochner (* um 1400, † 1451 in Köln) ist der bekannteste Maler der renommierten Kölner Malerschule in der mittelalterlichen Malerei (Gotik, Früh-Renaissance). Seine Figuren waren zumeist in fließende Gewänder gehüllt. Er lebte und malte  nachweisbar ab 1442 in Köln (vermutlich aber schon früher). Er war Ratsherr und malte im Auftrag des Rats den Altar der Stadtpatrone, jetzt ausgestellt im Kölner Dom. Sein wohl weltweit berühmtestes Gemälde ist Muttergottes in der Rosenlaube (die sog. "kölsche Mona Lisa"), daneben Das Weltgericht - beide neben anderen Gemälden ausgestellt im Kölner Wallraf-Richartz-Museum -. Er wohnte und arbeitete in der mittelalterlichen Straße In der Höhle, die mit dem Treppenhaus des Wallraf-Richartz-Museums nachempfunden worden ist.

Bartholomäus Bruyn

Bartholomäus Bruyn der Ältere  (* 1493, † 1555 in Köln) war ein Maler der frühen Renaissance und gehörte mit Stefan Lochner zu den bekanntesten Malern der renommierten Köln Malerschule. Er war einer der bedeutendsten deutschen Maler des 16. Jahrhunderts. Ab 1512 kann von einer Tätigkeit in Köln ausgegangen werden, erstmals urkundlich festgehalten wurde er als Auftragsmaler in Köln jedoch erstmals 1515. Bereits drei Jahre später wurde Bruyn Teil eines den Stadtrat beratenden Gremiums. Später konzentrierte sich Bruyn insbesondere auf Porträt-Malerei und war ein angesehener Künstler dieser Sparte mit naturgetreuer Charakterisierung der Porträtierten. Zu seinem Spätwerk gehören Altargemälde für Kölner Kirchen mit u. a. dem  Kreuzigungsaltar für St. Andreas. Einige seiner Gemälde sind im Kölner Wallraf-Richartz-Museum ausgestellt. 

 sortiert nach Geburtsjahr

                                                                                                                     
3. Persönlichkeiten des Neuzeitlichen Köln (ab um 1500)
         
Hermann von Weinsberg
Kölner Persönlichkeiten/von Weinsberg
Werkstatt Bruyn
 "... Der Ratsherr im Alter von 22 Jahren"
Hermann von Weinsberg (* 1518 in Köln, †  1597 in Köln) war ein Kölner  Jurist, Weinhändler und Ratsherr. Er ist in Köln vor allem bekannt durch sein "Buch Weinsberg" mit frühen autobiografische Aufzeichnungen, das im Kölner Stadtarchiv eingestellt ist.
Hans von Aachen
Kölner Persönlichkeiten/van Aachen
Selbstbildnis
Hans von Aachen (* 1552 in Köln,  1615 in Prag) war ein Maler der Spät-Renaissance/desManierismus. Sein Name wird vom Geburtsort seines Vaters abgeleitet. Er war ein erfolgreichen Wanderkünstler und Hofmalers. Er lebte und arbeitete in Italien, Bayern und Prag.1592 wurde er amtlicher Maler von Kaiser Rudolph II in Prag.
Peter Paul Rubens
Kölner Persönlichkeiten/Rubens
Selbstbildnis
Der berühmte flämische Barockmaler Peter Paul Rubens (* 1577 in Siegen, † 1640) verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Köln (1578-1587), bevor seine Familie nach dem Tod seines Vaters 1587 nach Antwerpen zurückkehrte. Die Familie wohnte in der damaligen Nobelstrasse Sternengasse im Pfarrsprengel von St. Peter, die  auch seine Taufkirche war und in der sein Vater begraben wurde. In Antwerpen begann 1591 mit einer Ausbildung als Kunstmaler seine große Malerkarriere. Er hat im Gedenken an seine Kindheit in Köln seiner Kölner Pfarrkirche St. Peter (ebenso wie seiner Grabeskirche Sint-Jacobs-Kerk in Antwerpen) ein Gemälde geschenkt ("Die Kreuzigung Petri"), das in dieser Kirche (in Nähe Neumarkt direkt neben der Romanischen Kirche St. Cäcilien/Museum Schnütgen gelegen) zu besichtigen ist.
Nikolaus  Gülich
  Kölner Persönlichkeiten/Nikolaus Gülich

Figur am Rathausturm
Der Kaufmann Nikolaus Gülich (* 1644, 1686) war in den 1680iger Jahren der Anführer eines Aufstands gegen Misswirtschaft und Korruption der Kölner Stadtführung zu dieser Zeit. Die Aufständischen wandten sich gegen Wahlbetrug und Veruntreuungen des Rats und bekamen dafür viel Zustimmung. Dann aber machte man Gülich und den Aufständischen die gleichen Vorwürfe. Mit Hilfe des Kaisers wurde der Aufstand schließlich 1685 zerschlagen;  Nikolaus Gülich wurde 1686 hingerichtet. Zur Abschreckung wurde auf einem Kölner Platz eine sog. Schandsäule mit einem Bronzekopf von ihm errichtet. Auf dem später nach ihm benannten Gülich-Platz (gegenüber dem Farina-Haus am Ort der ersten Parfümfabrik der Welt) steht heute der Karnevals-Brunnen.
  Johann Maria Farina
 
Kölner Persönlichkeiten/Farina
Skulptur am Rathausturm

Johann Maria Farina ( * 1685, † 1766 in Köln) gründete 1709 in Köln die erste Parfümfabrik der Welt und war Erfinder des ältesten heute noch produzierten Eau de Cologne, dem Kölnisch Wasser mit dem Luxus-Markennamen  "Johann Maria Farina gegenüber (dem Jülich-Platz)", nicht zu verwechseln mit der wesentlich jüngeren Kölnisch-Wasser-Marke 4711. Nur die Firma Farina darf ihr Eau de Cologne  "Original Kölnisch Wasser" nennen. 

Das Farina-Haus am Standort der Gründerfabrik steht auch heute noch gegenüber dem markennamengebenden G(J)ülich-Platz und gegenüber dem Wallraf-Richartz-Museum. Es beherbergt u. a. ein Duft-Museum.

Ferdinand Franz Wallraf
Kölner Persönlichkeiten/Franz Wallraf
Johann Anton de Peters
"
Bildnis des Ferdinand Franz Wallraf"

+
Johann Heinrich Richartz

Ferdinand Franz Wallraf (* 1748 in Köln, † 1824 in Köln) war Mathematiker, Botaniker, Theologe und Priester sowie ein bedeutender Kunstsammler. Er war Rektor der Kölner Universität. Seit 1823 ist er Ehrenbürger von Köln - der erste überhaupt. Er sammelte alles was mit der Geschichte Kölns verbunden war; seine Sammlung enthielt römische Ausgrabungsstücke, mittelalterliche Gemälde, religiöse Kunstwerke und historische Waffen und Plastiken. Er vermachte 1818 seine umfangreiche Kunstsammlung seiner Heimatstadt Köln. Diese Schenkung führte 1827 zur Gründung des Wallraf-Richartz-Museum. Dort ist heute der verbliebene Teil der Gemälde-Sammlung ausgestellt. Die Alterrtümer aus der Römerzeit sind in das  Römisch-Germanische Museum ausgelagert worden.

Der Kölner Kaufmann Johann Heinrich Richartz (* 1795, 1861) finanzierte den ersten eigenständigen Bau des 1827 gegründeten Wallraf-Richartz Museums, der am 1. Juli 1861 eröffnetet worden ist. Das WRM ist somit das älteste Kölner Museum und zugleich eines der frühesten bürgerlichen Museen Deutschlands. 
Maria Clementine Martin
Maria Clementine Martin (*1775, 1843 in Köln), eine in Brüssel geborene Nonne, hatte bei ihrer Arbeit in einer Klosterapotheke gute Kenntnisse in der Pflanzenheilkunde erworben und verbesserte alte und entwickelte neue Arzneimittel. 1825 reiste sie nach Köln und kümmerte sich dort um den 86-jährigen Domvikar Gumpertz, in dessen Haus sie lebte, und um die Kranken und die Armen. Hier erfand sie den "Klosterfrau-Melissengeist" und gründete 1826 in Nähe des Kölner Doms das Unternehmen „Maria Clementine Martin Klosterfrau“. Sie ist auf dem bekannten Kölner Melaten-Friedhof bestattet.
Sulpiz Boisserée
Kölner Persönlichkeitenr/Boisserée
Gedenktafel Blaubach 14
Sulpiz  Boisserée (* 1783 in Köln, †  1854), ein Kunstsammler und  Historiker, war maßgeblich beteiligt an der Idee und der Planung zum Weiterbau des Kölner Doms im 19. Jhdt.. Schon seit Anfang des Jhdt. verfolgte er die Idee zum Weiterbau des 1248 begonnenen und 1528 unterbrochenen Baus der gigantischen gotischen Kathedrale. Geholfen hat ihm hierbei ein aufgefundener Teil des Bauplans. Ihm gelang es, namhafte Persönlichkeiten wie insbes. Johann Wolfgang von Goethe für das Projekt zu interessieren, was schließlich dazu führte, dass das preußische Königreich (Köln war 1815 auf dem Wiener Kongreß in das preußische Königreich eingegliedert worden) das Projekt aufgriff und mitfinanzierte. Boisserée gehörte neben einigen anderen Kölner Persönlichkeiten jener Zeit zu den maßgeblichsten Gründern des Kölner Zentral-Dombauvereins (gegründet 1842), mit dessen großer - vor allem materieller - Hilfe das Bauwerk ab 1842 weitergebaut und 1880 vollendet werden konnte.     
Georg Simon Ohm
Kölner Persönlichkeiten/Georg Ohm

Georg Simon Ohm (1789-1854)  war ein deutscher Physiker und von 1817 - 1826 Lehrer der Physik und Mathematik am jesuitischen Dreikönigs-Gymnasium in Köln. Sein Name ist mit dem Ohmschen Gesetz in die Terminologie der Elektrizitätslehre eingegangen. 

Im Jahre 1826 definierte Georg Simon Ohm am dem Kölner Gymnasium das folgende elektrotechnische Gesetz über die Proportionalität zwischen Strom und Spannung in einem elektrischen Leiter, das "Elektrische Grundgesetz": "Legt man einen Widerstand R an eine Spannung U und bildet einen geschlossenen Stromkreis, so fließt durch den Widerstand  R  ein bestimmter Strom I "(Ohmsche Gesetz: U = I * R). Der Widerstands wird in Ohm (Ω) gemessen.


Heinrich von Wittgenstein
Johann Heinrich Franz von Wittgenstein (* 1797 in Köln, † 1869 in Köln) war ein wichtiger Kölner Unternehmer und Politiker. Als Politiker war er mehrfach Kölner Bürgermeister und während der Franzosenzeit Maire (franz. Bürgermeister). 1848 wurde er Regierungs-Präsident. Als Unternehmer war er Aufsichtsrat-Vorsitzender der Cöln- Mindener Eisenbahn Er war ferner erster Präsident des Festkomitees Kölner Karnevals von 1823 e.V. und erster Präsident des Kölner Zentral-Dombauvereins (gegründet 1842), mit dessen großer - vor allem materieller - Hilfe der Kölner Dom ab 1842 weitergebaut und 1880 vollendet werden konnte. 
Robert Blum
Kölner Persönlichkeiten/Robert Blum

Plakette an Groß St. Martin (Ostseite)
Robert Blum (* 1807 in Köln; † 1848) war ein Visionär, Demokrat und Revolutionär  vor und während der deutschen Märzrevolution von 1848. Er war Wortführer der Linken in der Frankfurter Nationalversammlung von 1848 und ein herausragenden Repräsentant der deutschen Demokratiegeschichte.Er nahm während des Oktoberaufstands 1848 auf der Seite der Revolutionäre an der Verteidigung Wiens gegen die kaiserlich-königlichen Truppen teil und wurde danach am 09.11.1848 standrechtlich erschossen. „Erschossen wie Robert Blum“ ist zu einem geflügelten Wort geworden. Eine Erinnerungsplakette hängt im Rheingarten unterhalb von Groß St. Martin.
Adolf Kolping
Kölner Persönlichkeiten/Adolf Kolping

Adolf Kolping (* 1813 in Kerpen bei Köln, † 1865 in Köln) war ein katholischer Priester und Begründer des Kolpingwerkes. Er schloss 1850 die  bestehenden Gesellenvereine zum Rheinischen Gesellenbund zusammen, aus dem das internationale Kolpingwerk hervorgegangen ist, für dessen Verbreitung er sorgte. Zum Zeitpunkt seines Todes  gab es weltweit bereits über 400 Gesellenvereine. Sein Denkmal steht vor der Minoritenkirche Nähe Dom und WDR, in der er auch begraben ist.

Heute gehören zum Kolpingwerk Deutschland mit Sitz in Köln ca. 270.000 Mitglieder in über 2700 Kolpingfamilien (= kleinste Organisationseinheit des Kolpingwerkes). Damit ist es der größte Sozialverband  Deutschlands. Alle Kolpings- familien in einem Bistum bilden gemeinsam einen Diözesanverband. Das Internationale Kolpingwerk mit Sitz in Köln ist weltweit z. Z. in 53 Ländern (mit ca. 5000 Kolpingfamilien und ca. 450000 Mitgliedern) vertreten.

Jacques Offenbach
Kölner Persönlichkeiten/Offenbach
Jacques (Jakob) Offenbach (* 1819 in Köln, † 1880 in Paris) war ein französischer Komponist und Cellist deutsch-jüdischer Abstammung. 1833 zog er zur Ausbildung nach Paris und wurde 1860 französicher Bürger. Er gilt als Begründer der modernen Operette. Zu seine bekanntesten Werke zählen Orpheus in der Unterwelt und Die schöne Helena. Nach ihm ist der Offenbach-Platz in Köln benannt, an dem das Opernhaus und das Schauspielhaus der Bühnen der Stadt Köln liegen. 
Nicolaus August Otto
Kölner Persönlichkeiten/Nikolaus Otto
1862 begann Nicolaus Otto (* 1832, 1891 in Köln) mit der Entwicklung eines Viertakt-Motors, entwickelte diesen Vorläufermotor weiter und baute 1863 in seiner eigenen Werkstatt die erste Gaskraftmaschine. 1864 gründete er mit Eugen Langen die erste Motorenfabrik der Welt, die Gasmotorenfabrik "N. A. Otto und Cie", die 1872 in die Gasmotorenfabrik Deutz AG überging, und ist Namenspate für seinen Motor. Mit der Erfindung und Entwicklung dieses gasbetriebenen Viertaktmotors durch Nicolaus August Otto (Patentierung 1866)  begann ab dem Produktionsstart 1876 von Köln-Deutz aus die Motorisierung der Welt und die Entwicklung Kölns zur Autostadt.

Der Otto-Motor mit seinem Prinzip "Ansaugen, Verdichten, Verbrennen, Ausschieben" hat die Welt revolutioniert wie kaum eine andere technische Erfindung. Erstaunlich ... nach diesem Viertaktprinzip arbeiten auch heute noch weltweit Motoren in ca. 750 Mio. Fahrzeugen.
Max Bruch

Max Christian Friedrich Bruch (* 1838 in Köln, † 1920) war ein Komponist und Dirigent.  Eine Plakette am  Richmodisturm in Nähe des Kölner Neumarkts weist auf seine Geburtsstätte hin. Bekannt ist er vor allem wegen seines 1. Violinkonzerts.
August Bebel
Kölner Persönlichkeiten/August Bebel
Ferdinand August Bebel (* 1840 in Köln-Deutz; † 1913 ) war Führer der Arbeiterbewegung, sozialistischer Politiker und Mitbegründer der SPD. Bebel lebte zunächst in ärmlichen Verhältnissen in Köln-Deutz. Nach seinen Gesellenjahren ließ er sich 1860 in Leipzig nieder. 1866 gründete er zusammen mit Wilhelm Liebknecht die radikaldemokratische Sächsische Volkspartei, 1869 ebenfalls mit Liebknecht die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP). 1875 war Bebel maßgeblich an der Vereinigung mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (Ferdinand Lassalle) zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD, später SPD) beteiligt. Bebel, der ursprünglich sozialistischem Gedankengut kritisch gegenüber stand, wurde unter Liebknechts Einfluss zum Marxisten. Er sorgte dafür, dass sich die Arbeitervereine der Ersten Internationale anschlossen. Wilhelm Liebknecht und August Bebel waren die führenden Köpfe der neuen Partei. August Bebel wurde Vorsitzender.
Alexander Schnütgen
Kölner Persönlichkeiten/Alexander Schnütgen
Leopold von Kalckreuth
"Alexander Schnütgen"
Johann Wilhelm Alexander Schnütgen (* 1843,  † 1918) war ein Theologe und bedeutender Kunstsammler. Er wurde 1866 in Köln zum Priester geweiht und 1867 Domkapitular in Köln. Seit 1910 ist er Ehrenbürger  von Köln.

Sein Interesse an der Kunst erwachte früh mit dem Fund wertvoller Stücke in einer verstaubten Sakristei. Er untersuchte daraufhin zusammen mit Weihbischof Baudri viele Kirchenspeicher und Sakristeien im Erzbistum Köln und rettete dadurch sehr viele Kunststücke vor dem Verfall. 1906 stiftete er seine ca. 6.500 Stücke umfassende Kunstsammlung der Stadt Köln, die seit 1910 als "Sammlung Schnütgen" (seit 2001 "Museum Schnütgen") ausgestellt wird. Heute gehören über 13000 Exponate zur Sammlung des Museums. Mit der Fertigstellung des neuen Kulturzentrums am Neumarkt (Rautenstrauch-Jost-Museum und Erweiterung des Museum Schnütgen) können ab 22.10.2010 mehr Exponate aus der Sammlung als bisher gezeigt werden. 
Wilhelm Joest
und
Adele Rautenstrauch
Wilhelm Joest (* 1852 in Köln,1897) begann als 22-Jähriger mit Forschungsreisen durch die ganz Welt und sammelte dabei eine große Zahl völkerkundlicher Gegenstände. Seine Schwester Adele Rautenstrauch (* 1850, 1903) schenkte diese Sammlung 1899 der Stadt Köln. Hieraus ist das 1901 gegründete Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde (seit 2010 neu "Haus der Kulturen") entstanden. Mit der Fertigstellung des neuen Kulturzentrums am Neumarkt (Rautenstrauch-Jost-Museum und Erweiterung des Museum Schnütgen) können ab 22.10.2010 mehr Exponate aus der Sammlung als bisher gezeigt werden.
Wilhelm Leibl
Kölner Persönlichkeiten/Wilhelm Leibl
Selbstportrait mit 18

Wilhelm Maria Hubertus Leibl (* 1844 in Köln, † 1900) war als Maler ein bedeutender Vertreter des Realismus. Leibl trat 1864 in die Akademie der Bildenden Künste München ein. Das Hauptwerk dieser Frühzeit (Bildnis der Frau Gedon) brachte ihn in freundschaftlichen Kontakt zu Gustave Courbet. In München versammelte Leibl 1870 gleichgesinnte Maler, den Leibl-Kreis, um sich. Im letzten Jahrzehnt näherte er sich dem Impressionismus, doch wahrte er stets die geschlossene Körperlichkeit seiner Gestalten.

Wilhelm Marx
Wilhelm Marx (*1863 in Köln, † 1946), ein Politiker der Zentrums-Partei, war 1923/1924 und 1926 bis 1928  Reichskanzler der ersten deutschen Republik. Mit der für heutige Verhältnisse kurzen Amtszeit von insgesamt 3 Jahre und 1  Monat war er der am längsten amtierende Kanzler der Weimarer Republik. 1925 kandierte er für die Weimarer Koalition (SPD, DDP und Zentrum)  für das Amt des Reichspräsidenten, verlor jedoch knapp gegen Von Hindenburg.
Hans Böckler
Kölner Persönlichkeiten/Hans Böckler
Hans Böckler (* 1875, † 1951 in Köln) war ab 1949 der erste Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und lebte nach dem 2. Weltkrieg in Köln. Seit 1951 ist Hans Böckler Ehrenbürger von Köln.

1894 wurde Böckler Mitglied der SPD
und 1918  Sekretär bei der Zentralarbeitsgemeinschaft. Er wechselte als deren erster Bevollmächtigter zur Ortsverwaltung nach Köln, wo er von 1924 bis 1926 Stadtverordneter der SPD war. 1928 wurde er Mitglied des Reichstages, dem er bis 1933 angehörte. Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 musste Böckler untertauchen. 1945 begann er mit dem Wiederaufbau der Gewerkschaften in der Britischen Zone. Er wurde zu einer zentralen Person beim Wiederaufbau der Gewerkschaftsbewegung und 1949 erster Vorsitzender des DGB. Er setzte 1951 die Montan-Mitbestimmung als einen wichtigen Erfolg der Gewerkschaftsbewegung durch. Sein Gedenkstein steht auf dem Frieddhof Melaten in Köln.
Konrad Adenauer
Kölner Persönlichkeiten/Konrad Adenauer

Konrad Hermann Josef Adenauer (* 1876 in Köln, † 1967 in Rhöndorf) war von 1917 bis 1933 und 1945 Kölner Oberbürgermeister sowie von 1949 bis 1963 erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland,  von 1951 bis 1955 zugleich Bundesminister des Auswärtigen. Adenauer prägte in dieser Position maßgeblich die politische Ausrichtung der Bundesrepublik nach dem Krieg. In der Weimarer Republik war er Mitglied des Zentrums; von 1950 bis 1966 war er der erste Bundesvorsitzende der CDU. Seit 1951 ist Konrad Adenauer Ehrenbürger von Köln. Sein Denkmal steht vor St. Aposteln.

In seiner OB-Zeit war er 1917 der jüngste OB einer deutschen Großstadt. Nach dem ersten Weltkrieg ließ er - für damalige Verhältnisse sehr ungewöhnlich - den alten preußischen Festungsring in einen Grüngürtel umzuwandeln. In diesem Grüngürtel wurde 1923 auch das Müngersdorfer Stadion eröffnet. Während seiner Amtszeit wurden die Kölner Messe und die Universität neu eröffnet. Ferner gelang es ihm, den US-amerikanischen Autohersteller Ford anzuwerben, um in Köln ein komplett neues Werk zu errichten. anstatt die schon bestehenden kleineren Anlagen in Berlin auszubauen. Er gilt als Kölns erfolgreichster Politiker der Neuzeit.
Willi Ostermann
Kölner Persönlichkeiten/Willi Ostermann

Wilhelm „Willi“ Ostermann (* 1876 in Köln-Mülheim,  † 1936 in Köln ) war einer der populärsten und erfolgreichsten Kölner Liedermacher und Karnevalsschlager-Komponisten, der über 100 Texte, Rhein- und Weinlieder und Kölsche Kräzjer in Kölsch und Hochdeutsch verfasst hat. Er war in Köln und darüberhinaus äußerst populär. Bei seiner Beisetzung am 10. August 1936 säumten Zehntausende von Kölner Bürgern den Trauerzug vom Neumarkt bis zum Melaten-Friedhof an der Aachener Straße. In einem der Nachrufe am Grab trug der in Köln ebenfalls populäre Karnevalist Thomas Liessem zum ersten Mal den Refrain des letzten Ostermann-Liedes vor, das nach seinem Tod zu einem seiner bekanntesten typisch kölschen melancholischen Stimmungsliedern wurde:

Wenn ich su an ming Heimat denke
un sin d'r Dom su vör mir ston,
mööch ich direk op Heim an schwenke,
ich mööch zo Foß noh Kölle gon.
Dieses Lied mit dem Titel Heimweh nach Köln  wurde zur inoffiziellen Kölner Stadthymne und im 2. Weltkrieg so etwas wie die heimliche Nationalhymne. Weitere seiner bekanntesten Lieder waren u. a. wie "Och wat wor dat fröher schön doch enn Colonia" und "Einmal am Rhein". Ein Denkmal zur Erinnerung an Willi Ostermann steht in der Altstadt (Nähe Heumarkt). 
Josef Kardinal Frings
 
Kölner Persönlichkeiten/Kardinal Frings

Joseph Kardinal Frings (* 1887, 1978 in Köln) war von 1942 bis 1969 Erzbischof in Köln. 1910 war er in Köln zum Priester geweiht worden. Kardinal Frings gehörte als Bischof zu den Teilnehmern des zweiten Vatikanischen Konzils und war Mitglied des zehnköpfigen Konzilspräsidiums. 1967 wurde er Ehrenbürger von Köln. Ein Denkmal von ihm steht an der Straße Unter Goldschmied in Dom-Nähe.

In der Kölner Sprache wurde er mit dem Wort „fringsen“ verewigt. Dies bezieht sich auf eine Silvesterpredigt 1946, in der zu den Plünderungen von Kohlenzügen durch die leidende Nachkriegsbevölkerung ausführte:  „Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder durch Bitten, nicht erlangen kann.“   
Dr. Josef Haubrich
Der Kölner Jurist Dr. Josef Haubrich (* 1889, † 1961) war ein Kölner Ratsherr und Kunstsammler sowie zeitweise Vorsitzender des Kölner Kunstvereins. Am 02.05.1946 schenkte er der Stadt Köln seine umfangreiche Sammlung mit Werken der modernen Malerei (vorwiegend Expressionismus), die heute als eigene Abteilung im Museum Ludwig hängt. Die für das Museum namengebenden Sammler Peter und Irene Ludwig haben sich später auf das Vorbild von Dr. Haubrich bezogen.
Franz Kremer
Kölner Persönlichkeiten/Franz Kremer

Franz Kremer (* 1905, † 1967) war der erste Präsident des 1948 gegründeten 1. FC Köln. Er war als Vorsitzender des Kölner BC von 1901 die treibende Kraft bei dieser Gründung  durch Fusion seines Vereins mit der Spielvereinigung Sülz 07 im Jahr 1948. Kremers Ehrgeiz wurde bereits 1948 offenkundig, als er für die Fusion der beiden unterklassigen Vereine mit dem Spruch "Wollen Sie mit mir Deutscher Meister werden?" warb. Mit ihm begann der Aufstieg des 1. FC Köln zum regionalen und später nationalen Spitzenclub, das auch seinem für die damalige Zeit sehr modernen Management zu verdanken war. Die  profihaften Strukturen des Vereins waren Anfang der sechziger Jahre in Deutschland vorbildlich. Den Club führte er bisweilen sehr autoritär; daher rührte auch  sein Spitzname "der Boss". In Kremers Präsidentschaft fielen die Deutschen Meisterschaften des FC 1962 und 1964. 

Franz Kremer war einer der maßgeblichen Personen bei der Gründung der Fußball-Bundesliga im Jahre 1963. Heute erinnert der Name des vereinseigenen Stadions am Geißbockheim, dem Clubhaus, an Franz Kremer. Zu seinem 100. Geburtstag wurde die Straße zum Geißbockheim von Cluballee in Franz-Kremer-Allee umbenannt.

Theo Burauen
Kölner Persönlichkeiten/Theo Burauen

Theo "Döres" Burauen (* 1906 in Köln, 1987 in Köln) war von 1956 bis 1973  Oberbürgermeister von Köln. Seit 1973  ist er Ehrenbürger von Köln.

Nachdem 1956  die SPD  mit 46 % die Kommunalwahlen gewonnen hatte, wählte der Stadtrat - mit den Stimmen der SPD und zwei Stimmen der FDP - Theo Burauen als ersten Sozialdemokraten nach dem Krieg zum Kölner Oberbürgermeister. 1964 errang seine Partei mit ihm mit 57,6 % eine deutliche absolute Mehrheit. Seine Amtszeit als OB dauerte insges. 17 Jahre. "Döres" gilt - auch aufgrund seiner Sozialpolitik - als der populärste und volksnäheste Kölner Bürgermeister des 20. Jahrhunderts.
Otto Doppelfeld
Otto Doppelfeld (* 1907, † 1979 in Köln) war ein für Köln ungemein wichtiger Archäologe, der mit großer Leidenschaft und Beharrlichkeit nach dem Krieg viele Funde aus der römischen und fränkischen Zeit Kölns vor der Vernichtung retten konnte und damit einen großen Beitrag zur Aufarbeitung der antiken Kölner Geschichte leistete. Er hatte die einmalige Chance erkannt, durch die enorme Zerstörung der Stadt die römische und fränkische Geschichte Kölns zu erforschen. Er begann 1946 mit den Grabungen (zunächst unter dem Dom). Ab 1959 wurde er dann zum Leiter des Römisch-Germanischen- Museums berufen.

Seine bedeutendsten Funde sind: das Dionysos-Mosaik (bereits 1941 entdeckt), die Gräber unter dem Dom, das Praetorium, Reste des Tempels der kapitolinischen Trias unter St. Maria im Kapitol und Teile der römischen Stadtmauer.

Willy  Millowitsch
  Kölner Persönlichkeiten/Willy Millowitsch  
aus Serie "Kunstköpfe am
U-Bahnhof  Appellhofplatz"

Willy Millowitsch (* 1909 in Köln, † 1999 in Köln) entstammt einer Kölner Schauspieler-Dynastie. "Willy" - wie ihn in Köln alle nannten -  war ein überaus bekannter und beliebter Volksschauspieler in seinem Millowitsch-Theater (seit 1936 an der Aachener Str. in Nähe Rudolf-Platz am Rande der Kölner Innenstadt gelegen), dessen Leiter Willy von 1940 bis 1996 war. Seit den 1950iger Jahren erreichte er durch die Fernseh-Übertragungen aus seinem Theater sowie durch viele Filme und Rollen in Fernsehspielen bundesweit einen großen Bekanntheitsgrad und war zu jener Zeit einer der bekanntesten deutschen Theaterschauspieler. Er trat auch im mit kölschen Liedern im Karneval auf und verkörperte den typisch kölschen Jung (wie z. B. mit seinem Lied "Ich ben ene kölsche Jung ... ") und war ein  kölsches Original. Seit 1989 ist er Ehrenbürger von Köln.  Noch zu Lebzeiten (1992) errichtet die Stadt Köln ein Denkmal für Willy Millowitsch auf dem Eisenmarkt in der Altstadt. 1994 erhielt er die Willi-Ostermann-Medaille in Gold, die höchste Auszeichnung im Kölner Karneval. Kurz nach seinem Tod wurde ein Platz in der Nähe der Aachener Straße nach ihm benannt.

Die erste deutsche Live-Übertragung einer Theateraufführung im Fernsehen war am 27.01.1953 die Übertragung des  Volksstücks Der Etappenhase aus dem Millowitsch-Theater in Köln. Seine bekannteste Fernsehrolle war die des Kommissars Klefisch im WDR-Fernsehen (1990 bis 1996).
Heinz Kühn
Kölner Persönlichkeiten/Heinz Kühn

Heinz Kühn (* 1912 in Köln, † 1992 in Köln) war ein Politiker der  SPD und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (1966 - 1978) in einer SPD/FDP-Koalition. Von 1953 bis 1963 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Zeitweise war Kühn auch Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und der Versammlung der Westeuropäischen Union, wo er jeweils von 1959 bis 1963 die Sozialistische Fraktion leitete. 1962 kehrte Kühn als Fraktionsvorsitzender der SPD in den nordrhein-westfälischen Landtag zurück, dem er bis 1978 angehörte. Ebenfalls 1962 wurde er Landesvorsitzen- der der SPD in Nordrhein-Westfalen.

Heinrich Böll
Kölner Persönlichkeiten/Heinrich Böll

        Geburtshaus Heinrich Böll in Köln    Geburtshaus Heinrich Böll in Köln
        Geburtshaus in der Kölner Südstadt
Heinrich Böll (* 1917 in der Kölner Südstadt, † 1985 ) war einer der prominentesten deutschen Nachkriegs-Schriftsteller. 1972 erhielt er den  Nobelpreis für Literatur. Seit 1982 ist er Ehrenbürger von Köln. Weitere Auszeichnungen: 1951 Literaturpreis der „Gruppe 47“ für Die Schwarzen Schafe, 1967 Georg-Büchner-Preis für das schriftstellerisches Gesamtwerk, 1970 Präsident des PEN-Clubs Deutschland und 1971 des internationalen PEN-Clubs, 1974 Carl-von-Ossietzky-Medaille, Professorentitel des Landes Nordrhein-Westfalen.

1972 kurz nach Erscheinen seines Romans Gruppenbild mit Dame warb er in einem Essay für den Spiegel unter dem Titel Will Ulrike Meinhof Gnade oder freies Geleit? für einen menschlichen Umgang mit den Terroristen der RAF und griff  in diesem Zusammenhang scharf die Berichterstattung der Springer-Presse an. Von konservativen Kreisen wurde er seitdem als „geistiger Sympathisant“ des Terrorismus beschimpft. 1974 erschien sein wohl bekanntestes Werk Die verlorene Ehre der Katharina Blum als Beitrag zur Gewaltdebatte und kritische Auseinandersetzung mit der Springer-Presse in den 70-iger Jahren. Danach beschäftigte er sich zunehmend mit politischen Problemen in Deutschland und der Welt, unterstützte die Friedensbewegung  und setzte sich auch kritisch mit der katholischen Kirche auseinander, aus der er 1976 austrat.

Seit 1985 jährlich bzw. seit 1993 alle 2 Jahre wird von der Stadt Köln der Heinrich-Böll-Preis verliehen, ein Literaturpreis, mit dem die Köln einem ihrer größten Söhne gedenkt. Die Auszeichnung ehrt jeweils ein literarisches Lebenswerk. Erster Preisträger war Hans Magnus Enzensb erger.
John van Nes Ziegler
Kölner Persönlichkeiten/van Nes Ziegler
John van Nes Ziegler (* 1921 in Köln, 2006 in Köln) engagierte sich über Jahrzehnte hinweg in verschiedenen Ämtern und Funktionen (u. a. als Landtagspräsident) für seine Heimatstadt. Von 1973 bis 1980 war der vormalige SPD-Frak- tionsvorsitzende im Kölner Stadtrat Oberbürgermeister von Köln. Seit 1991 ist er Ehrenbürger von Köln.

Er war maßgebend am Wiederaufbau nach dem Krieg und dem folgenden Strukturwandel in Köln beteiligt. Auch das größte städtebauliche Projekt der Nachkriegszeit in Köln hat van Nes Ziegler angestoßen: die Vollendung des Zentrums durch die Neugestaltung des Bereichs zwischen Dom, Hauptbahnhof und Altstadt mit dem Museum Ludwig, der Philharmonie, dem Rheingarten, der Sanierung des Viertels um Groß St. Martin und dem Rheinufertunnel. Durch den Tunnel verwirklichte sich der alte Kölner Traum vom direkten Zugang von der Altstadt zum Rhein. Auch die Kulturpolitik der Stadt hat van Nes Ziegler über zwölf Jahre als Vorsitzender des Kulturausschusses mitgestaltet.
  Hans Imhoff
  Kölner Persönlichkeiten/Hans Imhoff

Hans Imhoff (* 1922 in Köln, †  2007 in Köln) war ein deutscher Fabrikant. Er gründete 1949 seine erste Schokoladen- und Pralinen-Fabrik an der Mosel. In den 70-iger Jahren erwarb er die renommierte Schokoladenfabrik Stollwerck in Köln, die inzwischen leider verkauft worden und von Köln abgezogen ist. Er gründete 1993 in Köln das nach ihm benannte Schokoladen-Museum. Seit 2002 ist er Ehrenbürger von Köln.

Die Firma Stollwerck war 1893 von Franz Stollwerck gegründet worden; sie wurde von seinen Söhnen bis 1902 zu einer weltweit operierenden AG ausgebaut. Nach dem Krieg  geriet die Firma in große Schwierigkeiten, die erst mit der Über- nahme durch Franz Imhoff behoben werden konnten, der sie in 30 Jahren zu einem der größten Schokoladen-Hersteller der Welt (inkl. der Übernahme einiger prominenter Marken) machte. 2002  verkaufte Imhoff den Konzern an den weltgrößten Kakao- und Schokoladenhersteller Barry Callebaut. an. Dieser nahm Stollwerck kurze Zeit später von der Börse und schloß das traditionsreiche Werk in Köln, wo nur noch die Verwaltung erhalten blieb.
Peter und Irene Ludwig

Prof. Dr. Peter Ludwig (* 1925, † 1996) und Prof. Dr. Irene Ludwig (* 1927, † 2010) waren Industrielle in Aachen (in der Schokoladen-Branche) und  bedeutende Kunst-Sammler und -Mäzene ... - für Köln diesbezüglich von sehr großer Bedeutung! -.  Peter L. ist seit 1975 Ehrenbürger und Irene L. seit 1995 Ehrenbürgerin von Köln.

1957 begann die Zusammenarbeit mit Kölner Museen, aus der das renommierte städtische Museum Ludwig mit sehr vielen Schenkungen des Sammler-Ehepaars Peter und Irene Ludwig  hervorgegangen ist (gegründet 1976, seit 1986 in einem attraktiven Neubau direkt am Dom untergebracht). Dieses Museum widmet sich der Kunst des 20./21. Jhdt.. Köln hat in kultureller Hinsicht dem Ehepaar Ludwig sehr viel zu verdanken. Die größte Schenkung erfolgte 2001 mit mehr als 700 Arbeiten von Pablo Picasso.
Trude Herr
Kölner Persönlichkeiten/Trude Herr
Trude Herr (* 1927 in Köln, † 16. März 1991 in Frankreich) war eine Kölner Schauspielerin, Schlagersängerin und Sängerin Kölscher "Krätzjer" sowie zeitweise Leiterin ihres eigenen Theaters. Seit den 1950iger Jahren trat sie im Kölner Karneval auf. Mit dem Film-Schlager Ich will keine Schokolade  gelang ihr 1960 der bundesweite Durchbruch. Sie spielte in über  30 Filmen mit und hatte viele Auftritte im Fernsehen. 1977 eröffnete sie in der Kölner Südstadt ihr "Theater im Vringsveedel" und baute eine volksnahe Alternative zum etablierteren Millowitsch-Theater auf. Ohne ihr leider verweigerten städtischen Zuschüsse stand das Theater finanziell leider auf schwachen Füßen. Deshalb und auch wegen zunehmender Gesundheitsprobleme musste das Theater 1986 leider geschlossen werden. Bevor sie danach Köln in Richtung Südsee verließ, nahm sie mit Wolfgang Niedecken (BAP) und Tommy Engel (Bläck Fööss) ihr unvergessenens Lied Niemals geht man so ganz auf, das Platz 5 in den deutschen Charts erreichte.
Dieter Wellershoff
Dieter Wellershoff (* 1925) ist ein  ein bedeutender deutschsprachiger Schriftsteller der Gegenwart, dessen Werk Romane, Erzählungen, Drehbücher und Hörspiele und auch literaturtheoretische Themen umfasst.

Seit 1981 lebt er als freier Schriftsteller in Köln. Wellershoff nahm ab 1960 an Tagungen der Gruppe 47 teil. 1965 initiierte er einen „neuen Realismus“ mit der daraus entstandenen Gruppierung unter dem Namen „Kölner Schule“. Wellershoff erhielt zahlreiche Berufungen an in- und ausländische Hochschulen und erhielt neben vielen anderen Auszeichnungen 1988 den Heinrich-Böll-Preis.

Alfred Neven DuMont

Alfred Neven DuMont (* 1927 in Köln)  ist ein Kölner Verleger, der den Verlag DuMont Schauberg 1956 von seinem Vater übernommen hat. 1964 gründete er als Alternative zu dem erzkonservativen Boulevardblatt "Bild" des Springer-Verlags die rheinische Boulevardzeitung Express, wodurch die Bildzeitung in Köln nie die Bedeutung bekommen hat wie andernorts. Er ist seit 1967 alleiniger Herausgeber von Kölner Stadtanzeiger und Express und seit 1991 Herausgeber der Mitteldeutschen Rundschau. Seit 1999 gehört auch die Kölnische Rundschau zu seinem Verlag. Seit 2006 hat er zudem die Mehrheit am Verlag der Frankfurter Rundschau.

Seit 2001 ist Alfred Neven DuMont Ehrenbürger von  Köln. Sein Großvater mütterlicherseits ist der Maler Franz von Lenbach.
Hans Schäfer

Hans Schäfer - "De Knoll" (= Dickkopf) - (* 1927 in Köln) ist einer der prominentesten Fußballer der Vereinsgeschichte des 1. FC Köln. Er spielte in der ruhmreichen Zeit des Vereins im damals noch üblichen System zumeist Linksaußen (1948 bis 1965). 1964 wurde er mit dem FC erster Deutscher Meister der neuen Fußball-Bundesliga, nachdem der FC 1962 seine erste Deutsche Meisterschaft in dem damals noch üblichen Finale gegen den 1.FC Nürnberg gewonnen hatte. 

Von 1952 bis 1962 absolvierte er insgesamt 39 Spiele in der Nationalmannschaft und erzielte dabei 15 Tore. Schäfer war der erste deutsche Spieler, der an drei Fußballweltmeisterschaften teilnahm (1954, 1958 und 1962 ). Höhepunkt seiner Karriere war der Weltmeistertitel mit der Deutschen Nationalmannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz, wo er vier Tore schoß und die Vorlage zum legendären und entscheidenden 3. Tor im Endspiel gegen Ungarn (3:2) durch Helmut Rahn gab. 1963 wurde Hans Schäfer zum Fußballer des Jahres gewählt.

Gerhard Richter
Kölner Persönlichkeiten/Gerhard Richter

Der Maler Gerhard Richter (* 1932), einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart, lebt und arbeitet seit 1983 in der Kultur- und Kunststadt Köln. Der in Dresden geborene Gerhard Richter gehört zu den weltweit bedeutendsten und zugleich populärsten zeitgenössischen Künstlern. Sein Werk hat einen nicht zu überschätzenden Einfluss auf eine jüngere Künstlergeneration. Er erhielt für seine Arbeit zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen. Eines seiner bekannteren Werke hängt im Kölner Museum Ludwig: "Ema - Akt auf  einer Treppe". Seine abstrakten Gemälde werden derzeit (bis 01.02.09) in einer viel beachteten Ausstellung im Museum Ludwig  gezeigt.

Gerhard Richter wirkt zurückhaltend und seriös, Kult um seine Person kennt er nicht. Schon 1966 formulierte er seine bis heute zutreffende Selbsteinschätzung: "Ich bin durchschnittlich gesund, durchschnittlich groß, durchschnittlich hübsch. Ich erwähne das, weil man so aussehen muss, um gute Bilder malen zu können." Und um gute Bilder geht es ihm auch heute noch. Aus  Anlass seines 70. Geburtstages 2002 veranstaltete das Museum of Modern Art in New York die Retrospektive "Gerhard Richter - 40 Years of Painting", eine der größten, die das renommierte Museum je einem zeitgenössischen Künstler gewidmet hat. 188 Gemälde aus allen Schaffensphasen Richters waren bei der Schau zu sehen, die danach noch in Chicago, San Francisco und Washington gezeigt wurde - eine besondere Ehrung für den Künstler. Zuletzt führte der renommierte Künstler einen ganz besonderen Auftrag aus: er gestaltete  für den Kölner Dom und für seine Heimatstadt das neue Südquerhausfenster (Einweihung: 25.08.07). Auf einer Gesamtfläche von über 100 Quadratmetern ist ein riesiges Glasgemälde  aus kleinen Farbquadraten mit Antikgläsern in 72 Farben entstanden.

Seit April 2007 ist Gerhard Richter Ehrenbürger von Köln.
Norbert Burger

Norbert Burger (* 1932 in Köln) war von 1980 bis 1999 Oberbürgermeister der Stadt Köln. Er ist Mitglied der SPD. In seine OB-Zeit fällt u. a. der G8-Gipfel der Staats- und Regierungs-Chefs der wichtigsten Wirtschaftsstaaten der Welt 1999 in Köln. Alle Kölner erinnern sich aus dem Freizeit-Programm dieser Tagung noch an das legendäre Essen über dem Dionysos-Mosaik im Römisch-Germanischen Museum und an die Besuche des US-Präsidenten Clinton in Kölner Altstadt-Kneipen .Burger war der letzte Kölner Oberbürgermeister, der noch vom Rat der Stadt Köln und  nicht von den Kölner Bürgerinnen und Bürger direkt gewählt worden ist, und auch der letzte OB Kölns, der nicht zugleich Oberstadtdirektors war.

Wolfgang Overath
  
Wolfgang Overath (* 1943) war Fußballspieler des 1. FC Köln und der deutschen Nationalmannschaft und war von Juni 2004 bis November 2011 Präsident des 1. FC Köln. Er ist wohl der prominenteste Spieler der FC-Geschichte. Er war von 1963 bis 1977 deren legendäre "Nr. 10" und sog. "Spielmacher". Mit der deutschen Nationalelf wurde er 1974 Weltmeister - sein größter sportlicher Erfolg - und mit dem 1. FC Köln deutscher Fußballmeister 1964. Zwischen 1963 und 1974 spielte er 81mal in der Nationalmannschaft und erzielte 17 Tore. Er gehörte mit Frans Beckenbauer und Günter Netzer zur goldenen Spielmacher-Generation. Overath nahm an drei Weltmeisterschaften teil: 1966 in England wurde er mit der deutschen Elf Vizeweltmeister (Endspiel-Niederlage gegen England mit 2:4), 1970 in Mexiko Dritter hinter Brasilien und Italien und 1974 Weltmeister (Endspiel-Sieg gegen die Niederlande mit 2:1). Vor allem von der WM 1970 ist er als Weltklasse-Mittelfeldregisseur in Erinnerung. 2008 wurde ihm das  Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Größte Erfolge mit dem "FC" und der National-Mannschaft:
Weltmeister (1974)
Vize-Weltmeister (1966) und WM-Dritter (1970)
Nationalspieler 1963 - 1974 (81 Spiele)
Deutscher Meister (1964)
Deutscher Vize-Meister (1965, 1973)
DFB-Pokal-Sieger (1968, 1977)
FC-Spieler 1963 - 1977 (Mannschaftskapitän 1968 - 1978)
Wolfgang Niedecken
Kölner Persönlichkeiten/Wolfgang Niedecken

Wolfgang Niedecken (* 1951 in Köln) ist ein Kölner Sänger, Musiker und bildender Künstler. Er gründete Ende der 1970er Jahre zusammen mit Hans Heres die Kölsch-Rock-Band BAP, die wohl bedeutendste Band der Kölner Musik- Szene, mit der er schon bald auch über die Grenzen Kölns hinaus bekannt wurde. Er ist bis heute Sänger und Frontmann der Gruppe und das einzig verbliebene Gründungsmitglied. Vor seiner Karriere als Musiker studierte er von 1970 bis 1976 in Köln Kunst und ist bis heute aktiver Künstler, der die meisten BAP-Plattencover gestaltete und auch viele eigene Ausstellungen präsentiert. Aber Wolfgang Niedecken zeigt auch immer wieder großes politisches und gesellschaftliches Engagement. So war er z. B. 1992 einer der Initiatoren des Kölner „Arsch huh“-Konzerts gegen Rassismus und Fremdenhass, im Jahre 2002 engagierte er sich für eine Fortsetzung der rot-grünen Regierungsarbeit und in den Jahren 2004 und 2005 war er Botschafter der Hilfsaktion „Gemeinsam für Afrika“.


Bläck Fööss
Kölner Persönlichkeiten/Bläckfööss


Spätestesten mit ihrem 40-jährigen Bühnen-Jubiläum in 2010 gehört die Kösch-Rockgruppe Bläck Fööss zu den historischen Kölner Persönlichkeiten. Die Gruppe ist 1970 aus einer Rockband hervorgegangen und hat den Kölner Karneval maßgeblich verändert, ja revolutioniert. Während bis dahin bei Sitzungen im musikalischen Teil im wesentlichen Krätzjer-Sänger wie vor dem Weltkrieg vor allem Willi Ostermann (s. oben)  sowie in der Nachkriegszeit Karl Berbuir, Jupp Schmitz und viele andere auftraten, tauchte mit den Bläck Fööss eine Rockband im Karneval und in den Sitzungen auf. Sehr schnell war die Band bei den Jecken stark gefragt; nur der offizielle und damals noch sehr konservative Karneval war vor allem ob des äußeren Erscheinungsbildes mit langen Haaren, Jeans und - in Anlehnung an den Namen - anfangs mit nackten Füßen zunächst äußerst reserviert. Heute gehören die "Fööss"zu den Höhepunkten jeder Sitzung und sind ein fester Bestandteil der bunten Kölner Musik-Szene. Die Gruppe hat unzählige Lieder - die meisten in kölscher Mundart - geschaffen, von denen viele treffend die kölsche Seele und das kölsche Leben beschreiben. Diese Leedcher kennt mittlerweile jeder in Köln und jeder singt sie vor allem an den Karnevalstagen in den Kneipen mit. Die Band und ihre Lieder gehören längst zum kölschen Kulturgut.

Gründungsmitglieder: "Tommy" Engel (der damalige Frontsänger, der leider 1994 ausgestiegen ist), "Joko" Jaenisch, "Bömmel" Lückerath, Hartmut Prieß, Peter Schütten, "Erry" Stocklasa.
Aktuelle Zusammensetzung: "Kafi" Biermann, Ralf "Gus" Gusovius, "Bömmel" Lückerath, Hartmut Prieß, Peter Schütten, "Erry" Stocklasa, Andreas Wegener.

Die 10 besten Leedcher der Bläck Fööss (nach subjektiver Auswahl des Autors): Drink doch eine met, Du bess die Stadt, En unserem Veedel, Es gibt ein Leben nach dem Tod, Et Spanien-Leed, Kaffeebud, Kölle du uns Stadt am Rhing, Mer losse d'r Dom en Kölle, Ming eetste Fründin, Rut & Wiess.

Den Bläck Fööss, der "Mutter aller kölschen Bands", folgten sehr schnell heute ebenfalls sehr prominente Gruppen wie neben vielen anderen Höhner, Paveier und De Räuber, die mit den "Fööss" das sog. kölschen Kleebblatt bilden und mit zur bunten Kölner Musik-Szene zählen. Deren besten Lieder gehören ebenso zum kölschen Liedgut wie diejenigen der "Fööss".
  sortiert nach Geburtsjahr
  
* Aufgeführt sind in der vorstehenden Zusammenstellung diejenigen bedeutenden historischen Persönlichkeiten der Kölner Geschichte (nach  persönlicher Wertung des Autors), die in Köln geboren sind und/oder einen wichtigen Bezug zu Köln aufweisen!
Hinweis: Am historischen Rathausturm, dem bedeutendsten gotischen Profan-Bauwerk Kölns, sind Skulpturen von 124 Persönlickeiten der 2000-jährigen Geschichte Kölns  aufgestellt.



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Fotos und Skizzen sind vom Autor selbst erstellt worden oder stammen in Einzelfällen aus nach Kenntnis des Autors nicht urheberrechtlich geschützten Quellen ("gemeinfrei") oder wurden freigegeben und sind nach bestem Wissen des Autors auch sonst nicht urheberechtlich geschützt. Sollten dennoch im Einzelfall Urheberrechte betroffen sein, wäre dies unbeabsichtigt; in diesem Fall wird um einen Hinweis gebeten. © der eigenen Fotos beim Autor!

© GL Köln

Stand: 10.02.2012


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