| Historische Persönlichkeiten der Kölner Geschichte | ![]() |
Themen-Seite
der privaten Web-Präsenz "Köln - die
Rheinmetropole und alte Römerstadt". Diese
Web-Präsenz verfolgt ausschließlich private und keinerlei
kommerzielle Interessen! |
Historisch und
kulturell
umfaßt die Stadtgeschichte Kölns - grob gegliedert -
drei
Epochen. Diese
geschichtliche Epochen
Kölns
werden in den nachfolgend genannten drei Themen-Seiten der Rubrik
"Kölner
Geschichte" dieses
Internetauftritts näher
beschrieben:
| Römisches
Köln | um
19
v. Chr. - um 455 n. Chr. |
ab
50 n. Chr. Status einer Colonia (Stadt römischen Rechts) ab um 90 n. Chr. römischen Provinzhauptstadt zeitweise Kaiseresidenz |
| Mittelalterliches Köln | um
455 - um 1500 | um
460 - 8. Jhdt. Residenzstadt der Franken bis 1288 Residenzstadt des Kurfürstentum Köln ab 1288 de facto und ab 1475 de jure Freie Reichsstadt |
| Neuzeitliches Köln - Köln heute | ab um 1500 | 1794
- 1814 französische Besatzung 1815 - 1918 Königreich Preußen aktuell größte Stadt in NRW und viertgrößte in der BRD |
Agrippa
| Marcus Vipsanius Agrippa (63 v. Chr. - 12 v. Chr.) war ein römischer Feldherr und Politiker und ein Vertrauter und Mitstreiter des Octavianus (des späteren Augustus - Amtszeit als Prinzipat 27. v. Chr. bis 12 n. Chr. -). Mit der Übertragung der tribunizischen Gewalt (18 v. Chr. für 5 Jahre) war er zeitweise Mitregent des Augustus. Er leitete die Flotte, die bei Aktium 31 v. Chr. den entscheidenden Seesieg über Antonius und Kleopatra errang. Um 39/38 und 20/19 v. Chr. war er Statthalter in Gallien. In dieser Zeit (nach Meinung der meisten Historiker um 19 v. Chr.) siedelten er im späteren linksrheinischen Köln die zuvor rechtsrheinisch siedelnden germanischen Ubier an und gründete die römische Ubiersiedlung Oppidum Ubiorum, aus der das römische Köln wurde, und gilt somit als Gründer Kölns. Der zu dieser Zeit in Rom als Prinzipat regierende Augustus ließ diese Ubiersiedlung zur späteren Provinz-Haupstadt ausbauen. | ||
| Germanicus | Germanicus (15 v. Chr. - 19 n. Chr.), Neffe und Adoptivsohn des Tiberius, verheiratet mit Agrippina der Älteren, Vater des späteren Kaisers Caligula und von Agrippina der Jüngeren, die die Übertragung der Stadtrechte an das Oppidum Ubiorum auslöste, war ein römischer Feldherr. Germanicus erhielt 12 n. Chr. den Oberbefehl am Rhein. Er lehnte nach dem Tode des Augustus seine Erhebung zum Kaiser durch das Heer ab und unternahm in den Jahren 14 bis 16 n. Chr. mehrere Feldzüge gegen die Germanen. Er stieß 16 n. Chr. bis zur Weser vor, wurde aber von Kaiser Tiberius abberufen und mit außerordentlicher Befehlsgewalt 17 n. Chr. in die orientalischen Provinzen geschickt. Germanicus wurde - angeblich im Auftrage des Kaisers - vergiftet. | ||
Julia Agrippina
(* 06.11.15 n. Chr im Römischen Köln, † 59),
zur Unterscheidung von ihrer Mutter oft Agrippina die
Jüngere
(lateinisch:
Agrippina minor), genannt, war eine Tochter des Heerführers
Germanicus und der Vipsania Agrippina (Agrippina die Ältere) und
eine
Urenkelin
des Augustus
sowie eine Schwester des späteren Kaisers Caligula. Aus der ersten
Ehe der Agrippina d. J. stammte der Sohn
Nero, der
spätere
ein berüchtigte Kaiser wurde. 49 heiratete sie ihren Onkel, den
Kaiser
Claudius,
den sie 54 vergiften ließ, um ihren Sohn Nero an die Macht zu
bringen.
Dieser
ermordete seinerseits 59 seine Mutter. Agrippina war eine der
mächstigtsten Frauen im Imperium (Bruder, Ehemann und Sohn waren
Kaiser!). | |||
Claudius | Claudius,
der jüngste Sohn des Drusus und Antonia der Älteren, wurde am
01.08.10 v. Chr. als Tiberius Claudius Nero Germanicus in Lugdunum, dem
heutigen
Lyon, geboren. Von Geburt an war er leicht körperbehindert. Als
sein
Neffe, Kaiser Caligula, 41 n. Chr. ermordet worden war, riefen die
Prätorianer
ihn zum Kaiser
aus
und verhinderten so, dass der Senat die Republik wiederherstellte.
Gegen Ende seiner Regierungszeit wurden ihm Frauen zum Verhängnis.
Seine
dritte Frau Messalina ließ er 49 wegen Zügellosigkeit und
Untreue
hinrichten. Kurz danach heiratete er unter Änderung der
bestehenden Gesetze seine Nichte Agrippina die
Jüngere,
was in Rom als Blutschande galt. Agrippina setzte ihren Sohn Nero als
Erben
durch und vergiftete Claudius schließlich am 13.10.54. 50 n.
Chr. erhob
Claudius auf Veranlassung seiner Frau Agrippina deren Geburtsort, das
Oppidum
Ubiorium (das heutige Köln), in den Rang einer römischen
"Colonia",
dem höchste Stadtrecht im Imperium, der
fortan
Colonia Claudia
Ara Agrippinensium
(CCAA) hieß. | ||
Vitellius![]() | Aulus Vitellius
(ca. 12 - 69 n. Chr.) war im Jahr 69 einer der vier
römischen Kaiser
im Vierkaiser-Jahr in den Wirren des Bürgerkrieges nach Neros
erzwungenem Selbstmord am 09.06.68. Er soll herrschsüchtig und ein
Trinker gewesen, bei seiner Truppe aber hoch angesehen
worden sein.
Vitellius nutzte die große Unzufriedenheit in der Rheinarmee
und ließ sich am 02.01.69 von den germanischen Legionen in
Köln
zum Kaiser ausrufen, wobei ihm als
Symbol für
seinen Machtanspruch das
Schwert des Julius Caesar, das im
Kölner
Marstempel (von dem Archäologen leider bisher noch nichts gefunden
haben) aufbewahrt worden war, überreicht
wurde. Kurze Zeit später marschierte er mit seinen Legionen nach
Rom,
wo er für kurze Zeit die Macht übernahm. Dort wurde er aber
kurz darauf von seinem Nachfolger Vespasian besiegt, später aus
dem Amt vertrieben und
im
Dezember 69
ermordet.
| ||
| Postumus Skulptur
am Rathausturm
| Marcus
Cassianius Latinius Postumus
war von
259/260 bis 268/269 der erste Kaiser
des bis ca. 274 existenten gallischen Sonderreiches (Imperium
Galliarum),
das sich um 260 aus den abgefallenen
Westprovinzen des Römischen Reiches gebildet hatte. Postumus
richtete
die Residenz dieses Sonderreiches (mit einem eigenen Senat, Konsuln und
Prätorianergarde) in der CCAA (heutiges Köln) ein. Nach
Ermordung
des Postumus um 269 verlor das Imperium Galliarum die Kontrolle
über
Britannia und Hispania (Spanien). Seine Nachfolger verwalteten den Rest
dieses Reiches. Die Residenz wurde ca. 271 nach Treveris (heutiges
Trier)
verlagert. | ||
Heiliger
Gereon![]() Figur vor St. Gereon, Künstler: Iskender Yediler | Gereon war im 3. Jhdt. ein römischer Offizier der Thebäischen Legion. Wegen seines christlichen Glaubens soll er um 304 bei Köln (im heutigen Köln-Ehrenfeld) enthauptet worden sein. Er ist einer der Stadtpatrone von Köln und wird in Ritterrüstung mit Kreuzfahne dargestellt. Seine Gebeine wurden 1121 entdeckt und werden seitdem verehrt. Nach ihm benannt ist die Kirche St. Gereon, eine der 12 großen Romanischen Kirchen Kölns. Vor der Kirche steht ein kleines Denkmal zu Ehren des Hl. Gereon (Künstler: Iskender Yediler). |
| Sigibert
von
Köln (Sigibert von Ripuarien) | Im Zuge der fortschreitenden Zerfalls des Weströmischen Reiches zogen die Römer aus der CCAA ab. Köln wurde um 455 von den Franken besetzt und ab ca. 460 Residenzstadt des fränkischen Teilkönigreiches der ripuarischen Franken (Rheinfranken). Ab um 460/470 regierte von Köln aus (vom vormaligen römischen Praetorium, jetzt Aula regia) Sigibert das ripuarische fränkische Teilreich. Er kämpfte zusammen mit dem fränkischen König Chlodwig I bei der historisch bedeutenden Schlacht bei Zülpich (um 496) gegen die Alamannen, wurde aber später vermutlich im Auftrag Chlodwigs ermordet. 507 wurde das Teilreich in das vereinigte Frankenreich Chlowigs eingegliedert. | ||
Heilige
Plektrudis![]() Grabplatte in St. Maria im Kapitol | Die heilige Plektrudis († nach 717) stammte aus einem austrasischen Adelshaus (Austrasien = östlicher Teil des Frankenreiches). Seit ca. 670 war sie mit dem karolingischen Hausmeier Pippin dem Mittleren verheiratet. Von dem Paar stammen zahlreiche Schenkungen an Kirchen und Klöstern. Plektrudis ist Gründerin eines Vorläufers der heutigen bedeutenden Kölner Romanischen Kirche St. Maria im Kapitol, in der sie auch begraben wurde. | ||
Heilige
Ursula![]() Romanische Kirche St.Ursula, Köln | Die Heilige Ursula von Köln soll im 4. Jhdt. gelebt haben. Sie - eine britische (oder bretonische) Prinzessin - und Ihre 11 Begleiterinnen sollen in Köln den Märtyrertod durch die Hunnen gestorben sein (ab dem 10. Jhdt. kam die Zahl 11000 Begleiterinnen in Umlauf). Die Existenz der Hl. Ursula ist jedoch historisch nicht belegt, sondern entstammt erst im Mittelalter entstandenen Legenden (ab 12. Jhdt. in verbindlicher Form), so dass sie heute im allgemeinen als Legendenfigur betrachtet wird. Gleichwohl wird sie in Köln so verehrt, dass sie zu den Stadtpatronen Kölns gehört und die Legende symbolisch in's Stadtwappen aufgenommen worden ist (mittels 11 Flammen für die 11 (11000) Begleiterinnen), wobei es sich nach Ansicht mancher Historiker um Hermelin-Schwänze handelt, die auf ihre Herkunft als bretonische Prinzessin hindeuten würden. Belegt sind Hunneneinfälle in Gallien (jedoch nicht in Köln!) um 450 und Frankeneinfälle in Köln um 355. Belegt ist ferner ein Gräberfeld aus der römisch-fränkischen Zeit mit unzähligen Knochen, die um 1106 im Gebiet der heutigen Kirche St. Ursula gefundenen worden sind. Sie stammen vermutlich von von den Römern z. Zt. der Christenverfolgung Ende des 3. Jhdt. ermordeten frühzeitlichen Christen. Die nach ihr benannte Kirche St. Ursula ist eine der 12 großen Romanischen Kirchen Kölns. | ||
Erzbischof
Hildebold![]() Figur am Rathausturm | Hildebold (* um 750,
† 818 in Köln)
war der erste Erzbischof
von Köln (Bischof ab 787, Erzbischof 795 -
818). 787 hatte Karl der Große seinen Berater Hildebold zum
Bischof
ernannt und 795 das Bistum Köln zum Erzbistum erhoben. Mit ihm
begann die glanzvolle Zeit der Kölner Erzbischöfe. Nicht
zuletzt
hierdurch wurde das Mittelalterliche
Köln zur mittelalterlichen Metropole. Zur
Kirchenprovinz des
Metropolitan- (Erz-) Bistums Köln gehörte ein riesiges
Gebiet mit den sog. Suffragan-Bistümern Lüttich,
Utrecht, Münster, Minden, Osnabrück und bis 864 Bremen. Ein Denkmal
am Hildeboldplatz in der nördlichen Altstadt erinnert an diese
wichtige Persönlichkkeit. Bestattet wurde Hildebold in St. Gereon. | ||
| Erzbischof Bruno I |
Bruno
(925 -
965)
war ein Sohn des ostfränkischen Königs Heinrich I und ein
Bruder
des späteren Königs und Kaisers Otto I des
Großen.
953 wurde er im Mittelalterlichen
Köln zum Erzbischof von Köln und noch im
gleichen Jahr von seinem Bruder Otto zum Herzog
von Lothringen, ernannt. Bruno I
war somit in
Köln
als erster geistliches Oberhaupt seines Erzbistums und zugleich
weltliches Oberhaupt seines Herzogtums. 961
salbte er seinen
Neffen Otto II zum römisch-deutschen König. Bruno
verstarb auf einer
diplomatischen Mission 965 in Reims. Er
wurde seinem Wunsch
entsprechend in dem von ihm gegründeten
Kloster
St. Pantaleon, heute eine der 12 großen Romanischen Kirchen
Kölns, beigesetzt. In die Amtszeit von Bruno (953 - 965) fielen wichtige Veränderungen des Stadtbildes von Köln sowie Kirchen-, Kloster- und Stiftsgründungen. | ||
Theophanu![]() Figur am Rathausturm |
Theophanu (* ca. 955/960 im oströmischen Reich, † 991) war eine byzantinische Prinzessin, die vom Kölner Erz- bischof Gero 972 als Braut für den Kaiser Otto II vermittelt worden war und mit ihm die Rolle einer Mitherrscherin aus- übte. Nach dem Tod Otto II (983) herrschte sie bis zum ihrem Tod für ihren Sohn, den Kaiser Otto III. Sie war in dieser Zeit eine der einflußreichster Herrscherinnen. Sie wurde auf ihren Wunsch in der Kölner Romanischen Kirche St. Pan- taleon, der Kirche ihres Lieblings-Heiligen, begraben. Theophanu hat zu ihrer Zeit erheblich zur Entwicklung Kölns bei- getragen. Folgerichtig ist sie auch an prominenter Stelle unter der Rathausturm-Figuren plaziert worden. | ||
Äbtissin Ida | Ida (* um
1027; † 1060 ) war die
bedeutendste Äbtissin des ehemaligen Stifts St. Maria im Kapitol,
heute eine der 12 Romanischen
Kirchen Kölns. Die ottonische
Äbtissin Ida,
Enkelin
des Kaisers Otto II, hat
maßgeblich den saalischen
Neubau von St. Maria im Kapitol als dreischiffige
Basilika mit einem Dreikonchen-Chor (kleeblattförmiger Chor)
in Anlehnung an die Geburtskirche in Bethlehem mitbestimmt. Diese
Kirche ist eines der bedeutendsten Werke der Kirchenbaukunst der
salischen Zeit in
Deutschland und des Mittelalters sowie die größte der
Romanischen Kirchen
Kölns. Sie
wurde
dort auch begraben.
| ||
Hl. Bruno
von
Köln![]() |
Bruno von Köln (* ca. 1035 in Köln, † 1101) - nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls heilig gesprochenen Erzbischof Bruno I - ist der Begründer des Kartäuserordens, einem katholischen Halb-Eremiten-Orden. Er war im lateinischen Abendland bis in die frühe Neuzeit der bekannteste Kölner. Bruno studierte an den Domschulen in Köln und Reims Phi- losophie und Theologie. Bischof Hugo von Grenoble stellte Bruno um 1084 ein Gelände im Chartreuse-Gebirge in den französischen Alpen zur Verfügung, wo Bruno mit sechs weiteren Gefährten eine größere Einsiedelei, die Große Kartause, als Keimzelle des Ordens errichtete. | ||
| Erzbischof Rainald von Dassel |
Rainald von Dassel (um 1120 - 1167) war von 1159 bis 1167 Erzbischof von Köln und Erzkanzler von Italien. Nach
der Eroberung Mailands brachte er 1164 die Gebeine der
Heiligen
Drei Könige, eine Kriegsbeute, die ihm Kaiser Friedrich I
Barbarossa aus Dank für die Unterstützung
überlassen hatte, nach Köln und in den dortigen sog. Alten
(karolingischen) Dom. Damit stieg das Ansehen Kölns als
mittelalterliche Pilgerstadt enorm an. Um den riesige Pilger-
scharen
den künstlerisch ungemein wertvollen Schrein mit diesem
bedeutenden
Reliquienschatz angemessen präsen- tieren zu können, wurde
1248 der Grundstein für einen neuen gotischen Kölner Dom
gelegt. Diese Reliqiuien werden durch die 3 Kronen im Kölner Stadtwappen
symbolisiert. Wenn
man bedenkt, welche
Bedeutung die Überführung der Reliquien der Hl. Drei
Könige für das Mittelalterliche
Köln insbes. als Pilgerstadt hatte und welche Bedeutung der
Kölner Dom heute für das Neuzeitliche
Köln
hat, war diese Maßnahme die beste - heute würde man sagen -
Marketing-Maßnahme für Köln aller Zeiten. | ||
| Erzbischof Konrad von Hochstaden ![]() Figur am Rathausturm |
Konrad
I. von
Hochstaden
(um 1205 - 1261) war von 1238 - 1261 Erzbischof
von
Köln. Mitte der 1240-iger
Jahre galt Konrad von Hochstaden als der mächtigste der deutschen
Reichsfürsten. Am 07.05.1259 verlieh er der Stadt das Stapelrecht.
Dies
hatte große Bedeutung für den Handelsplatz Köln, denn
damit
hatten Köln und die Kölner Kaufleute bis 1831 das Umschlags-
und
ein 3-tägiges Erstzugriffsrecht auf alle - insbes. auf dem
Transportweg
Rhein, aber auch auf dem Landweg - in Köln zwangsweise
umzuladenden Waren. 1248 legte er den Grundstein zum Bau des gotischen Kölner Doms, dessen Bau durch die Verlagerung der Reliquien der Heiligen Drei Könige nach Köln ausgelöst worden war. Sein Grab befindet sich im Chorumgang des Doms. | ||
| Meister
Gerhard | Meister Gerhard († um 1260) war der erste Kölner Dombaumeister des Kölner Doms. Seine genaue Herkunft ist unbekannt (vermutlich Franzose). Er war ein dieser Zeit äußerst bekannter Baumeister. Sein Vorbild für den Kölner Dom war die Kathedrale von Amiens. Nach einer Kölner Sage soll er sich nach einer verlorenen Wette mit dem Teufel von einem Domgerüst gestürzt haben. Historisch belegt ist der tödliche Fall vom Gerüst - ob nun wegen des Teufels oder aus anderen sagenhaften Gründen oder aber schlicht durch einen Unfall sei dahingestellt -. | ||
Albertus
Magnus
| Albertus
Magnus
(* um 1200, † 1280 in Köln ) gilt als einer der
größten Gelehrten des Mittelalters und Begründer der
modernen Wissenschaften. Er war der erste große
christliche
Aristoteliker (Aristotelismus
nennt
man das Wissenschaftssystem, das aus dem Gedankengut des griechischen
Philosophen Aristoteles entwickelt worden
ist) und der
bedeutendste deutsche Philosoph und Theologe des Mittelalters
sowie ferner Mediziner und Naturforscher ... also ein
Universalgelehrter. 1223 trat
Albertus in den
Dominikaner-Orden
ein, absolvierte sein Noviziat in Köln, nahm hier sein
Theologie-Studium
auf und wurde in Köln zum Priester geweiht. Anschließend
studierte
Albertus
an verschiedenen dominikanischen Klosterschulen und lehrte als
Professor der Theologie an der
Universität
Paris. 1248 kam Albertus erneut nach Köln und
leitete hier in
dem 1221 gegründeten Dominikaner-Kloster das von ihm 1248 als erste
Ordensschule auf deutschem Boden gegründete
"Studium Generale" (= Bezeichnung für die großen Schulen des
Mittelalters für die
philosophischen und theologischen Fächer nach dem Muster der Pariser
Universität,
ab Ende des 13. Jhdt. mit Lizenzierung des Rechts zur Verleihung
von
akademischen Graden durch Papst, Kaiser oder König). Aus dieser
Schule ist die 1388 gegründete
Universität Köln hervorgegangen, eine der ältesten Unis
Europas und die erste bürgerliche Universität Deutschlands. 1254 zog Albertus Magnus weiter,
kehrte aber dann 1269 endgültig
zurück in das
Dominikaner-Kloster Hl. Kreuz
in
Köln. Seine Gebeine ruhen heute in der Krypta der Romanischen Kirche
St.
Andreas in Köln. Das Kloster und damit das Kölner Studienhaus
des Ordens war 1802 von den Franzosen aufgelöst worden. Sein Denkmal
steht vor dem Haupteingang der Kölner Universität. Köln
verdankt Albertus die Entwicklung zu einem Zentrum universitärer
Bildung und wissenschaftlicher Forschung. Der Förderkreis
"Albertus-Magnus-Stiftung" will (Zitat) "einen der größten
Söhne der Stadt" künftig stärker in das Bewußtsein
Kölns rücken. Sein bedeutendster Schüler in seiner Hochschule in Köln war von 1248 bis 1252 Thomas von Aquin. Der Italiener Thomas von Aquin (um 1225 - 1274) gilt als einer der größten Philosophen und Theologen sowie katholischen Kirchenlehrern der Geschichte. 1244 trat er in den Dominikaner-Orden ein. Neben Thomas von Aquin waren weitere international bekannte Personen Schüler des Kölner Generalstudiums. Ein weiterer großer Gelehrter in Köln war der schottische Theologe und Philosoph Johannes Duns Scotus (* um 1266, † 1308 in Köln). Er lehrte in Cambridge, Oxford, Paris und Köln.
| ||
Matthias
und Gerhald
Overstolz![]() Figur am Rathausturm | Die
Overstolzen
waren eine wohlhabende einflußreiche und politisch engagierte
Patrizierfamile im Mittelalterlichen Köln. Matthias Overstolz
war einer der
führenden Gegner des weltlichen Machtanspruchs des Kölner
Erzbischofs. Er starb 1268 nach der Schlacht der Kölner
Bürger an der Ulrepforte gegen die erzbischöflichen Truppen.
Sein Sohn Gerhard
Overstolz
war einer der Anführer bei der berühmten Schlacht bei Worringen
1288, bei der
die Kölner
Bürger siegreich
an der Seite des Herzogs von Brabant und seiner Verbündeten (neben
den Kölner Bürgern die Truppen der Grafen von Berg, Mark und
Jülich) gegen den Herzog von Luxemburg und
seiner
Verbündeten (u.
a. mit den
Truppen des Kölner Erzbischofs/Kurfürsten) kämpften. Der
Kölner
Fürstbischof verlor nach dieser Niederlage seine weltliche
Herrschaft
über die Stadt Köln. Gerhard O. starb bei dieser Schlacht
ohne Feindeinwirkung | ||
Stefan Lochner (* um 1400, † 1451 in Köln) ist der bekannteste Maler der renommierten Kölner Malerschule in der mittelalterlichen Malerei (Gotik, Früh-Renaissance). Seine Figuren waren zumeist in fließende Gewänder gehüllt. Er lebte und malte nachweisbar ab 1442 in Köln (vermutlich aber schon früher). Er war Ratsherr und malte im Auftrag des Rats den Altar der Stadtpatrone, jetzt ausgestellt im Kölner Dom. Sein wohl weltweit berühmtestes Gemälde ist Muttergottes in der Rosenlaube (die sog. "kölsche Mona Lisa"), daneben Das Weltgericht - beide neben anderen Gemälden ausgestellt im Kölner Wallraf-Richartz-Museum -. Er wohnte und arbeitete in der mittelalterlichen Straße In der Höhle, die mit dem Treppenhaus des Wallraf-Richartz-Museums nachempfunden worden ist. |
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| Bartholomäus Bruyn | Bartholomäus Bruyn der Ältere (* 1493, † 1555 in Köln) war ein Maler der frühen Renaissance und gehörte mit Stefan Lochner zu den bekanntesten Malern der renommierten Köln Malerschule. Er war einer der bedeutendsten deutschen Maler des 16. Jahrhunderts. Ab 1512 kann von einer Tätigkeit in Köln ausgegangen werden, erstmals urkundlich festgehalten wurde er als Auftragsmaler in Köln jedoch erstmals 1515. Bereits drei Jahre später wurde Bruyn Teil eines den Stadtrat beratenden Gremiums. Später konzentrierte sich Bruyn insbesondere auf Porträt-Malerei und war ein angesehener Künstler dieser Sparte mit naturgetreuer Charakterisierung der Porträtierten. Zu seinem Spätwerk gehören Altargemälde für Kölner Kirchen mit u. a. dem Kreuzigungsaltar für St. Andreas. Einige seiner Gemälde sind im Kölner Wallraf-Richartz-Museum ausgestellt. |
Hermann
von Weinsberg![]() Werkstatt Bruyn "... Der Ratsherr im Alter von 22 Jahren" | Hermann von Weinsberg
(* 1518
in Köln, † 1597 in Köln)
war ein Kölner Jurist, Weinhändler und Ratsherr. Er ist
in Köln vor allem bekannt durch sein "Buch Weinsberg" mit
frühen autobiografische Aufzeichnungen, das im Kölner
Stadtarchiv eingestellt ist. |
Hans von Aachen![]() Selbstbildnis |
Hans von Aachen (* 1552 in Köln, † 1615 in Prag) war ein Maler der Spät-Renaissance/desManierismus. Sein Name wird vom Geburtsort seines Vaters abgeleitet. Er war ein erfolgreichen Wanderkünstler und Hofmalers. Er lebte und arbeitete in Italien, Bayern und Prag.1592 wurde er amtlicher Maler von Kaiser Rudolph II in Prag. |
Peter
Paul Rubens![]() Selbstbildnis | Der berühmte flämische Barockmaler Peter Paul Rubens (* 1577 in Siegen, † 1640) verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Köln (1578-1587), bevor seine Familie nach dem Tod seines Vaters 1587 nach Antwerpen zurückkehrte. Die Familie wohnte in der damaligen Nobelstrasse Sternengasse im Pfarrsprengel von St. Peter, die auch seine Taufkirche war und in der sein Vater begraben wurde. In Antwerpen begann 1591 mit einer Ausbildung als Kunstmaler seine große Malerkarriere. Er hat im Gedenken an seine Kindheit in Köln seiner Kölner Pfarrkirche St. Peter (ebenso wie seiner Grabeskirche Sint-Jacobs-Kerk in Antwerpen) ein Gemälde geschenkt ("Die Kreuzigung Petri"), das in dieser Kirche (in Nähe Neumarkt direkt neben der Romanischen Kirche St. Cäcilien/Museum Schnütgen gelegen) zu besichtigen ist. |
Nikolaus
Gülich
Figur am Rathausturm | Der Kaufmann Nikolaus Gülich (* 1644, † 1686) war in den 1680iger Jahren der Anführer eines Aufstands gegen Misswirtschaft und Korruption der Kölner Stadtführung zu dieser Zeit. Die Aufständischen wandten sich gegen Wahlbetrug und Veruntreuungen des Rats und bekamen dafür viel Zustimmung. Dann aber machte man Gülich und den Aufständischen die gleichen Vorwürfe. Mit Hilfe des Kaisers wurde der Aufstand schließlich 1685 zerschlagen; Nikolaus Gülich wurde 1686 hingerichtet. Zur Abschreckung wurde auf einem Kölner Platz eine sog. Schandsäule mit einem Bronzekopf von ihm errichtet. Auf dem später nach ihm benannten Gülich-Platz (gegenüber dem Farina-Haus am Ort der ersten Parfümfabrik der Welt) steht heute der Karnevals-Brunnen. |
Johann Maria
Farina ![]() Skulptur am Rathausturm | Johann Maria Farina ( * 1685, † 1766 in Köln) gründete 1709 in Köln die erste Parfümfabrik der Welt und war Erfinder des ältesten heute noch produzierten Eau de Cologne, dem Kölnisch Wasser mit dem Luxus-Markennamen "Johann Maria Farina gegenüber (dem Jülich-Platz)", nicht zu verwechseln mit der wesentlich jüngeren Kölnisch-Wasser-Marke 4711. Nur die Firma Farina darf ihr Eau de Cologne "Original Kölnisch Wasser" nennen. Das Farina-Haus am Standort der Gründerfabrik steht auch heute noch gegenüber dem markennamengebenden G(J)ülich-Platz und gegenüber dem Wallraf-Richartz-Museum. Es beherbergt u. a. ein Duft-Museum. |
Ferdinand Franz Wallraf Johann Anton de Peters "Bildnis des Ferdinand Franz Wallraf" + Johann Heinrich Richartz |
Ferdinand
Franz Wallraf
(* 1748 in Köln, † 1824 in Köln) war Mathematiker, Botaniker,
Theologe und Priester sowie ein bedeutender Kunstsammler. Er war
Rektor der
Kölner Universität. Seit
1823 ist er Ehrenbürger
von Köln - der erste überhaupt.
Er sammelte alles was mit der Geschichte Kölns verbunden war;
seine
Sammlung enthielt römische Ausgrabungsstücke,
mittelalterliche
Gemälde, religiöse Kunstwerke und historische Waffen und
Plastiken.
Er vermachte 1818 seine umfangreiche Kunstsammlung seiner Heimatstadt
Köln.
Diese Schenkung führte 1827 zur Gründung des Wallraf-Richartz-Museum. Dort
ist heute der verbliebene Teil der Gemälde-Sammlung ausgestellt. Die
Alterrtümer aus der Römerzeit sind in das Römisch-Germanische Museum
ausgelagert worden. Der
Kölner Kaufmann Johann
Heinrich
Richartz (* 1795, †
1861) finanzierte den
ersten eigenständigen Bau des 1827 gegründeten Wallraf-Richartz
Museums,
der am 1. Juli 1861 eröffnetet worden ist. Das WRM ist somit das
älteste
Kölner Museum und zugleich eines der frühesten
bürgerlichen
Museen Deutschlands. |
| Maria
Clementine Martin |
Maria Clementine Martin
(*1775, † 1843
in Köln), eine in Brüssel geborene Nonne, hatte bei ihrer
Arbeit in einer Klosterapotheke gute Kenntnisse in der
Pflanzenheilkunde erworben und verbesserte alte und entwickelte neue
Arzneimittel. 1825 reiste sie nach Köln und kümmerte sich
dort um den 86-jährigen Domvikar Gumpertz, in dessen Haus sie
lebte, und um die Kranken und die Armen. Hier erfand sie den
"Klosterfrau-Melissengeist" und gründete 1826 in Nähe des
Kölner Doms das Unternehmen „Maria Clementine Martin
Klosterfrau“.
Sie ist auf dem bekannten Kölner Melaten-Friedhof bestattet. |
Sulpiz Boisserée![]() Gedenktafel Blaubach 14 | Sulpiz Boisserée (* 1783 in Köln, † 1854), ein Kunstsammler und Historiker, war maßgeblich beteiligt an der Idee und der Planung zum Weiterbau des Kölner Doms im 19. Jhdt.. Schon seit Anfang des Jhdt. verfolgte er die Idee zum Weiterbau des 1248 begonnenen und 1528 unterbrochenen Baus der gigantischen gotischen Kathedrale. Geholfen hat ihm hierbei ein aufgefundener Teil des Bauplans. Ihm gelang es, namhafte Persönlichkeiten wie insbes. Johann Wolfgang von Goethe für das Projekt zu interessieren, was schließlich dazu führte, dass das preußische Königreich (Köln war 1815 auf dem Wiener Kongreß in das preußische Königreich eingegliedert worden) das Projekt aufgriff und mitfinanzierte. Boisserée gehörte neben einigen anderen Kölner Persönlichkeiten jener Zeit zu den maßgeblichsten Gründern des Kölner Zentral-Dombauvereins (gegründet 1842), mit dessen großer - vor allem materieller - Hilfe das Bauwerk ab 1842 weitergebaut und 1880 vollendet werden konnte. |
Georg Simon Ohm (1789-1854) war ein deutscher Physiker und von 1817 - 1826 Lehrer der Physik und Mathematik am jesuitischen Dreikönigs-Gymnasium in Köln. Sein Name ist mit dem Ohmschen Gesetz in die Terminologie der Elektrizitätslehre eingegangen. Im Jahre 1826 definierte Georg Simon Ohm am dem Kölner Gymnasium das folgende elektrotechnische Gesetz über die Proportionalität zwischen Strom und Spannung in einem elektrischen Leiter, das "Elektrische Grundgesetz": "Legt man einen Widerstand R an eine Spannung U und bildet einen geschlossenen Stromkreis, so fließt durch den Widerstand R ein bestimmter Strom I "(Ohmsche Gesetz: U = I * R). Der Widerstands wird in Ohm (Ω) gemessen. | |
| Heinrich
von Wittgenstein |
Johann
Heinrich Franz von Wittgenstein (* 1797 in Köln, † 1869 in
Köln) war ein wichtiger Kölner Unternehmer und Politiker. Als
Politiker war er mehrfach Kölner Bürgermeister und
während der Franzosenzeit Maire (franz. Bürgermeister). 1848
wurde er Regierungs-Präsident. Als Unternehmer war er
Aufsichtsrat-Vorsitzender der Cöln- Mindener Eisenbahn Er war
ferner erster Präsident des Festkomitees Kölner Karnevals von
1823 e.V. und erster
Präsident des Kölner
Zentral-Dombauvereins (gegründet 1842), mit dessen großer
- vor allem materieller - Hilfe der Kölner Dom ab
1842 weitergebaut und 1880
vollendet werden
konnte. |
Robert
Blum![]() Plakette an Groß St. Martin (Ostseite) | Robert
Blum
(* 1807 in Köln; † 1848) war ein Visionär, Demokrat und
Revolutionär vor und während der deutschen
Märzrevolution von 1848. Er war Wortführer der Linken in der
Frankfurter Nationalversammlung von 1848 und ein herausragenden
Repräsentant der deutschen Demokratiegeschichte.Er nahm
während des Oktoberaufstands 1848 auf der Seite der
Revolutionäre an der Verteidigung Wiens gegen die
kaiserlich-königlichen Truppen teil
und wurde danach am 09.11.1848 standrechtlich erschossen. „Erschossen
wie Robert Blum“ ist zu einem geflügelten Wort geworden. Eine
Erinnerungsplakette hängt im Rheingarten unterhalb von Groß St. Martin. |
Adolf Kolping |
Adolf
Kolping
(* 1813 in Kerpen bei Köln, † 1865 in Köln) war ein
katholischer Priester und Begründer des Kolpingwerkes. Er
schloss 1850 die bestehenden Gesellenvereine zum Rheinischen
Gesellenbund zusammen, aus dem das internationale Kolpingwerk
hervorgegangen ist, für dessen Verbreitung er sorgte. Zum
Zeitpunkt seines Todes
gab es weltweit bereits über 400 Gesellenvereine. Sein Denkmal steht
vor der
Minoritenkirche
Nähe Dom und WDR, in der er auch begraben ist. Heute gehören zum Kolpingwerk Deutschland mit Sitz in Köln ca. 270.000 Mitglieder in über 2700 Kolpingfamilien (= kleinste Organisationseinheit des Kolpingwerkes). Damit ist es der größte Sozialverband Deutschlands. Alle Kolpings- familien in einem Bistum bilden gemeinsam einen Diözesanverband. Das Internationale Kolpingwerk mit Sitz in Köln ist weltweit z. Z. in 53 Ländern (mit ca. 5000 Kolpingfamilien und ca. 450000 Mitgliedern) vertreten. |
Jacques
Offenbach![]() |
Jacques
(Jakob) Offenbach (* 1819 in Köln, † 1880 in Paris)
war
ein französischer Komponist und Cellist deutsch-jüdischer Abstammung. 1833 zog er zur Ausbildung nach Paris und
wurde 1860 französicher Bürger. Er gilt als Begründer
der modernen Operette. Zu seine bekanntesten Werke zählen Orpheus in der Unterwelt und
Die schöne Helena.
Nach ihm ist der Offenbach-Platz in Köln benannt, an dem das
Opernhaus und das Schauspielhaus der Bühnen der Stadt Köln
liegen. |
Nicolaus
August Otto![]() |
1862
begann Nicolaus Otto
(* 1832, †
1891 in Köln) mit der Entwicklung eines Viertakt-Motors,
entwickelte diesen Vorläufermotor weiter und baute 1863 in seiner
eigenen Werkstatt die erste Gaskraftmaschine.
1864 gründete er mit Eugen Langen die erste Motorenfabrik der
Welt, die Gasmotorenfabrik "N. A. Otto und
Cie", die 1872 in die Gasmotorenfabrik Deutz
AG überging, und ist Namenspate für seinen
Motor. Mit
der Erfindung und Entwicklung dieses gasbetriebenen
Viertaktmotors durch Nicolaus August Otto (Patentierung
1866) begann ab dem Produktionsstart 1876 von Köln-Deutz aus
die Motorisierung der Welt und die Entwicklung Kölns zur Autostadt. Der Otto-Motor
mit seinem Prinzip
"Ansaugen, Verdichten, Verbrennen, Ausschieben" hat die Welt
revolutioniert wie kaum eine andere technische Erfindung. Erstaunlich
... nach diesem Viertaktprinzip arbeiten auch heute noch weltweit
Motoren in ca. 750 Mio. Fahrzeugen. |
| Max
Bruch | Max
Christian Friedrich Bruch (* 1838 in
Köln, † 1920) war ein
Komponist und Dirigent. Eine Plakette am Richmodisturm in
Nähe des Kölner Neumarkts weist auf seine Geburtsstätte hin. Bekannt ist
er vor allem wegen seines 1. Violinkonzerts. |
| August
Bebel | Ferdinand August Bebel (* 1840 in Köln-Deutz; † 1913 ) war Führer der Arbeiterbewegung, sozialistischer Politiker und Mitbegründer der SPD. Bebel lebte zunächst in ärmlichen Verhältnissen in Köln-Deutz. Nach seinen Gesellenjahren ließ er sich 1860 in Leipzig nieder. 1866 gründete er zusammen mit Wilhelm Liebknecht die radikaldemokratische Sächsische Volkspartei, 1869 ebenfalls mit Liebknecht die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP). 1875 war Bebel maßgeblich an der Vereinigung mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (Ferdinand Lassalle) zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD, später SPD) beteiligt. Bebel, der ursprünglich sozialistischem Gedankengut kritisch gegenüber stand, wurde unter Liebknechts Einfluss zum Marxisten. Er sorgte dafür, dass sich die Arbeitervereine der Ersten Internationale anschlossen. Wilhelm Liebknecht und August Bebel waren die führenden Köpfe der neuen Partei. August Bebel wurde Vorsitzender. |
Alexander Schnütgen![]() Leopold von Kalckreuth "Alexander Schnütgen" | Johann
Wilhelm
Alexander Schnütgen (* 1843, † 1918) war ein
Theologe und bedeutender Kunstsammler. Er wurde 1866 in Köln zum
Priester
geweiht
und 1867 Domkapitular in Köln. Seit 1910 ist er Ehrenbürger
von Köln. Sein
Interesse an der
Kunst erwachte früh mit dem Fund
wertvoller
Stücke in einer verstaubten Sakristei. Er untersuchte
daraufhin zusammen mit Weihbischof Baudri viele Kirchenspeicher
und
Sakristeien
im Erzbistum Köln und rettete dadurch sehr viele Kunststücke
vor
dem Verfall. 1906 stiftete er seine ca. 6.500 Stücke umfassende
Kunstsammlung der Stadt Köln, die seit 1910
als
"Sammlung Schnütgen" (seit 2001 "Museum
Schnütgen") ausgestellt
wird.
Heute gehören über 13000 Exponate zur Sammlung des Museums.
Mit der
Fertigstellung des neuen Kulturzentrums am Neumarkt
(Rautenstrauch-Jost-Museum und Erweiterung des Museum Schnütgen)
können ab 22.10.2010 mehr Exponate aus der Sammlung als bisher
gezeigt werden.
|
| Wilhelm Joest und Adele Rautenstrauch | Wilhelm Joest (* 1852 in Köln, † 1897) begann als 22-Jähriger mit Forschungsreisen durch die ganz Welt und sammelte dabei eine große Zahl völkerkundlicher Gegenstände. Seine Schwester Adele Rautenstrauch (* 1850, † 1903) schenkte diese Sammlung 1899 der Stadt Köln. Hieraus ist das 1901 gegründete Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde (seit 2010 neu "Haus der Kulturen") entstanden. Mit der Fertigstellung des neuen Kulturzentrums am Neumarkt (Rautenstrauch-Jost-Museum und Erweiterung des Museum Schnütgen) können ab 22.10.2010 mehr Exponate aus der Sammlung als bisher gezeigt werden. |
Wilhelm Leibl![]() Selbstportrait mit 18 | Wilhelm Maria Hubertus Leibl (* 1844 in Köln, † 1900) war als Maler ein bedeutender Vertreter des Realismus. Leibl trat 1864 in die Akademie der Bildenden Künste München ein. Das Hauptwerk dieser Frühzeit (Bildnis der Frau Gedon) brachte ihn in freundschaftlichen Kontakt zu Gustave Courbet. In München versammelte Leibl 1870 gleichgesinnte Maler, den Leibl-Kreis, um sich. Im letzten Jahrzehnt näherte er sich dem Impressionismus, doch wahrte er stets die geschlossene Körperlichkeit seiner Gestalten. |
| Wilhelm
Marx | Wilhelm Marx (*1863 in Köln, †
1946), ein
Politiker der Zentrums-Partei, war 1923/1924 und 1926 bis 1928
Reichskanzler
der
ersten deutschen Republik. Mit der für heutige Verhältnisse
kurzen Amtszeit von insgesamt 3 Jahre und 1 Monat war er der
am
längsten amtierende Kanzler der Weimarer Republik. 1925 kandierte
er für die Weimarer Koalition (SPD, DDP und
Zentrum) für das Amt
des Reichspräsidenten, verlor jedoch knapp gegen Von Hindenburg. |
Hans Böckler![]() | Hans
Böckler
(* 1875, † 1951 in Köln) war ab 1949 der erste Vorsitzende des
Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und lebte nach dem 2. Weltkrieg in
Köln. Seit
1951 ist Hans Böckler Ehrenbürger von Köln. 1894 wurde Böckler Mitglied der SPD und 1918 Sekretär bei der Zentralarbeitsgemeinschaft. Er wechselte als deren erster Bevollmächtigter zur Ortsverwaltung nach Köln, wo er von 1924 bis 1926 Stadtverordneter der SPD war. 1928 wurde er Mitglied des Reichstages, dem er bis 1933 angehörte. Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 musste Böckler untertauchen. 1945 begann er mit dem Wiederaufbau der Gewerkschaften in der Britischen Zone. Er wurde zu einer zentralen Person beim Wiederaufbau der Gewerkschaftsbewegung und 1949 erster Vorsitzender des DGB. Er setzte 1951 die Montan-Mitbestimmung als einen wichtigen Erfolg der Gewerkschaftsbewegung durch. Sein Gedenkstein steht auf dem Frieddhof Melaten in Köln. |
Konrad Adenauer![]() |
Konrad Hermann Josef Adenauer (* 1876 in Köln, † 1967 in Rhöndorf) war von 1917 bis 1933 und 1945 Kölner Oberbürgermeister sowie von 1949 bis 1963 erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, von 1951 bis 1955 zugleich Bundesminister des Auswärtigen. Adenauer prägte in dieser Position maßgeblich die politische Ausrichtung der Bundesrepublik nach dem Krieg. In der Weimarer Republik war er Mitglied des Zentrums; von 1950 bis 1966 war er der erste Bundesvorsitzende der CDU. Seit 1951 ist Konrad Adenauer Ehrenbürger von Köln. Sein Denkmal steht vor St. Aposteln. In seiner OB-Zeit war er 1917 der jüngste OB einer deutschen Großstadt. Nach dem ersten Weltkrieg ließ er - für damalige Verhältnisse sehr ungewöhnlich - den alten preußischen Festungsring in einen Grüngürtel umzuwandeln. In diesem Grüngürtel wurde 1923 auch das Müngersdorfer Stadion eröffnet. Während seiner Amtszeit wurden die Kölner Messe und die Universität neu eröffnet. Ferner gelang es ihm, den US-amerikanischen Autohersteller Ford anzuwerben, um in Köln ein komplett neues Werk zu errichten. anstatt die schon bestehenden kleineren Anlagen in Berlin auszubauen. Er gilt als Kölns erfolgreichster Politiker der Neuzeit. |
Willi Ostermann | Wilhelm
„Willi“ Ostermann
(* 1876 in Köln-Mülheim, † 1936 in Köln ) war
einer der
populärsten und erfolgreichsten Kölner Liedermacher und
Karnevalsschlager-Komponisten,
der über 100 Texte, Rhein- und Weinlieder und Kölsche
Kräzjer
in Kölsch und Hochdeutsch verfasst hat. Er war in Köln und
darüberhinaus
äußerst populär. Bei seiner Beisetzung am 10. August
1936
säumten Zehntausende von Kölner Bürgern den Trauerzug
vom
Neumarkt bis zum Melaten-Friedhof an der Aachener Straße. In
einem
der Nachrufe am Grab trug der in Köln ebenfalls populäre
Karnevalist
Thomas Liessem
zum ersten Mal den Refrain des letzten Ostermann-Liedes vor, das nach
seinem
Tod zu einem seiner bekanntesten typisch kölschen melancholischen
Stimmungsliedern wurde:
|
Josef Kardinal Frings
| Joseph
Kardinal Frings (* 1887, † 1978
in Köln) war von 1942 bis 1969 Erzbischof in Köln.
1910 war er
in Köln zum Priester geweiht worden. Kardinal Frings gehörte
als
Bischof zu den Teilnehmern des zweiten Vatikanischen Konzils und war
Mitglied
des zehnköpfigen Konzilspräsidiums. 1967 wurde er Ehrenbürger
von Köln. Ein Denkmal
von
ihm steht an der Straße
Unter Goldschmied in Dom-Nähe. |
| Dr. Josef
Haubrich | Der Kölner
Jurist Dr. Josef
Haubrich (*
1889, †
1961) war ein Kölner Ratsherr und Kunstsammler sowie zeitweise
Vorsitzender des Kölner Kunstvereins. Am 02.05.1946 schenkte er
der Stadt Köln seine umfangreiche Sammlung mit Werken der modernen
Malerei (vorwiegend Expressionismus), die heute als eigene Abteilung im
Museum Ludwig
hängt.
Die für das Museum namengebenden Sammler Peter und Irene Ludwig
haben sich später auf das Vorbild von Dr. Haubrich bezogen. |
Franz Kremer![]() | Franz Kremer (* 1905, † 1967) war der erste Präsident des 1948 gegründeten 1. FC Köln. Er war als Vorsitzender des Kölner BC von 1901 die treibende Kraft bei dieser Gründung durch Fusion seines Vereins mit der Spielvereinigung Sülz 07 im Jahr 1948. Kremers Ehrgeiz wurde bereits 1948 offenkundig, als er für die Fusion der beiden unterklassigen Vereine mit dem Spruch "Wollen Sie mit mir Deutscher Meister werden?" warb. Mit ihm begann der Aufstieg des 1. FC Köln zum regionalen und später nationalen Spitzenclub, das auch seinem für die damalige Zeit sehr modernen Management zu verdanken war. Die profihaften Strukturen des Vereins waren Anfang der sechziger Jahre in Deutschland vorbildlich. Den Club führte er bisweilen sehr autoritär; daher rührte auch sein Spitzname "der Boss". In Kremers Präsidentschaft fielen die Deutschen Meisterschaften des FC 1962 und 1964. Franz Kremer war einer der maßgeblichen Personen bei der Gründung der Fußball-Bundesliga im Jahre 1963. Heute erinnert der Name des vereinseigenen Stadions am Geißbockheim, dem Clubhaus, an Franz Kremer. Zu seinem 100. Geburtstag wurde die Straße zum Geißbockheim von Cluballee in Franz-Kremer-Allee umbenannt. |
Theo Burauen![]() | Theo "Döres"
Burauen (* 1906
in Köln, † 1987
in Köln) war
von 1956 bis 1973 Oberbürgermeister von
Köln.
Seit 1973 ist er Ehrenbürger von Köln. Nachdem 1956 die SPD mit 46 % die Kommunalwahlen gewonnen hatte, wählte der Stadtrat - mit den Stimmen der SPD und zwei Stimmen der FDP - Theo Burauen als ersten Sozialdemokraten nach dem Krieg zum Kölner Oberbürgermeister. 1964 errang seine Partei mit ihm mit 57,6 % eine deutliche absolute Mehrheit. Seine Amtszeit als OB dauerte insges. 17 Jahre. "Döres" gilt - auch aufgrund seiner Sozialpolitik - als der populärste und volksnäheste Kölner Bürgermeister des 20. Jahrhunderts. |
| Otto Doppelfeld |
Otto
Doppelfeld
(* 1907, † 1979 in Köln) war ein für Köln ungemein
wichtiger Archäologe, der mit großer Leidenschaft und
Beharrlichkeit nach dem Krieg viele Funde aus der römischen und
fränkischen Zeit Kölns vor der Vernichtung retten konnte und
damit einen großen Beitrag zur Aufarbeitung der antiken
Kölner Geschichte leistete. Er hatte die einmalige Chance erkannt,
durch die enorme Zerstörung der Stadt die römische und
fränkische Geschichte Kölns zu erforschen. Er begann 1946 mit
den Grabungen (zunächst unter dem Dom). Ab 1959 wurde er dann zum
Leiter des Römisch-Germanischen- Museums berufen. Seine bedeutendsten Funde sind: das Dionysos-Mosaik (bereits 1941 entdeckt), die Gräber unter dem Dom, das Praetorium, Reste des Tempels der kapitolinischen Trias unter St. Maria im Kapitol und Teile der römischen Stadtmauer. |
Willy
Millowitsch
aus Serie "Kunstköpfe am U-Bahnhof Appellhofplatz" | Willy Millowitsch (* 1909 in Köln, † 1999 in Köln) entstammt einer Kölner Schauspieler-Dynastie. "Willy" - wie ihn in Köln alle nannten - war ein überaus bekannter und beliebter Volksschauspieler in seinem Millowitsch-Theater (seit 1936 an der Aachener Str. in Nähe Rudolf-Platz am Rande der Kölner Innenstadt gelegen), dessen Leiter Willy von 1940 bis 1996 war. Seit den 1950iger Jahren erreichte er durch die Fernseh-Übertragungen aus seinem Theater sowie durch viele Filme und Rollen in Fernsehspielen bundesweit einen großen Bekanntheitsgrad und war zu jener Zeit einer der bekanntesten deutschen Theaterschauspieler. Er trat auch im mit kölschen Liedern im Karneval auf und verkörperte den typisch kölschen Jung (wie z. B. mit seinem Lied "Ich ben ene kölsche Jung ... ") und war ein kölsches Original. Seit 1989 ist er Ehrenbürger von Köln. Noch zu Lebzeiten (1992) errichtet die Stadt Köln ein Denkmal für Willy Millowitsch auf dem Eisenmarkt in der Altstadt. 1994 erhielt er die Willi-Ostermann-Medaille in Gold, die höchste Auszeichnung im Kölner Karneval. Kurz nach seinem Tod wurde ein Platz in der Nähe der Aachener Straße nach ihm benannt. Die erste deutsche Live-Übertragung einer Theateraufführung im Fernsehen war am 27.01.1953 die Übertragung des Volksstücks Der Etappenhase aus dem Millowitsch-Theater in Köln. Seine bekannteste Fernsehrolle war die des Kommissars Klefisch im WDR-Fernsehen (1990 bis 1996). |
Heinz Kühn![]() | Heinz Kühn (* 1912 in Köln, † 1992 in Köln) war ein Politiker der SPD und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (1966 - 1978) in einer SPD/FDP-Koalition. Von 1953 bis 1963 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Zeitweise war Kühn auch Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und der Versammlung der Westeuropäischen Union, wo er jeweils von 1959 bis 1963 die Sozialistische Fraktion leitete. 1962 kehrte Kühn als Fraktionsvorsitzender der SPD in den nordrhein-westfälischen Landtag zurück, dem er bis 1978 angehörte. Ebenfalls 1962 wurde er Landesvorsitzen- der der SPD in Nordrhein-Westfalen. |
Heinrich Böll![]() ![]() Geburtshaus in der Kölner Südstadt | Heinrich
Böll
(* 1917 in der Kölner Südstadt, † 1985 ) war einer der
prominentesten deutschen Nachkriegs-Schriftsteller. 1972 erhielt er
den
Nobelpreis
für Literatur. Seit 1982 ist er Ehrenbürger von Köln.
Weitere Auszeichnungen: 1951 Literaturpreis der „Gruppe 47“ für Die
Schwarzen Schafe,
1967 Georg-Büchner-Preis für das schriftstellerisches
Gesamtwerk,
1970 Präsident des PEN-Clubs Deutschland und 1971 des
internationalen
PEN-Clubs, 1974 Carl-von-Ossietzky-Medaille, Professorentitel des
Landes Nordrhein-Westfalen. 1972 kurz nach Erscheinen seines Romans Gruppenbild mit Dame warb er in einem Essay für den Spiegel unter dem Titel Will Ulrike Meinhof Gnade oder freies Geleit? für einen menschlichen Umgang mit den Terroristen der RAF und griff in diesem Zusammenhang scharf die Berichterstattung der Springer-Presse an. Von konservativen Kreisen wurde er seitdem als „geistiger Sympathisant“ des Terrorismus beschimpft. 1974 erschien sein wohl bekanntestes Werk Die verlorene Ehre der Katharina Blum als Beitrag zur Gewaltdebatte und kritische Auseinandersetzung mit der Springer-Presse in den 70-iger Jahren. Danach beschäftigte er sich zunehmend mit politischen Problemen in Deutschland und der Welt, unterstützte die Friedensbewegung und setzte sich auch kritisch mit der katholischen Kirche auseinander, aus der er 1976 austrat. Seit 1985 jährlich bzw. seit 1993 alle 2 Jahre wird von der Stadt Köln der Heinrich-Böll-Preis verliehen, ein Literaturpreis, mit dem die Köln einem ihrer größten Söhne gedenkt. Die Auszeichnung ehrt jeweils ein literarisches Lebenswerk. Erster Preisträger war Hans Magnus Enzensb erger. |
John van Nes Ziegler | John
van Nes Ziegler
(* 1921 in Köln, †
2006 in Köln) engagierte sich über Jahrzehnte hinweg in
verschiedenen
Ämtern und Funktionen (u. a. als Landtagspräsident) für
seine Heimatstadt. Von 1973 bis 1980
war der vormalige SPD-Frak- tionsvorsitzende im Kölner Stadtrat Oberbürgermeister
von Köln. Seit 1991 ist er Ehrenbürger von Köln. Er war maßgebend am Wiederaufbau nach dem Krieg und dem folgenden Strukturwandel in Köln beteiligt. Auch das größte städtebauliche Projekt der Nachkriegszeit in Köln hat van Nes Ziegler angestoßen: die Vollendung des Zentrums durch die Neugestaltung des Bereichs zwischen Dom, Hauptbahnhof und Altstadt mit dem Museum Ludwig, der Philharmonie, dem Rheingarten, der Sanierung des Viertels um Groß St. Martin und dem Rheinufertunnel. Durch den Tunnel verwirklichte sich der alte Kölner Traum vom direkten Zugang von der Altstadt zum Rhein. Auch die Kulturpolitik der Stadt hat van Nes Ziegler über zwölf Jahre als Vorsitzender des Kulturausschusses mitgestaltet. |
Hans Imhoff![]() | Hans
Imhoff (* 1922 in Köln, †
2007 in Köln) war ein
deutscher Fabrikant.
Er gründete 1949 seine erste Schokoladen- und Pralinen-Fabrik an der
Mosel. In den 70-iger Jahren erwarb er die renommierte
Schokoladenfabrik
Stollwerck in Köln, die inzwischen leider verkauft worden und von
Köln
abgezogen ist. Er gründete 1993 in Köln das nach ihm benannte Schokoladen-Museum.
Seit 2002 ist er Ehrenbürger von Köln. |
| Peter und Irene Ludwig | Prof. Dr. Peter Ludwig (* 1925, † 1996) und Prof. Dr. Irene Ludwig (* 1927, † 2010) waren Industrielle in Aachen (in der Schokoladen-Branche) und bedeutende Kunst-Sammler und -Mäzene ... - für Köln diesbezüglich von sehr großer Bedeutung! -. Peter L. ist seit 1975 Ehrenbürger und Irene L. seit 1995 Ehrenbürgerin von Köln. 1957 begann die Zusammenarbeit mit Kölner Museen, aus der das renommierte städtische Museum Ludwig mit sehr vielen Schenkungen des Sammler-Ehepaars Peter und Irene Ludwig hervorgegangen ist (gegründet 1976, seit 1986 in einem attraktiven Neubau direkt am Dom untergebracht). Dieses Museum widmet sich der Kunst des 20./21. Jhdt.. Köln hat in kultureller Hinsicht dem Ehepaar Ludwig sehr viel zu verdanken. Die größte Schenkung erfolgte 2001 mit mehr als 700 Arbeiten von Pablo Picasso. |
Trude Herr![]() | Trude Herr (* 1927 in Köln, † 16. März 1991 in Frankreich) war eine Kölner Schauspielerin, Schlagersängerin und Sängerin Kölscher "Krätzjer" sowie zeitweise Leiterin ihres eigenen Theaters. Seit den 1950iger Jahren trat sie im Kölner Karneval auf. Mit dem Film-Schlager Ich will keine Schokolade gelang ihr 1960 der bundesweite Durchbruch. Sie spielte in über 30 Filmen mit und hatte viele Auftritte im Fernsehen. 1977 eröffnete sie in der Kölner Südstadt ihr "Theater im Vringsveedel" und baute eine volksnahe Alternative zum etablierteren Millowitsch-Theater auf. Ohne ihr leider verweigerten städtischen Zuschüsse stand das Theater finanziell leider auf schwachen Füßen. Deshalb und auch wegen zunehmender Gesundheitsprobleme musste das Theater 1986 leider geschlossen werden. Bevor sie danach Köln in Richtung Südsee verließ, nahm sie mit Wolfgang Niedecken (BAP) und Tommy Engel (Bläck Fööss) ihr unvergessenens Lied Niemals geht man so ganz auf, das Platz 5 in den deutschen Charts erreichte. |
| Dieter
Wellershoff | Dieter
Wellershoff
(* 1925) ist ein ein bedeutender deutschsprachiger
Schriftsteller
der Gegenwart, dessen Werk Romane, Erzählungen, Drehbücher
und Hörspiele und auch literaturtheoretische Themen umfasst. Seit 1981 lebt er als freier Schriftsteller in Köln. Wellershoff nahm ab 1960 an Tagungen der Gruppe 47 teil. 1965 initiierte er einen „neuen Realismus“ mit der daraus entstandenen Gruppierung unter dem Namen „Kölner Schule“. Wellershoff erhielt zahlreiche Berufungen an in- und ausländische Hochschulen und erhielt neben vielen anderen Auszeichnungen 1988 den Heinrich-Böll-Preis. |
| Alfred Neven DuMont | Alfred Neven DuMont (* 1927 in Köln) ist ein Kölner Verleger, der den Verlag DuMont Schauberg 1956 von seinem Vater übernommen hat. 1964 gründete er als Alternative zu dem erzkonservativen Boulevardblatt "Bild" des Springer-Verlags die rheinische Boulevardzeitung Express, wodurch die Bildzeitung in Köln nie die Bedeutung bekommen hat wie andernorts. Er ist seit 1967 alleiniger Herausgeber von Kölner Stadtanzeiger und Express und seit 1991 Herausgeber der Mitteldeutschen Rundschau. Seit 1999 gehört auch die Kölnische Rundschau zu seinem Verlag. Seit 2006 hat er zudem die Mehrheit am Verlag der Frankfurter Rundschau. Seit 2001 ist Alfred Neven DuMont Ehrenbürger von Köln. Sein Großvater mütterlicherseits ist der Maler Franz von Lenbach. |
| Hans Schäfer | Hans Schäfer - "De Knoll" (= Dickkopf) - (* 1927 in Köln) ist einer der prominentesten Fußballer der Vereinsgeschichte des 1. FC Köln. Er spielte in der ruhmreichen Zeit des Vereins im damals noch üblichen System zumeist Linksaußen (1948 bis 1965). 1964 wurde er mit dem FC erster Deutscher Meister der neuen Fußball-Bundesliga, nachdem der FC 1962 seine erste Deutsche Meisterschaft in dem damals noch üblichen Finale gegen den 1.FC Nürnberg gewonnen hatte. Von 1952 bis 1962 absolvierte er insgesamt 39 Spiele in der Nationalmannschaft und erzielte dabei 15 Tore. Schäfer war der erste deutsche Spieler, der an drei Fußballweltmeisterschaften teilnahm (1954, 1958 und 1962 ). Höhepunkt seiner Karriere war der Weltmeistertitel mit der Deutschen Nationalmannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz, wo er vier Tore schoß und die Vorlage zum legendären und entscheidenden 3. Tor im Endspiel gegen Ungarn (3:2) durch Helmut Rahn gab. 1963 wurde Hans Schäfer zum Fußballer des Jahres gewählt. |
Gerhard
Richter |
Der Maler Gerhard
Richter (* 1932), einer der bedeutendsten Künstler der
Gegenwart, lebt und arbeitet seit 1983 in der Kultur- und Kunststadt Köln.
Der in Dresden geborene
Gerhard Richter gehört zu den
weltweit
bedeutendsten und zugleich populärsten zeitgenössischen
Künstlern. Sein
Werk hat einen nicht zu überschätzenden Einfluss auf eine
jüngere
Künstlergeneration. Er erhielt für seine Arbeit zahlreiche
nationale und internationale Auszeichnungen. Eines seiner bekannteren
Werke hängt im Kölner Museum
Ludwig: "Ema -
Akt auf
einer Treppe". Seine abstrakten Gemälde werden derzeit
(bis
01.02.09) in einer viel beachteten Ausstellung im Museum
Ludwig
gezeigt. Seit April 2007 ist Gerhard Richter Ehrenbürger von Köln. |
| Norbert Burger | Norbert Burger (* 1932 in Köln) war von 1980 bis 1999 Oberbürgermeister der Stadt Köln. Er ist Mitglied der SPD. In seine OB-Zeit fällt u. a. der G8-Gipfel der Staats- und Regierungs-Chefs der wichtigsten Wirtschaftsstaaten der Welt 1999 in Köln. Alle Kölner erinnern sich aus dem Freizeit-Programm dieser Tagung noch an das legendäre Essen über dem Dionysos-Mosaik im Römisch-Germanischen Museum und an die Besuche des US-Präsidenten Clinton in Kölner Altstadt-Kneipen .Burger war der letzte Kölner Oberbürgermeister, der noch vom Rat der Stadt Köln und nicht von den Kölner Bürgerinnen und Bürger direkt gewählt worden ist, und auch der letzte OB Kölns, der nicht zugleich Oberstadtdirektors war. |
| Wolfgang Overath | Wolfgang
Overath
(* 1943) war Fußballspieler des 1.
FC Köln
und der deutschen Nationalmannschaft und war von Juni 2004
bis November 2011 Präsident des 1. FC Köln. Er ist wohl der prominenteste
Spieler der FC-Geschichte. Er war von 1963 bis 1977 deren
legendäre
"Nr.
10" und sog. "Spielmacher". Mit der deutschen Nationalelf wurde er 1974
Weltmeister -
sein
größter
sportlicher Erfolg - und
mit dem 1. FC Köln deutscher Fußballmeister 1964. Zwischen
1963 und 1974 spielte
er 81mal in der Nationalmannschaft und erzielte 17 Tore. Er
gehörte mit
Frans Beckenbauer und Günter Netzer
zur goldenen Spielmacher-Generation. Overath nahm an drei
Weltmeisterschaften
teil: 1966 in England wurde er mit der deutschen Elf Vizeweltmeister
(Endspiel-Niederlage
gegen England mit 2:4), 1970 in Mexiko Dritter hinter Brasilien und
Italien und 1974 Weltmeister (Endspiel-Sieg gegen die Niederlande mit
2:1). Vor
allem von der WM 1970 ist er als Weltklasse-Mittelfeldregisseur in
Erinnerung. 2008 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Größte Erfolge mit dem "FC" und der National-Mannschaft: Weltmeister (1974) Vize-Weltmeister (1966) und WM-Dritter (1970) Nationalspieler 1963 - 1974 (81 Spiele) Deutscher Meister (1964) Deutscher Vize-Meister (1965, 1973) DFB-Pokal-Sieger (1968, 1977) FC-Spieler 1963 - 1977 (Mannschaftskapitän 1968 - 1978) |
Wolfgang Niedecken![]() | Wolfgang Niedecken (* 1951 in Köln) ist ein Kölner Sänger, Musiker und bildender Künstler. Er gründete Ende der 1970er Jahre zusammen mit Hans Heres die Kölsch-Rock-Band BAP, die wohl bedeutendste Band der Kölner Musik- Szene, mit der er schon bald auch über die Grenzen Kölns hinaus bekannt wurde. Er ist bis heute Sänger und Frontmann der Gruppe und das einzig verbliebene Gründungsmitglied. Vor seiner Karriere als Musiker studierte er von 1970 bis 1976 in Köln Kunst und ist bis heute aktiver Künstler, der die meisten BAP-Plattencover gestaltete und auch viele eigene Ausstellungen präsentiert. Aber Wolfgang Niedecken zeigt auch immer wieder großes politisches und gesellschaftliches Engagement. So war er z. B. 1992 einer der Initiatoren des Kölner „Arsch huh“-Konzerts gegen Rassismus und Fremdenhass, im Jahre 2002 engagierte er sich für eine Fortsetzung der rot-grünen Regierungsarbeit und in den Jahren 2004 und 2005 war er Botschafter der Hilfsaktion „Gemeinsam für Afrika“. |
Bläck
Fööss![]() | Spätestesten mit
ihrem 40-jährigen Bühnen-Jubiläum in 2010 gehört
die Kösch-Rockgruppe Bläck
Fööss zu den historischen Kölner
Persönlichkeiten. Die Gruppe ist 1970 aus einer Rockband
hervorgegangen und hat den Kölner
Karneval maßgeblich verändert, ja revolutioniert.
Während bis
dahin bei Sitzungen im musikalischen Teil im wesentlichen
Krätzjer-Sänger wie vor dem Weltkrieg vor allem Willi
Ostermann (s. oben) sowie
in der Nachkriegszeit Karl Berbuir, Jupp Schmitz und viele andere
auftraten, tauchte mit den Bläck Fööss eine Rockband im
Karneval und in den Sitzungen auf. Sehr schnell war die
Band bei den Jecken stark gefragt; nur der offizielle und damals noch
sehr
konservative Karneval war vor allem ob des äußeren
Erscheinungsbildes
mit langen Haaren, Jeans und - in Anlehnung an den Namen - anfangs mit
nackten Füßen zunächst äußerst reserviert.
Heute gehören die
"Fööss"zu den
Höhepunkten jeder Sitzung und sind ein fester
Bestandteil
der bunten Kölner Musik-Szene. Die Gruppe
hat
unzählige Lieder - die meisten in kölscher Mundart -
geschaffen, von denen viele treffend die
kölsche
Seele und das kölsche Leben beschreiben. Diese Leedcher kennt
mittlerweile jeder in Köln und jeder singt sie vor allem an den
Karnevalstagen in den Kneipen mit. Die Band und ihre Lieder
gehören
längst zum kölschen Kulturgut. Gründungsmitglieder:
"Tommy" Engel (der damalige Frontsänger, der leider 1994
ausgestiegen
ist), "Joko" Jaenisch, "Bömmel" Lückerath, Hartmut
Prieß, Peter Schütten, "Erry" Stocklasa.
Aktuelle Zusammensetzung: "Kafi" Biermann, Ralf "Gus" Gusovius, "Bömmel" Lückerath, Hartmut Prieß, Peter Schütten, "Erry" Stocklasa, Andreas Wegener. Die
10 besten Leedcher der
Bläck
Fööss (nach subjektiver
Auswahl des Autors): Drink
doch eine met, Du
bess die Stadt, En
unserem Veedel, Es
gibt ein Leben nach dem Tod, Et
Spanien-Leed,
Kaffeebud,
Kölle
du uns Stadt am Rhing,
Mer
losse d'r Dom en Kölle, Ming
eetste Fründin, Rut
& Wiess. Den
Bläck Fööss, der
"Mutter aller kölschen Bands", folgten
sehr
schnell heute ebenfalls sehr prominente Gruppen wie neben
vielen anderen Höhner,
Paveier und De Räuber, die mit den "Fööss" das sog.
kölschen Kleebblatt bilden und mit zur
bunten
Kölner
Musik-Szene zählen. Deren
besten Lieder gehören ebenso
zum kölschen Liedgut wie diejenigen der "Fööss".
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