Köln: Stadtprofil und Kölner Geschichte

Rubrik:
Köln: Stadtprofil und Kölner Geschichte                                               
           (Kölner Stadtgeschichte/Kölns geschichtliche Epochen)
            mit Datensammlung zur Kölner Geschichte

> Überblick zur Kölner Stadtgeschichte - Die Kölschen und ihre Lebensart


 Rubrik (mit 5 Themen-Seiten) der privaten  Web-Präsenz  "Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt".Diese Web-Präsenz verfolgt ausschließlich private und keinerlei kommerzielle Interessen!

0. Inhalt

1. Kölner Stadtprofil
2. Überblick zur Geschichte der Stadt
3. Die Kölschen und ihre Lebensart
D. Bedeutendste Geschichtsdaten Kölns


1. Kölner Stadtprofil

Die Rheinmetropole Köln ist eine Stadt mit einer über 2000-jährigen Geschichte. Köln war
und ist heute nach diversen Stadterweiterungen und  Eingemeindungen
Die Rheinmetropole Köln war mithin in allen historischen Epochen eine sehr bedeutende Stadt. Hiermit besitzt die Kölner Stadtgeschichte ein Merkmal unter den deutschen Großstädten, das kaum eine andere Großstadt aufweisen kann. Ein Alleinstellungmerkmal sogar für Europa ist, dass das heutige Köln vom gleichen Ort  aus regiert und verwaltet wird wie das römische Köln vor 2000 Jahren, denn das heutige Kölner Rathaus steht am gleichen Ort und über den Ruinen des Praetoriums, dem Palast des Statthalters der römischen Provinz Germania Inferior ab dem 1. Jhdt  n. Chr. und der fränkischen Könige im frühen Mittelalter. Köln hatte das älteste Stadtsiegel Europas und das erste Rathaus in Deutschland sowie das früheste Grundbuchwesen im Form der sogenannten Schreinsbücher (benannt nach der Lagerung der Urkunden in Behältern ("Schreinen")) und die erste bürgerliche Universität Deutschlands.

Kaum eine deutsche Großstadt ist noch heute im Stadtbild so geprägt von ihrer 2000-jährigen Geschichte und ihrer Geschichte als Festungsstadt (mit den die Straßenstruktur in der Innenstadt prägenden und in einigen Teilen noch als Denkmäler erhaltenen römischen und mittelalterlichen Stadtmauern sowie den preußischen Festungsringen). Die Trassen der römischen Nord-Süd-Achse ("Cardo Maximus") und der Ost-West-Achse ("Decumanus Maximus") sind noch heute mit den Trassen zwei der wichtigsten  Einkaufsstraßen  in der Innenstadt - Hohe Straße/Hohe Pforte und Schildergasse - ebenso zu erkennen wie dieTrassen der römischen Fernstraßen mit  den Trassen von Aachener Straße (nach Westen), Luxemburger Straße (nach Südwesten) und  Bonner Straße (nach Süden). Das Rathaus steht über dem Praetorium, dem Sitz des römischen Statthalters. Die Romanische Kirche St. Maria im Kapitol steht auf dem antiken Kölner Kapitolshügel und die Romanische Kirche Groß St. Martin steht über den Fundamenten eines der vor der Stadtmauer errichteten römischen Lagerhäuser (2. - 4. Jhdt.). Der Verlauf der großen mittelalterlichen Stadtmauer ist in der Trasse der heutigen kölntypischen halbkreisförmigen Ringstraße vom Ubier-Ring, dem südlichen Ende am Rhein, und dem Theodor-Heuß-Ring, dem nördlichen Ende am Rhein, noch zu erkennen. Und schließlich dokumentieren der Innere Grüngürtel am linksrheinischen Rande der Kölner Innenstadt und der Äußere Grüngürtel am linksrheinischen Rand der Stadt  die Lage der preußischen Festungsringe des 19. Jhdt..

In der langen Geschichte Kölns entwickelte sich auch der Name der Stadt weiter. Die Römer nannten das um 19. v. Chr. gegründete Oppidum Ubiorum mit der Verleihung des Status einer Stadt römischen Rechts fortan Colonia Claudia Ara Agrippinensium (abgekürzt: CCAA) und später offenbar nur noch Agrippina. Die nachfolgenden Franken nannten sie wohl schlicht Colonia. Hieraus entwickelten sich im Mittelalter die Bezeichnungen Coellen und Coeln (am Rhein) bzw. lateinisch Colonia Agrippina sowie in der Neuzeit Cöln und ab 1919 der heutige Name Köln (mundartlich: Kölle). Die Rheinmetropole ist eine der wenigen deutschen Städte, die in vielen Sprachen eine eigene Bezeichnung aufweist für Köln (zumeist aus dem römischen Colonia abgeleitet, so in Italien und Spanien Colonia, in Portugal Colônia, in Frankreich Cologne, im englischsprachigenen Raum Cologne, in der Türkei Kolonya und in den Niederlanden Keulen).

Historisch und kulturell umfaßt die Stadtgeschichte Kölns - grob gegliedert - drei  EpochenDiese geschichtlichen Epochen Kölns werden in den nachfolgend genannten drei Themen-Seiten der Rubrik "Kölner Geschichte" dieses Internetauftritts näher beschrieben:

Römisches Köln
                                                                          
um 19 v. Chr. -  um 455 n. Chr.
ab 50 n. Chr. Status einer Colonia (Stadt römischen Rechts)
ab um 90 n. Chr. römische Provinzhauptstadt
zeitweise Kaiseresidenz
Mittelalterliches Köln um 455 - um 1500

um 460 - 8. Jhdt. Residenzstadt der Franken
bis 1288 Residenzstadt des Kurfürstentum Köln
ab 1288 de facto und ab 1475 de jure Freie Reichsstadt
Neuzeitliches Köln - Köln heute
ab um 1500
1794 - 1814 französische Besatzung
1815 - 1918 Königreich Preußen
aktuell größte Stadt in NRW und viertgrößte in der BRD

In einer weiteren Themen-Seite
werden aus  diesen 3 Epochen einige wichtige Kölner Persönlichkeiten mit Geburtsort Köln bzw. Bezug zu Köln vorgestellt. Ferner enthält diese Rubrik noch die Themen-Seite Großveranstaltungen in Köln.

In einem in der Entstehung befindlichen Werk "Geschichte der Stadt Köln" der Historischen Gesellschaft Köln e. V. mit insges. gepl. 13 Bänden (Greven-Verlag) wird die Geschichte der Rheinmetropole (in den 13 Bänden) feiner wie folgt gegliedert:

1   Köln in römischer Zeit/Geschichte einer Stadt im Rahmen des Imperium Romanum  - fertig -
2   Köln im Frühmittelalter Mitte 5. Jhdt. - 1075/Von der fränkischen Epoche zur erzbischöflichen Herrschaft
3   Köln im Hochmittelalter 1075 -1288/Entstehung und Aufstieg der bürgerschaftlichen Stadt
4   Köln im Spätmittelalter 1288 - 1513
5   Köln im Zeitalter von Reformationen und Katholischer Reform  1513 - 1610
6   Köln in einem eisernen Zeitalter 1610 - 1686
  - fertig -
7   Köln im 18. Jhdt.  1686 - 1794
8   Köln von der französischen zur preußischen Herrschaft 1794 - 1815  - fertig -
9   Köln in preußischer Zeit 1815 - 1871
10 Köln im Kaiserreich 1871 - 1918
11 Köln in der Weimarer Zeit 1918 - 1933/Kriegsfolgen, Aufbau, Wirtschaftskrise
12 Köln in der Zeit des Nationalsozialismus 1933 - 1945 
- fertig -
13 Köln seit 1945

Das heutige Großstadt Köln ist das Verkehrskreuz des Westens, eine Medienmetropole, ein Industrie-Standort mit insbes. Auto- und Chemie-Industrie, ein Wirtschafts- und Handelszentrum, eine Universitäts-Stadt, ein international bedeutender Messestandort,  Erzbischofssitz, eine Einkaufsmetropole und zunehmend eine Stadt zum Feiern. Weltbekannt und weltberühmt ist das Wahrzeichen der Stadt, der Kölner Dom. Der Dom wird ebenso wie die Romanischen Kirchen Kölns auf Detail-Seiten der Seite Kölner Bauwerke beschrieben. Köln gilt und versteht sich aber auch  als bedeutende Kultur- und Kunststadt  mit einer langen kulturellen Tradition, die in der betreffenden Rubrik dieses Internetauftritts mit u. a. den Themenseiten Kölner MuseenKölner Denkmäler und Kölner Musik-Szene und Bühnen beschrieben wird, und als Sportstadt  mit u. a. den beiden von den Kölner "heiß geliebten" großen Clubs 1. FC Köln (Fußball) und KEC (Eishockey). Köln wird von seinen Bewohnern und den vielen Besuchern geschätzt als Stadt zum Ausgehen und Einkaufen, zum Feiern und Erleben der vielfältign Kultur-Szene mit solch bedeutenden Einrichtungen wie der riesigen Kölnarena (leider jetzt Lanxess-Arena genannt), den zahlreichen zum Teil hochrangigen Museen, der Kölner Philharmonie, Opern- und Schauspielhaus,  den zahlreichen Clubs und privaten Theatern.

Nicht untypisch für diese feierfreudige Stadt ist, dass sie nicht nur zwei Gründungsdaten hat, die selbst von Experten oft vermengt und verwechselt werden, sondern auch dreimal Millionenstadt wurde.



Kölner Panorama:

        Kölner Panorama
Kölner Panorama
Kölner PanoramaKölnerKölner Panorama/Dom und Groß St. Martin
von Severinsbrücke aus
  KölnerKölner Panorama/Dom und Groß St. Martin
von Rhein-Ufer Deutz aus
KölnerKölner Panorama/Dom und Groß St. Martin
von Deutzer Brücke aus 
Kölner Panorama
von Nähe Zoobrücke aus
Kölner Panorama
 Kranhäuser (von Deutzer Brücke aus)
Kölner Panorama
vom Triangel-Turm in Deutz aus
Kölner Panorama/Kölner Dom
Kölner Dom

  
 
In  Kölner Museen werden Objekte aus den historischen Epochen gezeigt im
 

 Römisch-Germanischen Museum
und demnächst
 Museum "Archäologische Zone"
archäologische Exponate der Antike aus Köln und dem Rheinland
von der Urgeschichte bis zum frühen Mittelalter
 Kölnisches Stadtmuseum

Exponate aus der Geschichte der Stadt Köln vom Mittelalter bis heute
                                                  

2. Überblick zur Geschichte der Stadt

Vermutlich um 19 v. Chr. siedelten die Römer unter ihrem Statthalter in Gallien, Agrippa, die bis dahin rechtsrheinisch siedelnden Ubier im späteren linksrheinischen Kölner Gebiet an und gründeten das "Oppidum Ubiorum" (= zivile Siedlung der Ubier)  und machten den Ort unter dem Prinzipat des Augustus (27 v. Chr. - 14 n. Chr.) zu einem zentralen Ort in Germanien. In 50 n. Chr. erhielt diese Siedlung die höchsten Rechte einer römischen Stadt mit dem Namen

"Colonia Claudia Ara Agrippinensium" (CCAA)

(= frei übersetzt: "Stadt römischen Rechtes und  Stadt der Agrippinenser, unter Kaiser Claudius gegründet am Ort des Altars  für den Kaiserkult") und wurde eine der wichtigsten Städte des römischen Reiches nördlich der Alpen. Die Verleihung der Stadtrechte hatte die Frau des Kaisers Claudius, Agrippina (Mutter des späteren Kaisers Nero), die 15 n. Chr. als Tochter des Heerführers Germanicus und dessen Frau Vipsania Agrippina im Oppidum Ubiorum geboren worden war, veranlaßt. Mit der Erhebung der Siedlung zu einer Colonia begann eine enorme Entwicklung des antiken Köln und dessen weiterer Aufschwung. Aus dem Namen CCAA wurden später die Abkürzungen Colonia und noch später Cöllen/Cöln/Köln. Weitere Erläuterungen zum römischen Köln siehe Themenseite "Römisches Köln".

Köln gehörte im Mittelalter zunächst zu den fränkischen Reichen und ab 962 zum neuen römisch-deutschen Kaiserreich (ab Mitte des 10. Jhdt. innerhalb des Kurfürstentums Köln, ab de facto 1288 und ab 1475 de jure als Freie Reichsstadt). Das mittelalterliche Köln hatte ab dem 10. Jhdt. eine wirtschaftliche Blütezeit (insbes. als Handelsmetropole und als Pilgerstadt sowie als bedeutende Kunstmetropole). Köln mit seinen mittelalterlichen Bezeichnungen Coellen oder Coelln (am Rhein) bzw. lateinisch meist Colonia Agrippina war im Frühmittelalter bis Anfang des Hochmittelalters flächen- und einwohnermäßig die größte Stadt nördlich der Alpen und mit ihrem Stapelrecht und Münzrecht eine einflussreiche Metropole... heute würde man sagen eine Weltstadt. Im späteren Mittelalter (14. - 16. Jhdt.) hatte die rheinische Metropole ca. 40000 Einwohner und war eine der größten und bedeutendsten Städte Europas und bis ins 16. Jhdt. die größte Stadt im gesamten Reichsgebiet. Von Düsseldorf sprach damals noch kaum einer (Düsseldorf erhielt sein Stadtrecht übrigens erst 1288 als eine der Auswirkungen der für die Entwicklung des mittelalterlichen Köln und deren Bürger so wichtigen siegreichen Schlacht bei Worringen)!  Der große Pilgerstrom setzte insbes. durch die Überführung der Reliquien der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln (1164) und den dadurch ausgelösten Bau des großen gotischen Kölner Doms (ab 1248) ein. Die mittelalterliche Glanzzeit endete mit dem wirtschaftlichen Niedergang der Freien Reichsstadt im Zusammenhang mit dem Zerfall der Hanse und der dem 30jährigen Krieg (1608 -1648) folgenden Wirren. So kam es  Ende 17. und  im 18. Jhdt. zum vorübergehenden wirtschaftlichen Niedergang und Verfall der Reichsstadt. Weitere Erläuterungen zum mittelalterlichen Köln siehe Themenseite "Mittelalterliches Köln". 

Nach der Auflösung des "Heiligen römischen Reichs deutscher Nation" (1806) fiel als eines der Ergebnisse des Wiener Kongresses 1815 das Rheinland mit Köln an das Königreich Preußen und Köln wurde preußische Festungsstadt. Als nationales Ereignis Deutschlands wurde 1880 vom deutschen Kaiser der Kölner Dom eingeweiht (Baubeginn 1248, Bauunterbrechung um 1530, Weiterbau ab 1842), ein Bauwerk, dass für Köln und darüberhinaus von großer Bedeutung ist. Dies wird auch mit der Festrede bei der Grundsteinlegung 1842 zum Weiterbau deutlich:

Schluss-Satz aus der denkwürdigen Rede des preußischen Königs Friedrich-Wilhelm IV zur Grundsteinlegung für den Weiterbau des Doms (Zitat aus einer Urkunde im Stadtmuseum (Ausstellung "Der kolossale Geselle"): "... Meine Herren von Köln! Ihre Stadt ist durch dieses Bauwerk hoch bevorrechtigt vor allen Städten Deutschlands und sie selbst hat dies auf das würdigste erkannt. Heute gebührt ihr dies Selbstlob. Rufen sie mit Mir und unter diesem Ruf will ich die Hammerschläge auf den Grundstein thun, rufen sie mit Mir das tausendjährige Lob der Stadt: Alaaf Köln."

Nach den glanzvollen Epochen des Römischen Köln und des Mittelalterlichen Köln sowie nach dem vorübergenden wirtschaftlichen Niedergang Ende des 17. und im 18. Jhdt. erlebte Köln im Zuge der industriellen Revolution einen immensen Aufschwung. Die Rheinmetropole Köln entwickelte sich im 19. und 20. Jhdt. zu einer modernen Großstadt. Die Region profitiert dabei wie schon im Mittelalter von der äußerst verkehrsgünstigen und zentralen Lage in Europa. Heute ist das neuzeitliche moderne Köln nach diversen Stadterweiterungen und Eingemeindungen mit ca. 1 Mio. Einwohnern die viertgrößte Stadt der Bundesrepublik Deutschlands (nach Berlin, Hamburg und München). In seiner über 2000-jährigen Geschichte ist  Köln von ca. 97 ha mit ca. 20.000 Einwohnern  der römischen "Colonia" (50 n. Chr.) über 401 ha nach Bau der großen Mauer (ab 1180) auf heute 40515 ha mit ca. 1,0 Mio. Einwohnern gewachsen. Weitere Erläuterungen zum heutigen Köln siehe Themenseite "Neuzeitliches  Köln".

Eng mit der über 2000-jährigen Geschichte Kölns verbunden sind die Stadtbefestigungen der geschichtlichen Epochen. Köln war im Laufe seiner Geschichte ab dem 1. Jhdt. nach Chr. bis Anfang des  20. Jhdt. stets eine Festungsstadt mit

Politische Zugehörigkeiten Kölns in der über 2000-jährigen Geschichte im Überblick

Der historischen Tradition Kölns entspricht, dass keine andere Stadt so früh - nämlich seit 1130 -  und umfangreich ihre Geschichte schriftlich archiviert hat. Das Historische Archiv der Stadt Köln ** besteht seit etwa 1409 (damals zunächst im neuen Rathausturm untergebracht).  Das Historische Archiv, das "Geschichtliche Gedächnis der Stadt Köln" und ein unermesslicher Schatz zur Kölner Geschichte und darüber hinaus, ist mit ca. 30 Regal-Km das größte kommunale Archiv Deutschlands und nördlich der Alpen.  Es enthält u. a. 65000 Urkunden, 1800 mittelalterliche Handschriften, über 150000 Karten und Pläne, über 800 Nachlässe und Sammlungen sowie 500000 Fotos zu Kölner Ereignissen.  Der Bestand (z. Zt. leider nicht nutzbar) ist gegliedert in die Bereiche
Und in Köln wurden zwei die industrielle Entwicklung ganz entscheidend prägende Erfindungen und Entdeckungen gemacht. Nicolaus August Otto entwickelte ab 1872 in Köln einen gasgetriebenen Motor nach dem  Viertakt-Prinzip - den Ottomotor -, mit dem in Köln-Deutz die Motorisierung der Welt begann und mit dem auch heute noch weltweit Motoren in etwa 750 Mill. Autos betrieben werden. Und Georg Simon Ohm definierte 1826 am Dreikönigs-Gymnasium in Köln das "Gundgesetz" der Elektrotechnik, das Ohmsche Gesetz.

Mit der Kölner Stadtgeschichte und deren historischen Erforschung beschäftigen sich u. a. der Kölnische Geschichtsverein (Zitat: "Der Kölnische Geschichtsverein (KGV) beschäftigt sich mit der Geschichte Kölns und seines Umlandes von der Antike bis zur Gegenwart. Geschichte heißt nicht nur politische Geschichte und Kirchengeschichte, sondern auch Kunst und Kultur, Wirtschafts- und Sozialgeschichte."),  die Universität Köln, verschiedene Kölner Museen und  per Amt der Stadtkonservator sowie viele Vereine wie der Förderverein Romanische Kirchen Köln (1981), der Zentral-Dombau-Verein von 1842, die Historische Gesellschaft Köln, die Archäologische Gesellschaft Köln und der Verein Kölner Sportgeschichte. Die Archivierung der Geschichte der Stadt Köln obliegt dem Historische Archiv der Stadt Köln, das damit natürlich einen unverzichtbaren Partner für die Erforschung der Kölner Geschichte darstellt.


3. Die Kölschen und ihre Lebensart

Ein besonderes  Merkmal Kölns, das vor allem Besuchern und Zugereisten auffällt und für sie die Stadt lebenswert macht (s. unten), ist die lockere und tolerante kölsch-rheinische Lebensart und die Vielfalt in der Stadt. Hier wird viel gefeiert, aber auch viel verpennt - mit allen Vor- und Nachteilen, die eine solche Lebensart mit sich bringt -. Hierzu passt der Refrain eines Liedes der Bläck Fööss: "Mr´ sin wie mer sinn, mir Jecke am Rhing, dat es jet, wo mr´ stolz dropp sin." Solche Sätze und "Et kütt wie et kütt." und "Et hätt noch immer jod jejange." sind das Motte der meisten - geborenen und zugereisten - Kölner.  Die Kölner lieben ihre große alte Stadt trotz aller Mängel und Unzulänglichkeiten, ihr eigenes Getränk - das Kölsch -, das in den für Fremde oftmals zunächst befremdlich kleinen Kölschstangen serviert wird, ihren FC, ihren Karneval  und vor allem ihren Dom. So wird auch das größte städtische Fest, der Karneval oder Fastelovend, wie man hier sagt, wohl nirgendwo so intensiv und ursprünglich gefeiert wie in Köln (wobei die Bläckfööss vor einiger Zeit zu Recht auf einige jüngste Auswüchse wie das Kampftrinken von Jugendlichen aufmerksam gemacht haben). Die Lebensfreude führt auch dazu, dass hier Fremde schnell integriert werden.

"Kölsch" ist Sprache (Kölner Dialekt), Getränk (obergäriges Bier in den schon erwähnten kölntypischen Stangengläsern) und Lebensphilosophie in einem. Zu dieser kölschen Lebensphilosophie passt ein Zitatauszug aus einem Interview mit dem sehr bekannten TV-Journalisten Klaus Bednarz (KStA 06.07), der als norddeutscher Protestant schon lange in Köln lebt: "... Ich fühle mich hier zu Hause trotz der Schmuddelecken, trotz der politischen Klüngelei, wegen der wunderbar antiautoritären Menschen, die ihren Kardinal auf so prächtige Weise hassen. Und ich kenne keine andere Stadt, in der das Volkslied so lebendig ist, die so mit ihrer Musik lebt. ...". Desweiteren passt hierzu ein Zitat eines der bedeutendsten Kölner, des Nobelpreisträgers Heinrich Böll, aus "Nebenbei eine Großstadt": "Es ist fast müßig, eine Stadt zu loben, die fast zweitausend Jahre lang ohne viel Geschrei ihre Anziehungskraft bewiesen hat. ... Eine wirklich schöne Frau braucht nicht zu beweisen, dass sie es ist: mögen Eifersüchtige ihr nachweisen, dass ihre Nase nicht vollkommen, ihre Taille zu schmal, ihr Mund zu groß sei; sie lächelt über diese Tadel, denn sie weiß, dass sie etwas besitzt, das undefinierbar und unmeßbar ist: Schönheit, etwas was nicht perfekt aber vollkommen ist. ... Köln ist nicht perfekt, aber vollkommen, es ist vollkommen Köln, und wieder wird es mir schwer zu sagen, was Köln ist."

Schon zu römischer Zeit tauschten sich in dem damaligen antiken Handelszentrum die Kulturen aus und mischten sich. Entsprechend dieser multikulturellen Tradition leben heute in Köln registrierte Menschen aus ca. 180 Nationen mehr oder weniger friedlich zusammen - soviel wie in keiner anderen vergleichbar großen Stadt Deutschlands -. Viele Besucher und Neukölner bezeichnen Köln als fast mediterane Stadt. Der Schriftsteller Dieter Wellershoff sagt zu Köln: "Was ich brauche ist ein Biotop. Eine Stadt ist für einen Schriftsteller ein Erlebnis- und Beobachtungsfeld und Köln hat ein hoch differenziertes Spektrum an Lebensformen." Der Kölner Kabarettist Jürgen Becker nennt Köln in einem seiner früheren Programme liebenswert und kritisch zugleich "ein Biotop für Bekloppte". Der renommierte Stadtplaner Prof. Albert Speer bezeichnete 2007 im Zusammenhang mit einem Auftrag für einen städtebaulichen Masterplan Köln zwar aufgrund seiner langen Vergangenheit als städtebauliche Chaosstadt, will deshalb aber keineswegs alles umkrempeln: "Eine Bürgerstadt hat schließlich auch viele Vorzüge. ... Die Stadt hat einen quirligen jungen Charakter und keine Neigung, abends zu veröden. Das ist eine ihrer Stärken und in Deutschland ziemlich einmalig." (Zitat/KStA 25.08.07). 

Nicht zuletzt wegen der toleranten Lebensart in dieser Stadt hat sich seit einigen Jahren neben dem Rosenmontagszug in der Karnevals-Hochburg Köln, dem (früheren) Ringfest in der Kölner Musik-Szene (seit 2006 vorerst (?) entfallen) und dem Köln-Marathon  ein weiteres regelmäßiges Straßen-Großereignis etabliert: jährlich zum Christopfer- Street-Day im Juli, dem Feiertag der Lesben und Schwulen, eine der größten CSD-Paraden und CSD-Straßenfeste. Und weil in Köln fast alles, was mit Feiern zu tun hat, zu funktionieren scheint, sind auch die seit 2001 jährlich im Juli am Rhein veranstalteten "Kölner Lichter"  zum mittlerweile größten Feuerwerk Deutschlands und einem der größten Europas aufgestiegen. Zu einem weiteren Großereignisse entwickelt sicher immer mehr der Kölner Weihnachtsmarkt mit seinen Märkten am Dom (nach Meinung vieler der Markt mit der schönsten Weihnachtsmarkt-Kulisse in Deutschland), am Alter Markt/Heumarkt, am Neumarkt, am Rudolfplatz, auf einem Rheinschiff und am Schokoladen-Museum/Rheinau-Hafen.

Köln hat im übrigen auch als potentieller Wohnsitz bundesweit einen guten Ruf. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach nach der als Wohnsitz attraktivsten Stadt ergab folgende Rangfolge (Quelle: Kölner Stadtanzeiger 19.04.05):

    1. Hamburg 30 %, 2. Berlin 28 %, 3. München 27 %, 4. Köln 16 %, 5. Bremen 8 %, 6. Dresden, Düsseldof und Stuttgart je 7 % 

Der Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) fasste es im KStA (15.04.11) so zusammen: "Köln ist eine Stadt, die ein bisschen schmuddelig ist, in der man feiern kann, in der es sich bestens leben lässt .... eine Mischung aus Arbeit, Kreativität, Kultur und Genuss." Wodurch die Stadt geprägt wird, ergibt sich auch aus einer erforschten aktuellen Zufriedenheitsliste (Platz 1 bis 5) der Kölner Bürger (Zitat Kölner Stadtanzeiger, 07.05.11, "So sehen die Kölner ihre Stadt"): Ausgehmöglichkeiten 91%, Einkaufsmöglichkeiten 90%, Kulturelles Angebot 88%, Karneval 75%, Menschenschlag 74%. 


D. Bedeutendste Geschichtsdaten Kölns

    Hinweis: Zu den wichtigen Daten der Kölner Geschichte siehe auch weitere ausführlichere Datensammlungen in den Themenseiten Römisches Köln Mittelalterliches Köln und Neuzeitliches modernes Köln.


24 Partnerstädte Kölns:
Barcelona, Berlin-Neukölln, Berlin-Treptow, Bethlehem, Cluj (Klausenburg) (Rumänien), Corinto/El Realejo (Nicaragua), Cork (Ir land), Esch-sur-Alzette (Luxemburg), Indianapolis, Istanbul, Kattowitz (Polen), Kyoto, Lille, Liverpool, Lüttich, Peking, Rotterdam, Tel Aviv, Thessaloniki, Tunis, Turin, Turku (Finnland), Wolgograd, Rio de Janairo (ab Sept. 2011)  (Stand: 07.2011).


Kölner Wappen
Wappen Köln
Kölner Panorama/Altstadt
Altstadt vom Dom-Dach aus
Kölner Panorama
Museum Ludwig vom Dom-Dach aus
Kölner Panorama/Groß St. Martin
Rheingarten
Kölner Panorama
Olympia- und Schokoladen-Museum
Kölner Panorama
Schokoladen-Museum und Kranhäuser
Kölner Panorama
Sicht vom Schokoladen-Museum aus   
Kölner PanoramaKölner Panorama
von Köln-Poll (Severinsbrücke) aus
Kölner Panorama/St. Kunibert
  St. Kunibert
   (vorne: historisches Flugboot Do-24 ATT am 21.05.06)
Kölner Panorama/Rheingarten
 Rheingarten/Altstadt   
Rathausplatz Köln
Rathausplatz  *   
Kölner Panorama/Dom und Museum Ludwig
  Dom/Museum Ludwig 
      

Informationen für Touristen sind im Köln-Info-Haus von KölnTourismus direkt gegenüber der Turmseite des Doms  zu erhalten.                   

Ein Nachtrag: Die Kölner lieben und schätzen ihre Stadt und sind stolz auf die lange historische Tradition mit der über 2000-jährigen Geschichte und die kulturelle Vielfalt mit ihren vielen kulturellen Schätzen sowie auf die tolerante fröhliche Lebensart in dieser Stadt. Leider neigen Kölner und wohl auch die hiesige Verwaltung offenbar gelegentlich dazu, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, manchmal die Dinge laufen zu lassen und die Geschichte und die Schätze der Stadt nicht immer angemessen zu pflegen und zu präsentieren. Vor allem mit den auch marketingmäßig und touristisch so wichtigen Produkten Kultur und Historie sowie mit manchen historischen Denkmälern wird oftmals nicht angemessen umgegangen, obwohl in letzter Zeit Verbesserungen zu erkennen sind. Allerdings waren in Köln immer kulturelle Stiftungen von großer Bedeutung; einige der bedeutenden Museen gehen auf Stiftungen zurück. Und manche Vereine kümmern sich um historische Denkmäler, so z. B.  um die Erforschung und den Erhalt der Stadtmauern und Festungsringe der Epochen in der 2000-jährigen Geschichte des befestigten Kölns der neue Verein Fortis Colonia.

              
*    Z. Zt auf dem Rathausplatz archäologische Ausgrabungen und danach Einrichtung der Archäologischen Zone     
**  Ein sehr traurige Berühmtheit erhielt das Historische Archiv der Stadt Köln am 03.03.09, 13:58 Uhr. Vermutlich im Zusammenhang mit dem  U-Bahn-Bau  in der Severinsstraße ist das Archivgebäude eingestürzt. Rund 90 % der Archivalien konnten bisher geborgen werden (nach den                Resten  noch gesucht), wobei "geborgen" nicht "gerettet" heißt. Aus Archivkreisen ist zu vernehme, dass rund 60 % der geborgenen Schätze  mittlere bis leichte und einige gar keine Schäden aufweisen, so dass  diese vermutlich restauriert werden können. Für die Restaurierung ist mit        einem einem langwierigen Verfahren von 30 Jahren zu rechnen.                                                                                                                          
                                                                                                                                                                    
Fotos zumeist vergrößerbar durch Anklicken.
Fotos und Skizzen sind vom Autor selbst erstellt worden oder stammen in Einzelfällen aus nach Kenntnis des Autors nicht urheberrechtlich geschützten Quellen ("gemeinfrei") oder wurden freigegeben und sind nach bestem Wissen des Autors auch sonst nicht urheberechtlich geschützt. Sollten dennoch im Einzelfall Urheberrechte betroffen sein, wäre dies unbeabsichtigt; in diesem Fall wird um einen Hinweis gebeten. © der eigenen Fotos beim Autor!

© GL Köln

Stand: 28.01.2012

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